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Technische Analyse: Gold testet Aufwärtstrend – ist das die Einstiegschance oder steht eine erneute Korrektur bevor?

CoT-Analyse vom 29. Mai

Der Goldpreis stieg zur Vorwoche um 22 US-Dollar an, während die Spekulanten in der gleichen Zeit mit 6 Tsd. Kontrakten Long gingen. Das zeigt in der letzten Woche eine leichte Stärke am Markt.

Im Vergleich zu den letzten zwei Wochen sieht das Bild jedoch etwas anders aus. Der Goldpreis fiel um fast 180 US-Dollar, ohne dass sich die Terminmarktdaten entsprechend verbessert hätten. Dies ist ein Zeichen von Schwäche, das sich auch zum Vormonat zeigt, als der Goldpreis um 102 US-Dollar fiel, während der CoT-Index zum Open Interest adjustiert praktisch unverändert blieb.

Die minimale Stärke der letzten Woche hat daher nur eine geringe Aussagekraft. Viel wichtiger ist, dass sich sowohl zum Vormonat als auch in den letzten zwei Wochen eine Schwäche gezeigt hat. Der Goldmarkt ist mit einem CoT-Index zum Open Interest adjustiert von nur 23 Punkten weiterhin deutlich überkauft.

Der Test des Aufwärtstrends in der letzten Woche war ein starkes Warnsignal. Sollte der Aufwärtstrend noch einmal getestet werden, dürfte er wahrscheinlich brechen. Danach könnte es zu einem massiven Long-Drop kommen, bei dem sich der Terminmarkt bereinigt.

Goldpreis an entscheidender Unterstützung

Der Goldpreis testete in der vergangenen Woche eine wichtige Dreifachunterstützung, als er im Tief auf 4.367 US-Dollar fiel. In diesem Bereich verlaufen die 200-Tage-Linie, eine bedeutende charttechnische Unterstützung sowie der seit zweieinhalb Jahren intakte Aufwärtstrend. Noch hält diese Unterstützungszone, doch die Kursentwicklung der vergangenen Wochen zeigt zunehmend Schwäche, sodass der Aufwärtstrend mittlerweile gefährdet erscheint.

Aktuell handelt der Goldpreis weiterhin in seiner eingekeilten Formation zwischen rund 4.400 US-Dollar auf der Unterseite und 4.800 US-Dollar auf der Oberseite. Ein Ausbruch über den Abwärtstrend würde ein bullisches Kaufsignal liefern und das Potenzial für eine neue Aufwärtsbewegung eröffnen. Bricht hingegen der Aufwärtstrend gemeinsam mit der Dreifachunterstützung, dürfte dies einen stärkeren Abverkauf nach sich ziehen, der sich über mehrere Wochen oder sogar Monate erstrecken könnte. Die nächste bedeutende Unterstützungszone läge dann erst im Bereich zwischen 3.400 US-Dollar und 3.600 US-Dollar je Feinunze.

Derzeit kämpfen Bullen und Bären um die Vorherrschaft an dieser Schlüsselmarke. Noch ist offen, welche Seite sich letztlich durchsetzen wird. Im Moment spricht die kurzfristige Marktstruktur jedoch eher für die Bären, weshalb Vorsicht angebracht bleibt. Gleichzeitig eröffnet die aktuelle Situation spekulativ orientierten Tradern womöglich eine interessante Chance auf der Short-Seite, um von einem möglichen Bruch des Aufwärtstrends zu profitieren. Ein solcher Abverkauf könnte später wiederum die Grundlage für eine attraktive antizyklische Kaufchance schaffen.

Fundamentales Umfeld bleibt belastend

Auch fundamental bleibt das Umfeld für Gold schwierig. Die Zinsen verharren auf einem hohen Niveau, der Konflikt im Mittleren Osten hält an, und die Energiepreise bleiben hoch, weshalb sich die Konjunkturaussichten zuletzt weiter eingetrübt haben. Gleichzeitig zeigt sich die US-Notenbank weiterhin hawkish und signalisiert bislang keine baldige Rückkehr zu einer lockeren Geldpolitik.

Sollte dieses Umfeld anhalten oder sich weiter verschlechtern, dürfte zusätzlicher Verkaufsdruck auf den Goldpreis entstehen. Ein möglicher Einbruch am Kryptomarkt, der in der Folge auch die Aktienmärkte belasten würde, könnte Gold mittelfristig hingegen aufgrund der Flucht in den sicheren Hafen stützen. Ohne neue Liquidität im Finanzsystem bleiben die Rahmenbedingungen jedoch sowohl für Bitcoin als auch für Gold herausfordernd. Entscheidend wird daher sein, ob die Notenbanken in den kommenden Monaten erneut gezwungen sein werden, Liquidität bereitzustellen. Ein historischer Crash am Krypto- und Aktienmarkt könnte den neuen Fed-Chef Kevin Warsh womöglich von einem Falken in eine Taube verwandeln. Bis dahin überwiegen aus heutiger Sicht die Risiken gegenüber den Chancen.

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Goldpreis in Euro vor wichtiger Richtungsentscheidung

Der Goldpreis in Euro konnte seinen Abwärtstrend in den vergangenen Wochen zwar überwinden, doch die Anschlusskäufe blieben aus. Stattdessen wurde zuletzt ein tieferes Tief ausgebildet, womit sich bereits wieder ein neuer kurzfristiger Abwärtstrend etabliert hat. Das zeigt, dass die Käuferseite aktuell nur wenig Überzeugungskraft besitzt.

Derzeit testet Gold in Euro seine 200-Tage-Linie an einer wichtigen Kreuzunterstützung. Sollte diese Unterstützung brechen, dürfte zunächst der mittelfristige Aufwärtstrend im Bereich um 3.400 Euro je Feinunze angelaufen werden. Hält auch diese Unterstützung nicht stand, wäre die nächste bedeutende Zielzone im Bereich zwischen 3.000 Euro und 3.100 Euro zu finden. Insbesondere dann, wenn der Goldpreis in US-Dollar gleichzeitig seine entscheidende Dreifachunterstützung unterschreitet, dürfte dieses Szenario zunehmend wahrscheinlich werden.

Die Lage bleibt damit angespannt. Je länger der Konflikt im Mittleren Osten andauert und je höher die Energiepreise steigen, desto stärker belasten steigende Inflationserwartungen und Zinsen das Umfeld für Gold. Charttechnisch gibt es zwar noch Hoffnung, doch das Bild hat sich in den vergangenen Wochen deutlich eingetrübt. Ein Bruch des Aufwärtstrends bei Gold in US-Dollar würde die Wahrscheinlichkeit einer größeren Korrektur nochmals deutlich erhöhen.

Das bullische Szenario bleibt hingegen intakt, solange der Goldpreis in US-Dollar seinen Aufwärtstrend verteidigen kann. In diesem Fall läge der nächste wichtige Widerstand bei Gold in Euro im Bereich von 4.100 Euro je Feinunze. Wird diese Marke überwunden, rückt das bisherige Allzeithoch bei rund 4.600 Euro wieder in den Fokus. Aktuell erscheint jedoch das bärische Szenario als das wahrscheinlichere. Sollte es tatsächlich zu einem stärkeren Rücksetzer kommen, würden sich daraus mittel- bis langfristig attraktive antizyklische Kaufchancen ergeben, die man nicht verpassen darf.