Denkfabrik Schuldenabbau

11.12.2017 06:15  Von:: Sandra

Der Schuldenabbau vieler Staaten in Europa kommt trotz Niedrigzinspolitik einfach nicht voran. In den vergangenen zehn Jahren ist die Schuldenbelastung sogar weiter gestiegen, einige Staaten gelten gar als überschuldet. Die europäische Denkfabrik „France Stratégie“ hat nun außergewöhnliche Vorschläge für den Schuldenabbau gemacht. Selbst Enteignungen schließen die Vordenker nicht mehr aus. 

Staatsschulden wachsen stetig weiter

Die Staatsschulden vieler europäischer Länder haben in den vergangenen Jahren Rekordstände erreicht. Zinsbelastung und Schuldenabbau sorgen nicht selten für eine wirtschaftliche Belastung, die nicht nur die Denkfabrik „France Stratégie“ beunruhigen. In einem Grundsatzpapier wurden nun Vorschläge unterbreitet, die die Staatsverschuldung senken und die Gemeinschaft in Europa stärken sollen. Die Verfasser weisen dabei ausdrücklich darauf hin, dass das Institut zwar dem französischen Premiers unterstellt ist, dies jedoch nicht als Position der Regierung angesehen werden kann. Präsident Macron jedoch begrüßt die Initiative, denn auch er will in Europa neue Wege gehen und schreckt dabei vor der Auflösung verhärteter Strukturen nicht zurück. 

Mit diesen Maßnahmen sollen laut „France Stratégie“ die Schulden in Europa reduziert werden:

1. Unterstützung von Ländern mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten
Länder, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, sollen von der Gemeinschaft der EU künftig noch besser unterstützt werden. So wären beispielsweise Ausgleichszahlungen reicher Länder an ärmere Staaten denkbar.

2. Zusätzliche Steuern auf Immobilienkapital
Durch Steuern auf Immobilienkapital könnte de facto sogar eine Enteignung stattfinden. Ist ein Staat verschuldet, soll er die Möglichkeit erhalten, Eigentümer von Bauflächen zu werden, hierfür könnte eine jährliche Steuer eingeführt werden.

3. EZB kauft Schulden von Mitgliedsländern
Um überschuldeten Mitgliedsländern zu helfen, könnte die EZB einen Teil der vorhandenen Schulden aufkaufen und die Schulden damit auflösen. Im Anschluss werden Sparmaßnahmen vereinbart, die umgesetzt werden müssen.
 

Ideen stoßen auf Widerstand

Die im Positionsbericht genannten Maßnahmen würden in erster Linie vermögende Menschen treffen, die über einen großen Immobilienbesitz verfügen. Auch in Frankreich selbst will Macron Immobilienbesitz stärker belasten, da dies weniger ins Gewicht fallen würde als eine reine Austeritätspolitik. Dennoch sprechen Wirtschaftszeitschriften wie das Handelsblatt von einer Provokation Europas sowie von „Schockmaßnahmen“. 

Klassische Sparmaßnahmen führen nur langsam zum Ziel

Der klassische Schuldenabbau, der mit einer Reduzierung der Budgets einhergeht, dauert schlichtweg zu lange. So sind die Auswirkungen klassischer Sparmaßnahmen erst nach 20-30 Jahren spürbar. Zeit, die die Eurozone in ihrer jetzigen Situation nicht hat. Hier tut sich jedoch aktuell wenig. Es heißt wohl also weiterhin: Abwarten und Gold und Silber kaufen. 



Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zur Bearbeitung meiner Anfrage gespeichert werden. Ich kann meine Einwilligung jederzeit per E-Mail an datenschutz@goldsilbershop.de widerrufen.