CoT-Analyse vom 6. Februar:
Der Goldpreis fiel zur Vorwoche um 61 US-Dollar, während der CoT-Index zum Open Interest adjustiert um 3 Punkte fiel. Das zeigt eine Schwäche in der letzten Woche.
Im Vergleich zum Vormonat sind die Daten nahezu identisch, wobei sich hier noch eine leichte Stärke zeigt. Im kompletten letzten Monat wechselten sich Stärke und Schwäche kontinuierlich ab, während die Daten insgesamt kaum verändert blieben.
Interessant ist, dass die Terminmarktdaten für Gold Mitte Dezember noch im Kaufbereich waren und sich der CoT-Index mittlerweile von 4 Punkten auf 32 Punkte verschlechtert hat, obwohl der Goldpreis immer noch bei rund 5.100 US-Dollar notiert. Die Investmentnachfrage ist aktuell weiterhin relativ stark und der Markt wirkt ausgeglichen. Ein klares Defizit zeigt sich jedoch nicht mehr, was zumindest zur Vorsicht mahnt.
Die CoT-Daten sind insgesamt relativ neutral und bieten sowohl Luft nach oben als auch nach unten. Sollten exogene Faktoren wie eine Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten die Investmentnachfrage wieder anheizen, besteht auch spekulatives Potenzial nach oben. In diesem Fall könnte das Allzeithoch erneut angelaufen werden.
Auf der anderen Seite besteht ebenso Potenzial auf der Short-Seite. Sollte sich die Lage im Nahen Osten entspannen, hat Gold mit einem CoT-Index von aktuell 32 Punkten noch genügend Luft nach unten, bevor der Markt überverkauft wäre.
Insgesamt sind die CoT-Daten neutral bis leicht bärisch auf mittelfristige Sicht. Der Wechsel von einem Defizit zu einem ausgeglichenen Markt könnte ein erstes Zeichen für einen Sentimentwechsel sein und auf eine Fortsetzung der Korrektur hindeuten.
Kurzfristig überwiegen die Risiken
Der Goldpreis stieg vorletzte Woche noch einmal auf über 5.400 US-Dollar, fiel jedoch mit dem Ausbruch des Krieges überraschend auf rund 5.000 US-Dollar zurück, womit die meisten Marktteilnehmer nicht gerechnet hatten. Ich hatte meinen Premium-Kunden gesagt, dass man an dieser Zielzone Long-Gewinne einstreichen und Short gehen sollte, was uns nun wieder auf der Shortseite einen schönen Profit brachte.
Die vorherrschende Meinung war, dass Gold im Falle eines Krieges weiter steigen würde, weshalb viele Anleger Long-Positionen aufbauten. Genau deshalb kam es jedoch zum Rückgang, da viele Investoren den möglichen Konflikt bereits vorweggenommen und den Preisanstieg frühzeitig in den Goldpreis eskomptiert hatten.
Der US-Dollar konnte sich deutlich erholen und handelt aktuell nahe eines wichtigen Widerstands bei 100 Punkten im US-Dollar-Index. Sollte dieser Widerstand überwunden werden, wäre ein Short Squeeze wahrscheinlich, der den Index rasch in den Bereich von 105 Punkten treiben könnte. In diesem Fall dürfte der Euro gegenüber dem Dollar unter 1,10 US-Dollar fallen. In einem solchen Umfeld wäre auch beim Goldpreis in US-Dollar eine weitere Korrektur unter die Marke von 5.000 US-Dollar wahrscheinlich.
Der mittelfristige Aufwärtstrend verläuft derzeit im Bereich von etwa 4.700 US-Dollar je Feinunze und stellt das nächste potenzielle Korrekturziel dar. Sollte auch dieser Trend gebrochen werden, liegt der langfristige Aufwärtstrend zusammen mit der 200-Tage-Linie derzeit im Bereich von rund 4.200 US-Dollar je Feinunze. Dort dürfte eine weitergehende Korrektur in den kommenden Monaten letztlich auslaufen und ein mittel- bis langfristig attraktives antizyklisches Kaufniveau entstehen.
Kurzfristig überwiegen daher die Risiken für den Goldpreis, weshalb Vorsicht angebracht ist. Nur im Falle einer starken Eskalation im Nahen Osten wäre ein unmittelbarer weiterer Anstieg des Goldpreises wahrscheinlich.
<Goldpreis in Euro – Test der 200-Tagelinie möglich
Der langfristige Aufwärtstrend beim Goldpreis in Euro verläuft derzeit im Bereich um 3.300 € je Feinunze. Ein Rücksetzer auf dieses Niveau ist durchaus denkbar. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass der US-Dollar in den kommenden Monaten eher stärker tendieren dürfte. In diesem Fall könnte der Goldpreis in Euro weniger stark korrigieren oder alternativ der Goldpreis in US-Dollar deutlicher unter Druck geraten und möglicherweise sogar seinen Aufwärtstrend kurzfristig unterschreiten.
Der kurzfristige Aufwärtstrend bei Gold in Euro verläuft aktuell bei rund 4.100 € je Feinunze. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass dieser zunächst getestet wird. Sollte dieser Trend brechen, wäre der Weg frei bis zur 200-Tage-Linie im Bereich von etwa 3.500 € oder im Extremfall bis zum langfristigen Aufwärtstrend bei rund 3.300 €. Eine solche Entwicklung dürfte jedoch nicht abrupt erfolgen, sondern sich eher im Verlauf der kommenden Monate bis zum Jahresende entfalten.
Im besten Fall sehen wir eine Konsolidierung auf hohem Niveau, die vor allem durch eine Schwäche des Euro begünstigt werden könnte. Ein kurzfristig weiterer Anstieg wäre hingegen nur bei einer geopolitischen Eskalation wahrscheinlich. Nach dem starken Anstieg des Goldpreises seit September des vergangenen Jahres um rund 1.500 € je Feinunze, was einem Plus von etwa 50 % binnen sechs Monaten entspricht, erscheint eine Phase der Konsolidierung durchaus gesund und notwendig.
Aktuell überwiegen daher die Risiken einer Korrektur gegenüber den Chancen auf weitere Kursgewinne. Anleger sollten ihre Gier im Zaum halten, diszipliniert bleiben und zunächst abwarten, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickelt, anstatt vorschnell wieder Gewinne zu riskieren.





