Der CoT-Report wird immer freitags seitens der US-Terminmarktaufsicht (CFTC) veröffentlicht, wobei der Stichtag der Datenerhebung der Schlusskurs vom Dienstag ist. Die CoT-Daten werden also immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium-Abonnenten von Blaschzok Research erhalten vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber und Platin. Die CoT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen. Mit ihnen hat man einen Vorteil im Trading am Rohstoffmarkt.
CoT-Analyse vom 20. März:
Der Goldpreis fiel zur Vorwoche um 192 US-Dollar, während die Spekulanten in der gleichen Zeit lediglich mit 4 Tsd. Kontrakten Short gingen. Allein das zeigt schon eine Schwäche. Der CoT-Index zum Open Interest adjustiert stieg jedoch nur um 2 Punkte auf 34 Punkte an, was zeigt, dass die Schwäche doch ausgeprägter war und sich bereits vor dem Crash ein Überangebot am Goldmarkt gebildet hatte. Das war noch oberhalb von 5.000 US-Dollar, bevor der Goldpreis dann auf 4.100 US-Dollar einbrach.
Bereits in den vier Wochen davor sah man ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage trotz der spekulativen Manie am Markt. Das war ein weiteres Warnsignal und diente uns als Indiz dafür, dass sich das tiefere Hoch bei rund 5.400 US-Dollar als Doppeltop erweisen und danach eine stärkere Korrektur folgen sollte.
Daher konnten wir auch bei 5.400 US-Dollar Short gehen und weiter shorten mit dem ersten Ziel bei 4.700 US-Dollar, was wir frühzeitig getan haben. Der Crash spielte uns dann letztlich nur in die Karten beziehungsweise in unserem bereits laufenden Trade und verstärkte unseren Profit.
Langfristiger Aufwärtstrend hat exakt gehalten
Der Crash am Goldmarkt, der stärkste Einbruch seit 43 Jahren, kam nicht aus heiterem Himmel. Andernfalls hätten wir ihn nicht so präzise auf der Shortseite traden können. Der Markt war spekulativ extrem aufgeheizt und überlaufen. Der Long-Trade in Gold war so einseitig positioniert wie zuletzt Ende der 1970er-Jahre. Es wurden fast nur noch bullische Szenarien eingepreist, während die Risiken vollständig ausgeblendet wurden. Nach dem ersten Einbruch wurde der Markt sofort wieder bullisch, und viele sahen den Goldpreis bereits auf neue Allzeithochs oder sogar auf 6.000 US-Dollar steigen. Wir hingegen hatten ein tieferes Hoch erwartet, und die Terminmarktdaten signalisierten frühzeitig ein ausgeglichenes Verhältnis beziehungsweise, gemessen an der vorherrschenden Manie, bereits eine klare Schwäche am physischen Markt.
Wir waren bei 5.400 US-Dollar antizyklisch Short gegangen und hatten dort ein Verkaufssignal gegeben. Weitere Verkaufssignale folgten mit einem ersten Ziel bei 4.700 US-Dollar. In der Analyse vor zwei Wochen hatten wir zudem darauf hingewiesen, dass bei einem Bruch dieses Aufwärtstrends auch die 200-Tage-Linie bei 4.200 US-Dollar erreicht werden könnte. Dort sollte eine weitergehende Korrektur letztlich auslaufen und ein mittel- bis langfristig attraktives antizyklisches Kaufniveau entstehen. Der Goldpreis fiel im Tief auf 4.100 US-Dollar, womit unser Kursziel innerhalb von nur anderthalb Wochen sehr schnell abgearbeitet wurde. Damit war auch der Zeitpunkt gekommen, Gewinne mitzunehmen und kurzfristig wieder auf die Longseite zu wechseln. All das war im Vorfeld angekündigt worden, nicht nur im letzten Marktkommentar. Weitere Analysen finden sich auch auf YouTube, darunter ein Trendwende-Video aus dem Premiumbereich, das bereits vor dem Crash veröffentlicht wurde.
Hintergrund des Preiseinbruchs
Vor dem Crash waren sich die Investoren weitgehend einig, dass ein Krieg nur bullisch für den Goldpreis sein könne. Genau deshalb wurde im Vorfeld nochmals sehr viel vorweggenommen, und jedermann ging Long. Doch anstatt weiter anzusteigen, brach der Goldpreis ein. Der Anstieg des Rohölpreises, steigende Inflationserwartungen und höhere Zinsen führten zu einer sinkenden Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen seitens der Fed und brachten neue Sorgen vor einer größeren Rezession auf den Tisch. Die Fed ist mittlerweile komplett zurückgerudert, und erste Notenbanker sprechen sogar wieder von Zinserhöhungen statt Zinssenkungen in diesem Jahr. Das zuvor bullische Narrativ für Gold hatte sich damit vollständig gedreht. Das erklärt auch, warum viele Marktteilnehmer in diesem spekulativ völlig überlaufenen Long-Trade die Reißleine zogen und verkauften. Mit Margin Calls aufgrund des Krieges hat dieser Preiseinbruch nichts zu tun, da sich die Aktienmärkte bislang relativ stabil gehalten haben.
