Notenbanken und die Wurzel aller Wirtschaftskrisen

29.09.2018 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Die US-Notenbank (FED) hat in dieser Woche zum achten Mal seit Ende 2015 den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25% angehoben. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei unter 4% und die US-Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr annualisiert um 4,2%, was Raum für einen weiteren Zinsschritt auf 2,5% im Dezember gibt, der bereits von den Märkten erwartet wird. Die offizielle Teuerung liegt bei 2,95%, wobei die zehnjährigen Staatsanleihen bei 3,06% notieren. Nach der inoffiziellen alten Berechnungsmethode von 1980 – liegt die Teuerung jedoch bei 10,4%, weshalb das Gesamtbild täuscht und die Realverzinsung gemäß 1980er Berechnung mit -7,5% in Realität deutlich negativ ist. Aufgrund der in der sukzessive erfolgten Datenerhebungsmodifikation begründeten Täuschung preisen die Märkte dies nicht ein und so baut sich im Hintergrund immer mehr Abwertungsdruck beim Dollar und Aufwertungsdruck beim Gold auf, der sich letztlich irgendwann in plötzlich stark steigenden Edelmetallpreisen entladen wird.

Seit der US-Zinsanhebung hat der US-Dollar stark aufgewertet, wobei der Euro um zwei US-Cent von 1,18$ auf unter 1,16$ gefallen ist. Die Edelmetalle kamen kurzzeitig unter Druck und mussten deutlich abgeben nach der US-Notenbanksitzung. Seither halten die Edelmetalle sich jedoch stark und steigen auf Eurobasis bereits wieder an. Nach vier der letzten sieben Leitzinserhöhungen kam es kurz danach zu einem deutlichen Anstieg der Edelmetallpreise. Da das Setup historisch gut ist, erwarten wir nach dem aktuellen kurzen Rücksetzer, dass die Edelmetalle ihre Widerstände überwinden und neue Kaufsignale erzeugen werden.

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Die US-Notenbank hat ihren Leitzins zum achten Mal auf aktuell 2,25% angehoben.

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Die offizielle US-Arbeitslosenquote ist so niedrig wie zur Jahrtausendwende.

Mit dem Mythos, die Zinspolitik hätte das Ziel eine vermeintliche Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern, versucht man das zentralistische Fiat-Geldmonopol sowie die Geldpolitik der staatlichen Zentralbanken dem ökonomischen Laien als notwendig und nettowohlfahrtsfördernd zu verkaufen. Diese ständig wiederholte falsche Behauptung enthält die geballte Propagandakunst schreckenerregende Fake News.

Die Wahrheit könnte nicht gegensätzlicher als die veröffentlichte Meinung sein.

  • Die ungedeckte Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken ist als die zentrale Ursache aller Wirtschaftskrisen zu sehen. Dank des staatlichen Privilegs der Geldschöpfung schaffen Banken Kredite aus dem Nichts, blähen die umlaufende Geldmenge künstlich auf und senken dadurch den Marktzins. Dieser künstlich niedrige Marktzins sorgt für Fehlentwicklungen in der Wirtschaft, die langfristig nicht nachhaltig sind. Findet der Zyklus der Kreditexpansion nach einigen Jahren sein natürliches Ende, kommt es zu einer Lawine an Kreditausfällen und einer Kontraktion der Geldmenge, was Zinsen steigen lässt und noch mehr unrentable und überschuldete Unternehmen in den Konkurs schickt. Alle konjunkturellen Auf- und Abschwünge, Boom- und Bustphasen sowie alle Rezessionen haben ihren Ursprung in der unredlichen Kreditvermehrung durch die Hausbanken.
  • Notenbanken wurden unter anderem auf Drängen der Geschäftsbanken in die Welt gesetzt, was auch die Entstehungsgeschichte der amerikanischen Notenbank (FED) 1913 überdeutlich vor Augen führt. Die Aufgabe der Notenbanken ist es, die größten und wichtigsten Banken während der Kreditkontraktion in der Rezession mit neu gedrucktem Geld zu retten und die Kosten dafür dem Steuerzahler aufzubürden. In der Regel geschieht dies über die Ausweitung der Zentralbankgeldmenge, mit dessen Hilfe man notleidende Banken rekapitalisiert und so vor dem Bankrott rettet. Die Rechnung erhält der Bürger dann über eine Entwertung seiner Ersparnisse durch die inflationäre Abwertung des staatlichen Papiergeldes.

