Der Goldpreis stieg zur Vorwoche um 153 US-Dollar an zum Stichtag der Datenerhebung am 6. Januar, während sich in der gleichen Zeit der CoT-Index verbesserte und der CoT-Index zum Open Interest sogar um drei Punkte auf 16 Punkte ansteigen konnte. Das zeigt immer noch ein unterliegendes Defizit am physischen Markt, zumindest bis zum Stichtag des Reports vom 6. Januar.
Auf Monatssicht sehen wir einen beeindruckenden Anstieg um 270 US-Dollar je Feinunze, während sich der CoT-Index von vier Punkten, also vom Verkaufsbereich aus, auf 16 Punkte verbessert hat. Das zeigt auch hier, dass die Investmentnachfrage am physischen Markt zum aktuellen Zeitpunkt enorm stark ist. Insgesamt sind die Terminmarktdaten schon stark überkauft, aber das sind sie mittlerweile seit über einem Jahr. Solange das Defizit am Markt anhält und die physische Investmentnachfrage weiterhin stark bleibt, könnte sich die Rallye theoretisch fortsetzen.
Nichtsdestotrotz ist der Terminmarkt seit über einem Jahr überkauft, und sobald das Defizit am physischen Markt einem Überangebot weicht, gibt es massives kurzfristiges Korrekturpotenzial am Goldmarkt. Deshalb sollte man weiterhin vorsichtig sein bei Trendbrüchen, da es schnell zu Long-Drops kommen kann. Wir müssen die nächsten Wochen beobachten, ob das Defizit anhält, und sobald der Markt vom Defizit in ein Überangebot rutscht, ist die Zeit gekommen, um den hohen Goldpreis zu hedgen. Solange das Defizit anhält, könnte sich die Rallye fortsetzen. Sobald das Defizit einem Überangebot weicht, steigt das kurzfristige Korrekturpotenzial massiv.
Achterbahnfahrt mit Ausbildung eines tieferen Hochs
Zu Jahresbeginn 2025 eröffnete Gold bei 2.624 US-Dollar und schloss das Jahr bei 4.318 US-Dollar. Das entspricht einem Jahresplus von 64 % und damit einem historisch außergewöhnlich starken Anstieg, während die durchschnittliche Jahresrendite der letzten 25 Jahre nur bei 10 % lag. Die Terminmarktdaten zeigen, dass die Investmentnachfrage unvermindert stark ist und diese den Preis treibt.
In den letzten Monaten hielten jedoch die vier größten Händler an der COMEX dagegen und bauten erneut Short-Positionen im Umfang von 47 Tagen der Weltproduktion auf. Noch vor wenigen Monaten lag ihre Short-Position bei lediglich 23 Tagen der Weltproduktion. Das bedeutet, dass auf dem aktuellen Preisniveau von über 4.500 US-Dollar Produzenten und Minenunternehmen den Goldpreis kurzfristig als zu hoch bewertet ansehen und dieses hohe Niveau absichern, indem sie Short-Positionen am Terminmarkt eingehen.
Nach der starken Rallye von über 1.000 US-Dollar von Anfang September bis Oktober dauerte die anschließende Konsolidierung nur wenige Wochen, bevor ein neuer Aufwärtsimpuls startete. Von 3.900 US-Dollar ging es auf aktuell 4.630 US-Dollar nach oben, und solange dieser Aufwärtstrend intakt bleibt, dürfte sich der Anstieg fortsetzen.
Mit dem Bruch des Abwärtstrends bei 4.300 US-Dollar gingen wir wieder Long, nachdem wir zuvor eine ausgedehnte Korrektur bis in den Bereich um 3.500 US-Dollar erhofft hatten. Auch wenn wir eine klare Meinung hatten, hat der Markt letztlich immer recht, und wir folgten dem Kaufsignal, was uns bisher einen weiteren Profit von rund 400 US-Dollar nach oben brachte.
Solange der Aufwärtstrend intakt ist, bleiben wir Long, nehmen bei Trendbruch jedoch sofort Gewinne mit und orientieren uns dann auf der Short-Seite. Eine stärkere Korrektur ist in diesem Jahr durchaus möglich. Nach dem Konflikt mit Venezuela und einem sich anbahnenden Konflikt mit dem Iran sowie dem Streit zwischen Fed-Chef Powell und US-Präsident Trump gibt es aktuell jedoch Faktoren, die den Preis kurzfristig stützen und weiter nach oben treiben können. Dementsprechend bleibt die Long-Positionierung angemessen, bis der Aufwärtstrend bricht.
Goldpreis in Euro – Test der 200-Tagelinie möglich
Nachdem der Goldpreis in Euro über 2.900 Euro ausbrechen konnte, übertraf der darauffolgende Preisanstieg um 900 Euro je Feinunze selbst meine kühnsten Erwartungen. Das aktuelle Chartbild ähnelt stark dem des Goldpreises in US-Dollar. Auch beim Goldpreis in Euro gab es einen frühen Bruch des Abwärtstrends und damit ein erneutes Kaufsignal. Der Markt steht kurz davor, erstmals die Marke von 4.000 Euro zu erreichen. Ein kurzfristiger Aufwärtstrend ist noch intakt, doch bei einem Bruch wäre es Zeit, Gewinne mitzunehmen.
Eine übergeordnete Korrektur in den nächsten Monaten bis an die 200-Tage-Linie ist möglich, die aktuell bei 3.200 Euro je Feinunze verläuft. Das setzt allerdings voraus, dass auch das geopolitische und geldpolitische Umfeld eine solche Bewegung zulässt. Ein weiterer Anstieg in diesem Jahr über 4.000 Euro in Richtung 5.000 Euro je Feinunze ist bei passenden Rahmenbedingungen grundsätzlich möglich, charttechnisch sollte man sich derzeit jedoch konsequent am kurzfristigen Aufwärtstrend orientieren.
Solange der kurzfristige Aufwärtstrend intakt bleibt, ist das Setup Long. Sobald er bricht, sollte man Gewinne konsequent realisieren, weil eine Korrektur in den Bereich von 3.300 Euro bis 3.200 Euro je Feinunze realistisch ist.