Ist die EZB Politik die neue Tulpenzwiebelblase?

13.05.2017 11:15  Von:: Markus Blaschzok

In dieser Woche war der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi in den Niederlanden und musste sich den Fragen von Reportern und Politikern stellen. Anstatt einer herzlichen Begrüßung, belanglosen Fragen und einem Abendbankett, gab es verhältnismäßig harsche Angriffe gegen seine expansive Geldpolitik. Ein Mitglied der Christlich Demokratischen Partei fragte ihn beispielsweise: „Sie glauben immer noch, dass das QE-Programm voll im Rahmenwerk der EZB ist und dass Sie keine Staatsfinanzierung betreiben, obwohl Sie bis Ende des Jahres 2,5 Billionen Euro an Schulden aufgekauft haben werden?“ Damit traf der Fragesteller den Nagel auf den Kopf, denn natürlich handelt es sich um eine Finanzierung der Staaten und insbesondere um eine Rekapitalisierung des überschuldeten Bankensystems auf Kosten der Steuerzahler. Draghi verteidigte natürlich die Entscheidungen der EZB und erteilte Forderungen nach einem baldigen Ende der expansiven Geldpolitik eine Absage. Er sagte hingegen, dass der Geldstimulus weiter benötigt würde, um Inflationsdruck aufzubauen. Es geht natürlich nur um die Umschuldung innerhalb des Fiat-Money Systems und nicht um eine abstrakte Inflationssteuerung, die letztlich nur eine lächerlich absurde Entschuldigung für die Inflationspolitik ist. Inflation ist immer und zu jeder Zeit schlecht für Volkswirtschaften und hat keinerlei Nutzen, was immer mehr Politiker und Journalisten in Europa beginnen zu verstehen. Einzig das Vermögen der kleinen Sparer und deren Altersvorsorge wird abgesaugt und auf die Konten des Staates und der Banken umgebucht. Dies geschieht über Inflation, sodass der deutsche Michel nominal zwar immer noch die gleiche Summe auf seinem Sparbuch und seinem Rentenbescheid hat, doch dieses Geld seinen Wert und seine Kaufkraft verloren hat. Real wird er also bestohlen und die Altersarmut, die immer stärker um sich greift, ist eine direkte Folge dieser unmoralischen Politik der EZB.
 
Der folgende Chart zeigt die Bilanzen der Notenbanken Japans, Europas und der USA. Die Bilanzsumme ist aufgrund der Ankäufe von Schulden durch die EZB über frisch gedrucktes Geld jetzt sogar erstmals größer, als jene der USA sowie die der Bank von Japan. Die Bilanzsumme der EZB hat sich in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt, was am Ende des Tages einer Halbierung der Kaufkraft des Euros gleichkommen wird. Noch schlägt die Inflation nicht vollends auf die Teuerung durch, da die Transmissionsprozesse einige Zeit benötigen, um auf die Preise wirksam zu werden.

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Die lockere Geldpolitik der EZB überflügelt jene der FED und der BoJ.
 
Obwohl die EZB die Bilanzsumme verdoppelt hat und weiterhin Geld druckt, während die US-Notenbank FED im Moment eine Pause einlegt, hat der Euro in den letzten beiden Jahren zum Dollar gerade einmal 21% verloren. Hier ist also noch jede Menge Abwertungspotenzial zum Dollar vorhanden, was sich auch in der angespannten Situation am Terminmarkt zeigt. Hier sitzen die Spekulanten längst wieder einseitig auf der Käuferseite, was ein Kontraindikator und ein deutliches Warnsignal für eine weitere Abwertung des Euros ist. Man muss sich also auf eine weitere Abwertung des Euros gefasst machen und für diesen Fall vorbereiten.

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Der Euro verliert durch die EZB immer weiter zum Dollar.
 
Folgender Chart zeigt die Ausweitung der Geldmenge M1 im Euroraum und die Entwicklung des Goldpreises in Euro. Hierbei zeigt sich klar der positive Zusammenhang zwischen dem Drucken neuen Geldes aus dem Nichts durch die EZB und dem Anstieg des Goldpreises in Euro. Umso mehr Geld die EZB druckt, desto wertloser wird der Euro et vice versa umso höher steigt der Goldpreis. Wer die immer wertloser werdenden Euros gegen die Weltwährung Gold getauscht hat, konnte die Kaufkraft seiner Ersparnisse und seiner Altersvorsorge bewahren.

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Je mehr Geld die EZB druck, desto weiter steigt der Goldpreis. 

Tulpenzwiebeln für Draghi 

Noch ist es zum Handeln nicht zu spät, denn wie Draghi in den Niederlanden in dieser Woche ankündigte, ist ein Ende der billigen Geldpolitik noch weit entfernt. Peter Duisenberg – der Sohn des ersten EZB-Präsidenten Wim Duisenberg – gab Draghi eine kleine Tulpenpflanze zum Abschluss der Konferenz. Diese solle der EZB-Chef doch vor seinen Konferenzen ansehen und sich an die große Tulpenzwiebelblase des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden erinnern, die als Mutter der Spekulationsblasen gilt. Das Platzen der damaligen Blase stürzte die Niederlande in eine Krise, von der sich das Land Jahrzehnte später noch nicht erholt hatte. Damit zieht Duisenberg Parallelen zu der aktuellen Politik der EZB, die voraussichtlich ebenfalls in einer verheerenden Krise enden wird.

Der Chart der Bilanzsumme der EZB ähnelt zumindest schon sehr dem damaligen Verlauf während der Tulpenzwiebelblase. Es ist klar, dass es kein Entrinnen mehr für die EZB gibt. Die Zinsen werden am Ende des Tages steigen, die Wirtschaft kollabieren und die Notenbanken genötigt sein immer mehr Geld zu drucken, um Staat und Bankensystem mit immer mehr und immer wertloserem Baumwollgeld zu versorgen. Der Goldpreis wird dann gegen den dann wertlosen Euro durch die Decke schießen – und Gnade jenen, die dann kein Gold und Silber zu ihrem finanziellen Schutz besitzen.



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