Kapitalanlage in Gold in Form von Münzen, Barren und Medaillen

Zur Vermögensanlage kommen zudem Münzen, Medaillen und Barren in Betracht, die in wirtschaftlichen Notzeiten auch als Zahlungsmittel akzeptiert würden, und zwar weltweit. Dabei empfiehlt es sich bei den Münzen, zwischen sogenannten Anlage- und Sammlermünzen zu unterscheiden.

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Anlagemünzen werden jährlich in vergleichsweise hohen Stückzahlen geprägt, ihr Marktwert kommt daher ihrem reinen Materialwert recht nahe, da für sie ein geringerer Aufschlag für das Eintreten einer relativen Knappheit gezahlt werden muss.[1] Die Preise pro Unze liegen meist um etwa 15 % über dem entsprechenden Goldpreis bzw. Silberpreis, resultierend in erster Linie aus den Prägekosten und der Handelsspanne.

 

Bedeutende Gold- Anlagemünzen

Der Krügerrand als bekannteste Kapitalanlage in GoldZu den bedeutendsten Gold-Anlagemünzen zählen insbesondere der Gold Eagle, der Maple Leaf, der Libertad, die Britannia und der Philharmoniker.

Die wohl berühmteste Goldmünze – und aufgrund ihrer charakteristischen Farbe auch eine der schönsten Goldmünzen der Welt – ist aber der legendäre südafrikanische Krügerrand. Erwähnenswert sind ferner noch die Goldmünzen Nugget Gold und American Buffalo.

Bedeutende Silber-Anlagemünzen

Als Pendant zu den Goldmünzen gibt es auch unter den bedeutendsten Silber-Anlagemünzen einen Silber Eagle, einen Maple Leaf, einen Libertad, eine Britannia und einen Philharmoniker. Es gibt darüber hinaus aber auch einige silberspezifische Anlagemünzen, wie z.B. den Kookaburra, den Koala oder den Panda. Eine Besonderheit stellen der sehr beliebte Kiwi und die chinesische Lunar-Serie dar. Da sie in jedem Jahr mit neuen Motiven herauskommen, sind diese Münzen insoweit nicht mehr als Anlagemünzen anzusehen, da sie zwar in relativ hoher jährlicher Stückzahl erscheinen, aufgrund ihrer großen Beliebtheit bei Sammlern zum Teil aber hohe Aufgelder aufweisen (zwar werden auch die meisten der zuvor genannten Anlagemünzen jährlich neu geprägt, dann aber jeweils mit dem gleichen Motiv, sodass für den Wert einer Münze das jeweilige Jahr der Prägung meist keine so große Rolle spielt). Es handelt sich daher insbesondere bei der Lunar-Serie, die jedes Jahr mit einem neuen Tiermotiv herausgegeben wird, um eine Mischform von Anlage- und Sammlermünze, wobei sie letztendlich eher den Charakter einer Sammlermünze aufweist.

Es gibt unzählige weitere Sammlermünzen und Medaillen, die unterschiedlichste Motive aufweisen. Da ihre Stückzahlen in der Regel streng limitiert sind, weisen sie mitunter hohe Aufgelder und im Zeitablauf nicht selten deutliche Wertsteigerungen auf. Insofern können mit Sammlermünzen durchaus größere Wertsteigerungen erzielt werden als mit Anlagemünzen, deren Wertentwicklung in engem Zusammenhang zur Edelmetallpreisentwicklung steht. Das bedeutet aber auch, dass die ohnehin höheren Aufgelder der Sammlermünzen mit der Zeit noch weiter steigen. Fraglich ist jedoch, inwieweit in Krisenzeiten diese Aufgelder auf dem Markt noch zu realisieren sind. Es ist wohl eher zu erwarten, dass der Markt dann in erster Linie den Materialwert zu honorieren bereit ist. Zudem tritt bei stark steigenden Edelmetallpreisen ein Basiseffekt ein, sodass selbst bei gleichem absolutem Aufgeld der relative Aufschlag sinkt. Unter reinen Renditegesichtspunkten sind Anlagemünzen daher Sammlermünzen vorzuziehen.

Goldmünzen und Silbermünzen sowie Barren abgeltungssteuerfrei

Münzen sind von der Abgeltungssteuer befreit, für sie gilt also noch die Spekulationssteuer, sodass Gewinne nach einem Jahr steuerfrei sind. Goldmünzen sind mehrwertsteuerfrei, für Silbermünzen wird bis Ende 2013 der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 % angewendet (der ab dem 1. Januar 2014 entfällt), was auch für die ein Kilogramm schweren Münzen gilt, die das prozentual geringste Aufgeld aufweisen.

Goldbarren und Silberbarren

Während Goldbarren von der Mehrwertsteuer befreit sind, muss für Silberbarren der volle Mehrwertsteuersatz gezahlt werden (19 %). Aus diesem Grund haben Silberbarren als Direktanlage für Edelmetallinvestments von Privatanlegern praktisch keine Bedeutung mehr und werden fast nur noch von institutionellen Anlegern für den Investitionsbereich nachgefragt.[2] Wenn ab 2014 auch auf Silbermünzen und Münzbarren 19% MwSt. erhoben werden, werden Silberbarren wieder an Bedeutung gewinnen.

Numisblätter

Eine beliebte Anlagealternative stellen Numisblätter dar, von denen jedes Jahr fünf bis sechs erscheinen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einer 10-€-Silber-Gedenkmünze (früher 10 DM; Gewicht: 18 Gramm) und einer themengleichen Sonderbriefmarke, die beide vom Bundesfinanzministerium herausgegeben werden. Hieraus erstellt die Deutsche Post ein Numisblatt, in das sie die Münze und den Briefmarkenblock einbindet. Die Rückseite enthält Informationen zu den Hintergründen des jeweiligen Gedenkanlasses. Besonders stark im Wert stieg beispielsweise das im Februar 1997 herausgegebene erste Numisblatt zum Anlass des 500. Geburtstages von Philipp Melanchton.

 

 
Dieser Beitrag stammt von Dr. Jochen Dehio - Fachbuchautor des Buches "Gold oder Silber - wem gehört die Zukunft?".

Mehr zum Autor und dem Buch

 

[1] Für nähere Informationen zu Anlagemünzen vgl. Müller, J. (2007), Gewinnen mit Gold und Silber. Jochen Kopp Verlag, Rottenburg: S. 62ff. und 175ff.

[2] Für nähere Informationen zu Investitionen in Barren vgl. Müller, J. (2007), Gewinnen mit Gold und Silber: S. 72ff.

 

Fortsetzung des Grundlagenwissens Gold und Silber

Entstehung, Vorkommen und Förderung


Geschichte von Edelmetallen als Währung


Angebot, Nachfrage und Bestände


Historische Wertentwicklung


Prognose für die zukünftige Wertentwicklung


Investitionsmöglichkeiten


Zusammenfassung