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Technische Analyse: Gold – Wichtige technische Marken im Blick – Neue Trading-Chance bahnt sich an

COT-Analyse vom 24.  Juli: Der Goldpreis stieg zur Vorwoche um 24 $, während sich der COT-Index um einen Punkt verbesserte. Die Commercials gingen mit 1,6 Tsd. Kontrakten Long, womit sich die Positionierung kaum verändert hat. Dennoch zeigte sich in der vergangenen Woche eine minimale Stärke. Bereits in den beiden Vorwochen war eine deutlichere Stärke zu erkennen. Das verwundert nicht, da der Goldmarkt an der wichtigen Marke von 4.000 $ neue Investmentnachfrage erfuhr und Käufer auf das Parkett traten. In der letzten Woche hat diese Stärke jedoch bereits wieder deutlich abgenommen. In dieser Woche zeigte sich der Goldpreis erneut sehr schwach und näherte sich der wichtigen Marke von 4.000 $ wieder deutlich an, obwohl der Preis seit Wochenbeginn korrigierte. Auch der Silberpreis stand unter Druck. Mit einem COT-Index von 18 Punkten bleibt der Terminmarkt weiterhin stark überkauft und bietet genügend Long-Drop-Potenzial. Die COT-Daten sprechen dafür, dass der Goldpreis mindestens eine Etage tiefer bis zur nächsten signifikanten Unterstützung korrigieren sollte.

Im Aufzug eine Etage tiefer

Anfang Juni brach der Goldpreis seinen Aufwärtstrend und fiel auf die wichtige Unterstützung bei 4.000 $ je Feinunze zurück. Auf diesem Niveau konsolidiert der Markt seither. Die Volatilität nimmt ab, während der Markt diese psychologisch wichtige Marke bereits mehrfach getestet hat. Damit steigt nun das Risiko, dass Gold diese Unterstützung nach unten bricht.

Der Terminmarkt ist weiterhin stark überkauft, während das Sentiment für Gold ungebrochen bullisch bleibt. Aus antizyklischer Sicht sind dies klare Warnsignale, dass das Kaufniveau noch nicht erreicht wurde. Gleichzeitig ist der Rohölpreis zuletzt wieder deutlich gestiegen. Auch am Rohölmarkt zeichnet sich eine Verknappung ab, da die Terminmarktdaten in den Kaufbereich gerutscht sind und sich am physischen Markt ein Defizit zeigt.

Hält der Konflikt im Mittleren Osten an, so könnte der Rohölpreis schon in Bälde auf neue Jahreshochs ansteigen. Das würde den US-Dollar zusätzlich stärken und weiteren Verkaufsdruck auf den Goldpreis auslösen. Das aktuell wahrscheinlichste Szenario bleibt daher, dass Gold die wichtige Unterstützung bei 4.000 $ je Feinunze bricht und eine Etage tiefer bis zur nächsten signifikanten Unterstützungszone bei 3.400 $ bis 3.600 $ fällt.

In diesem Bereich wäre die dritte Impulswelle des zweijährigen Anstiegs der Jahre 2024 und 2025 korrigiert. Zugleich bestünde dort die Chance, dass der Markt ausreichend von spekulativen Übertreibungen bereinigt wurde. Auf diesem Niveau dürften erneut Käufer in den Markt kommen, die den Goldpreis relativ schnell wieder in Richtung 4.000 $ treiben könnten.

Kurzfristig bleibt das Bild damit angeschlagen. Im Bereich von 3.400 $ bis 3.500 $ wäre jedoch der Zeitpunkt gekommen, Short-Positionen einzudecken und kurz- bis mittelfristig wieder auf die Käuferseite zu wechseln.

Das bullische Szenario setzt hingegen voraus, dass sich die Fed überraschend dovish zeigt und eine lockerere Geldpolitik in Aussicht stellt, der Rohölpreis auf wundersame Weise wieder in Richtung 60 $ fällt und zugleich die Unterstützung bei 4.000 $ hält. 

Auf der Short-Seite dürfte sich im Trading daher noch einmal ein attraktives Gewinnpotenzial bieten.

Goldpreis in Euro: Aufwärtstrend in Gefahr

Der Goldpreis in Euro handelt aktuell bei 3.537 € je Feinunze und damit weiterhin oberhalb seines seit Mitte 2024 bestehenden Aufwärtstrends. Ein kurzfristiger Abwärtstrend wurde bereits überwunden. Sollte der Goldpreis in US-Dollar jedoch die wichtige Unterstützung bei 4.000 $ durchbrechen, wonach es aktuell aussieht, dürfte auch der Goldpreis in Euro seinen Aufwärtstrend unterschreiten und auf die nächste wichtige Unterstützung zurückfallen. Diese liegt in Euro im Bereich von 2.900 € bis 3.000 € je Feinunze. Vom aktuellen Niveau aus entspräche dies noch einmal einem Rückgang von rund 500 € bis 600 € je Feinunze, bevor sich auf mittel- bis langfristige Sicht eine attraktive antizyklische Kaufchance bieten würde. Bei einem Rückgang auf 3.000 € wäre der Goldpreis in Euro gegenüber seinem Allzeithoch zum Jahresbeginn bei 4.600 € um rund 35 % gefallen. Im unteren Bereich der Unterstützungszone bei 2.900 € läge der Rückgang bei rund 37 %. Es ist davon auszugehen, dass auf diesem Niveau Verkaufspanik herrschen und sich der Terminmarkt größtenteils bereinigt haben dürfte.

Mittel- bis langfristig agierende Investoren fänden auf diesem Kaufniveau eine nochmals interessante Kaufgelegenheit. Solange der Aufwärtstrend intakt bleibt, ist das kurzfristige charttechnische Bild aktuell noch bullisch. Sobald dieser Aufwärtstrend jedoch bricht, öffnet sich jedoch die Falltür und der Goldpreis dürfte relativ schnell um weitere 500 € je Feinunze fallen.