Notenbanken auf dem Rückzug – Goldbullen starten durch

30.01.2019 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Nicht nur die EZB hat wieder günstige Kredite für die Banken in der Eurozone diskutiert, sondern auch China hat vergangene Woche eine eigene Art eines Quantitative Easing an den Start gebracht, um die strauchelnde Wirtschaft und das Bankensystem am Laufen zu halten. Die People’s Bank of China (=PBoC) ermutigte Geschäftsbanken unbefristete Kredite zu vergeben. Weiterhin plant die PBoC eine weitere Senkung der Mindestreservequote um 100 Basispunkte, nachdem diese im vergangenen Jahr bereits um 250 Basispunkte reduziert wurde. Damit erhöht sich der Hebel, mit dem die Banken Geld zu niedrigen Zinsen aus dem Nichts erzeugen und in die Wirtschaft pumpen können. Das Ergebnis dieser Politik ist jedoch nur das Verschieben einer Rezession, was man mit einer Reduzierung der Eigenkapitalquote der Banken erkauft, die somit anfälliger für Krisen werden. Künftige Rezessionen werden dafür umso stärker ausfallen. Diese Art der Politik nimmt am Ende des Tages immer einen katastrophalen Ausgang und führt zu einer Entwertung der Fiat Währungen.

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Auch der Goldpreis in chinesischen Yuan steigt seit Monaten wieder.

Der IWF schlägt unterdessen Alarm und sieht einen konjunkturellen „Abschwung früher als erwartet“. Es gebe zahlreiche Risiken und „wenn der Abschwung kommt, dann sind die meisten Länder schlechter gerüstet als zehn Jahre zuvor.“ Der Ifo-Geschäftsklima Index für Deutschland sank von 101 auf 99,1 Punkte, womit die Stimmung in den Chefetagen so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr ist. Auch die deutsche Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr kräftig nach unten korrigiert. Bisher erwartete man ein Wirtschaftswachstum von 1,8 % für 2019. Diese Prognose wurde nun auf 1 % reduziert. Die Bundesregierung ist sich scheinbar bewusst, dass die Rezession aufzieht, wobei man sich sicher sein kann, dass Regierungsprognosen immer noch geschönt sind. In Japan flog vergangene Woche die Regierung mit der Manipulation ihrer Statistiken auf, nachdem die geschönten Zahlen für die Märkte nicht mehr glaubwürdig waren. Der Arbeitsminister konstatierte, dass die Lohnsteigerungen von 2012 bis 2018 zu hoch ausgewiesen wurden, wie beispielsweise im letzten Jahr um 0,7 %. Tokio gab nun zu, dass 40 % der Wirtschaftsdaten „Fake News“ seien. Unserer Meinung nach wird auch diese Aussage nicht ganz korrekt sein...

Wir kritisieren seit langer Zeit, dass die offiziellen Inflationsraten in den USA und Europa politisch motiviert zwischen 5 % und 7 % zu niedrig ausgewiesen werden, um die Märkte zu stabilisieren, während die Finanzielle Repression das System am Laufen hält.

Angesichts der sich eintrübenden Konjunkturlage und den Schritten zu einer lockereren Geldpolitik in Europa und China, verwundert es nicht, dass es mittlerweile auch Hinweise seitens der FED gibt, dass das QT-Programm, mit dem den Märkten aktuell monatlich 50 Mrd. Dollar entzogen werden, früher enden könnte, als erwartet. In 2018 sagte die FED noch, dass das QT wie geplant weitergehen würde, um am 4. Januar zu verkünden, dass man flexibel sei. Nun scheint das QT Programm reduziert zu werden.

Die Märkte reagierten auf die Aussagen der Notenbanken euphorisch. Die amerikanischen Aktienmärkte halten sich nach der deutlichen Erholung auf hohem Niveau in der neutralen Zone. Auch die Edelmetallpreise konnten zum Wochenschluss noch einmal kräftig zulegen, was die logische Konsequenz aus einer Ankündigung einer lockereren Geldpolitik ist. Wie oft wiederholt in den letzten Monaten, werden smarte Investoren sofort Edelmetalle akkumulieren, wenn die Notenbanken nur Hinweise auf eine wieder lockere Geldpolitik geben. Dies könnte alle Prognosen, die wir bis dato hatten ,für die kommenden Monate deutlich nach oben korrigieren.

Die Minenaktien konnten mit dem Anstieg des Goldpreises zum Ende der letzten Woche auch noch einmal deutlich zulegen, wobei dem HUI ein Sprung bis auf 160 Punkte und dem XAU-Minenindex bis auf 71 Punkte gelang. Der XAU hatte erst kürzlich den Aufwärtstrend gebrochen und war im Begriff einzubrechen, was durch die Meldungen seitens der Notenbanken in der letzten Woche bisher verhindert wurde.

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Gold konnte Ende vergangener Woche deutlich zulegen.



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