Terminmarkt: CoT-Report
Der CoT-Report wird immer freitags seitens der US-Terminmarktaufsicht (CFTC) veröffentlicht, wobei der Stichtag der Datenerhebung der Schlusskurs vom Dienstag ist. Die CoT-Daten werden also immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium-Abonnenten von Blaschzok Research erhalten vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber und Platin. Die CoT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen. Mit ihnen hat man einen Vorteil im Trading am Rohstoffmarkt.
CoT-Analyse vom 18. September:
Der Goldpreis fiel zur Vorwoche um 181 US-Dollar, während die Spekulanten in der gleichen Zeit lediglich mit 12 Tsd. Kontrakten Short gingen. Das ist nicht viel und zeigt eine zugrunde liegende Schwäche. Dies zeigt sich auch in der nur geringen Verbesserung des CoT-Indexes zum Open Interest adjustiert von 5 auf 9 Punkte.
Damit liegen die Terminmarktdaten für Gold weiterhin nahe am Verkaufsbereich und zeigen einen stark überkauften Markt. Das Sentiment ist also nach wie vor sehr bullisch, was zum Problem werden kann, sobald wichtige Unterstützungen wie die Marke von 4.000 US-Dollar brechen. Dann kann es zu einem schnellen Long-Drop am Terminmarkt kommen, was einen schnellen Preiseinbruch nach sich ziehen würde.
Bemerkenswert ist, dass die Spekulanten trotz des Rückgangs von 5.600 auf 4.000 US-Dollar weiterhin so bullisch sind und sich das Sentiment kaum verändert hat. Die zweijährige Hausse hat zu einem sehr starken bullischen Sentiment geführt, das nicht so schnell wieder verschwindet.
Entsprechend wichtig sind die nächsten Unterstützungen. Sollten diese brechen, kann es am Goldmarkt zu einer schnellen spekulativen Bereinigung und einem deutlichen Preisrückgang kommen.
Makroumfeld belastet Goldpreis
Der Terminmarkt bleibt überkauft und der zum Open Interest adjustierte CoT-Index befindet sich mit 9 Punkten weiterhin nahe dem Verkaufsbereich. An zyklischen Tiefpunkten sehen wir normalerweise eine deutliche Übertreibung auf der Short-Seite, die bislang vollständig fehlt und damit gegen eine Bodenbildung spricht. Das weiterhin extrem bullische Sentiment spricht dafür, dass es sich bei der August-Rallye lediglich um eine Bärenmarktrallye gehandelt hat.
Bei rund 4.700 US-Dollar traf der Goldpreis auf einen starken Widerstand im Bereich des April-Hochs. Gleichzeitig haben sich mehrere bullische Faktoren der August-Rallye entweder ins Gegenteil verkehrt oder als wenig nachhaltig erwiesen. Der Krieg im Mittleren Osten dauert an, der Rohölpreis handelte zuletzt wieder über 100 US-Dollar, die Fed zeigt sich hawkish und die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen sind auf den höchsten Stand seit 2002 gestiegen, während der US-Dollar nach oben ausgebrochen ist. Damit hat sich das kurzfristige Umfeld für Gold deutlich verschlechtert.
Bullen und Bären kämpfen aktuell an der wichtigen Unterstützung bei 4.000 US-Dollar, die zugleich mit dem langfristigen Aufwärtstrend beim Goldpreis in Euro zusammenfällt. Werden diese beiden technischen Marken gebrochen, droht ein stärkerer Preisrückgang. Damit entscheidet sich im Bereich um 4.000 US-Dollar die weitere Entwicklung des Goldpreises für die kommenden Monate. Die Bullen müssen jetzt das Ruder herumreißen und ein höheres Tief ausbilden, damit das bullische Chartbild erhalten bleibt. Fallen hingegen auch die Tiefs vom Juli, würde sich das technische Bild deutlich eintrüben und ein Rückgang bis in den Bereich um 3.400 US-Dollar wäre durchaus denkbar.
Entscheidend bleibt die weitere Entwicklung des Rohölpreises, der Zinsen und des US-Dollars. Hält sich der Rohölpreis um die Marke von 100 US-Dollar oder steigt sogar weiter an, während die Marktzinsen ebenfalls weiter zulegen und der US-Dollar an Stärke gewinnt, dürften die Bären am Ruder bleiben.
Bullisch wäre hingegen ein erneuter Anstieg über 4.260 US-Dollar bei gleichzeitiger Ausbildung eines höheren Tiefs. Dies würde das Chartbild deutlich aufhellen. Dafür müsste sich auch das Makro-Umfeld zumindest kurzfristig wieder verbessern, mit niedrigeren Zinsen, einem schwächeren Rohölpreis und einem schwächeren US-Dollar.
Goldpreis in Euro: Aufwärtstrend in Gefahr – die finale Schlacht zwischen Bullen und Bären
Der Goldpreis in Euro ist bis auf aktuell 3.677 € je Feinunze zurückgefallen und testet damit seinen seit rund zweieinhalb Jahren bestehenden langfristigen Aufwärtstrend. Gleichzeitig ist der kurzfristige Abwärtstrend weiterhin intakt. Noch haben die Bullen die Chance, das Ruder herumzureißen. Dafür muss der kurzfristige Abwärtstrend überwunden werden, während der langfristige Aufwärtstrend verteidigt werden muss.
Gelingt den Bullen diesmal kein erneuter Ausbruch nach oben, droht der Bruch des zweieinhalbjährigen Aufwärtstrends. In diesem Fall läge die letzte wichtige Unterstützung zunächst im Bereich um 3.500 € je Feinunze. Hält auch diese Marke nicht, wäre ein Preisrückgang bis in den Bereich von 3.100 € bis 3.000 € je Feinunze wahrscheinlich. Vom aktuellen Niveau aus entspräche dies einem weiteren Rückgang von fast 700 € je Feinunze.
Das Schicksal des Goldpreises in Euro für die kommenden Monate dürfte sich damit bereits in dieser oder der nächsten Handelswoche entscheiden. Entweder gelingt den Bullen ein erneuter Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend, wodurch der langfristige Aufwärtstrend intakt bliebe, oder dieser Aufwärtstrend bricht und die Bären übernehmen das Ruder. In diesem Fall könnte es zu einer größeren Bereinigung am Terminmarkt kommen, weshalb ein solcher Preisrückgang schnell und dynamisch verlaufen dürfte.
Im Trading ist das Signal klar. Bricht der langfristige Aufwärtstrend, gibt es ein Verkaufssignal, wobei das Short-Ziel im Bereich von 3.100 € bis 3.000 € je Feinunze liegt. Dort sollten Short-Gewinne wieder eingedeckt werden. Antizyklische Käufe hätten dort ein kurzfristig gutes Chance-Risiko-Verhältnis.
Hält hingegen der Aufwärtstrend und wird zugleich der kurzfristige Abwärtstrend überwunden, können Trader versuchen, erneut die Long-Seite zu handeln. In diesem Fall bestünde die Hoffnung, dass der Goldpreis in Euro wieder in Richtung 4.000 € oder sogar 4.100 € je Feinunze ansteigt.
Da weder das Makro-Umfeld noch das Sentiment eine nachhaltige Aufwärtsbewegung unterstützen, sollte ein Wechsel auf die Käuferseite jedoch nur mit engem Stopp erfolgen, sodass man schnell ausgestoppt wird, sollte es sich um eine Bullenfalle handeln.