Auch Silber hielt sich zuletzt vergleichsweise robust und lief lediglich das Tief des letzten Crashs bei 64 US-Dollar mit einem Tief bei 61 US-Dollar an. Platin und Palladium, bei denen wir ebenfalls Short waren, hatten ihre Korrekturziele erreicht und teilweise sogar unterschritten. Insgesamt ist das bullische Sentiment am Goldmarkt nun gebrochen. Nach dem stärksten Rücksetzer seit 43 Jahren werden weitere Investoren, die von der Rallye der vergangenen zwei Jahre profitiert haben, versuchen, in neuerliche Anstiege hinein Gewinne mitzunehmen. Dies wird wahrscheinlich zu einer volatilen Phase zwischen 4.200 US-Dollar und 4.800 US-Dollar führen in den kommenden Monaten.
Der Aufwärtstrend im Bereich um 4.100 US-Dollar hat zunächst gehalten, doch es ist zu erwarten, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten einen erneuten Test dieses Trends sehen werden. Je nachdem, wie sich die geopolitische Lage zuspitzt und wie sich die Geldpolitik entwickelt, wäre in diesem Jahr auch eine weitere Korrektur bis in den Bereich um 3.500 US-Dollar möglich. Kurzfristig dürfte sich jedoch zunächst eine volatile Seitwärtsbewegung ausbilden, an der Trader ihre wahre Freude haben werden.
Wir haben in diesem Jahr die Hoch- und Tiefpunkte am Goldmarkt nahezu perfekt erwischt und getradet. Ein Teil dieser Prognosen wurde auch öffentlich zur Verfügung gestellt, sodass selbst Nicht-Premium-Abonnenten mittraden konnten. Wenn Sie sich für wöchentliche Chartanalysen, faktenbasierten Research und akkurate Prognosen interessieren, registrieren Sie sich für die kostenfreie wöchentliche Analyse auf www.blaschzokresearch.de oder sichern Sie sich direkt das Premium-Abo, mit dem Sie allein in den letzten drei Monaten genau diese hochvolatile Phase erfolgreich hätten managen und handeln können.
Goldpreis in Euro – Test des Aufwärtstrends in diesem Jahr noch möglich
Der Goldpreis in Euro fiel infolge der Euro-Schwäche nicht ganz so stark wie der Goldpreis in US-Dollar. Im letzten Marktkommentar schrieb ich, dass ein Test der 200-Tage-Linie möglich ist, was abgearbeitet wurde. Auf Sicht der nächsten Wochen und Monate wäre sogar ein weiterer Rückgang in den Bereich um 3.300 Euro je Feinunze möglich. Ausgehend vom aktuellen Niveau bei 3.900 Euro je Feinunze wäre dies nochmals ein deutlicher Rücksetzer. Dort verläuft der langfristige Aufwärtstrend, und zugleich wäre die letzte Impulswelle zu einem großen Teil korrigiert, was massenpsychologisch einem idealtypischen Verlauf entsprechen würde.
Auch wenn die Zielzone bei 3.300 Euro bislang nicht erreicht wurde, ergab sich bereits an der 200-Tage-Linie ein Kaufsignal, parallel zum Kaufsignal bei Gold in US-Dollar, da der erste Aufwärtstrend sehr schnell erreicht wurde. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass der Goldpreis in Euro die Marke von 4.100 Euro auf Sicht der nächsten Wochen nachhaltig überwinden kann. Wahrscheinlicher ist, dass ein Test dieses Niveaus scheitert und eine weitere Korrektur nach sich zieht.
Insgesamt ist nach dem sehr sauberen Doppeltop am Goldmarkt, nach einem zweijährigen Anstieg, davon auszugehen, dass es mindestens mehrere Monate dauern dürfte, bis ein nachhaltiger Boden gefunden wird und das Sentiment wirklich am Boden ist. Ein Test des langfristigen Aufwärtstrends im Bereich um 3.300 Euro je Feinunze bleibt auf Sicht der nächsten Monate weiterhin durchaus möglich. Die Geldpolitik und die Lage im Mittleren Osten müssen dabei weiter genau beobachtet werden, doch aktuell erscheint dies als das wahrscheinlichste Szenario zu sein.