Hätten Notenbanken wirklich ein Interesse an einer stabilen und prosperierenden Wirtschaft, würden sie sich selbst abschaffen. Hätten Staaten ein Interesse an einer stabilen und prosperierenden Wirtschaft, würden sie das staatliche Geldmonopol auflösen und einen freien Währungswettbewerb zulassen. Notenbanken und Staaten leben seit dem Mittelalter in einer Symbiose mit dem Ziel der eigenen Vorteilnahme auf Kosten der breiten Bevölkerung. Geschäftsbanken können so ohne Risiko ihre Einnahmen vervielfachen und Regierungen über die Inflationssteuer einen starken tiefen Staat, Kriege sowie einen vermeintlichen Wohlfahrtsstaat finanzieren.

In diesem Zusammenhang ist das nachfolgende Zitat von Thomas Jefferson sehr aufschlussreich

„Sollte das amerikanische Volk je zulassen, dass private Banken erst durch Inflation, dann durch Deflation die Kontrolle über die amerikanische Währung erobern, werden die Banken und die in ihrem Umfeld entstehenden Unternehmen… die Menschen all ihres Reichtums berauben, bis ihre Kinder eines Tages auf dem Kontinent, den ihre Väter erobert haben, ohne ein Dach über dem Kopf aufwachen… Die Macht, Geld in Umlauf zu bringen, muss den Banken entrissen und an das Volk zurückgegeben werden, dem sie von Rechts wegen zusteht.“

Thomas Jefferson, 3. Präsident der USA im Jahre 1809

Leidtragende dieses staatlichen Geldsystems sind allen voran jedoch die Ärmsten der Bevölkerung, da gerade diese nicht von der Inflation profitieren können. Als Letztempfänger des neuen Geldes leiden sie am stärksten unter gestiegenen Preisen und eine Kapitalbildung ist gerade für Geringverdiener durch die ständige Entwertung der Ersparnisse unmöglich geworden, was letztlich zu grassierender Altersarmut führt. Ironischerweise neigen gerade die Ärmsten der Bevölkerung dazu, den Wohlfahrtsstaats- und Umverteilungsbefürwortern mit ihren Heilversprechen zu folgen, ohne zu verstehen, dass gerade diese sie hinterrücks in die Armut getrieben haben.

Eine stabile und ständig wachsende Volkswirtschaft ohne Rezessionen, die nachhaltig ein Mehr an Wohlstand und technologischem Fortschritt schafft und dabei Armut größtenteils beseitigt, ist möglich, wenn sich der Staat aus der Wirtschaft weitestgehend zurückzieht und die Menschen wieder frei schaffen und handeln lässt.

Rohöl – der Sündenbock einer neuen Krise

In den siebziger Jahren musste der gestiegene Rohölpreis als Sündenbock für die Stagflation herhalten. Eine Stagflation ist eine Rezession, die anstatt von einer Deflation, wie es im Goldstandard üblich war, von einer Inflation begleitet wird. Das Phänomen der Stagflation gibt es erst seit den siebziger Jahren und war Ökonomen davor unbekannt, da der Gold-Devisenstandard erst 1971 aufgelöst wurde.

Aktuell mehren sich die Stimmen in den Medien, die vor einem starken Ölpreis warnen, der eine Rezession auslösen könnte. Auch das ist argumentativ völlig falsch, da der gestiegene Rohölpreis nur ein Symptom der Stagflation aufgrund der Abwertung der Währung ist und nicht die Ursache. Man versucht den Menschen wieder einen Bären aufzubinden und womöglich wird man in der kommenden Stagflation den Bürgern wieder versuchen Sonntagsfahrverbote als vermeintliche Lösung gegen die Wirtschaftskrise durchzusetzen, so dumm es sich auch anhören mag.

Der Rohölpreis wird aktuell vor allem durch die baldigen Sanktionen gegen den Iran nach oben getrieben. Es ist schwer Irans Rohölexporte über Sanktionen zu reduzieren, ohne dabei auch den Rohölpreis anzuheben. Saudi Arabien will in den nächsten Monaten mehr Rohöl auf den Markt werfen, um einen Rückgang der iranischen Rohölproduktion zu kompensieren. Die US-Regierung stellte klar, man werde die staatseigenen Rohölreserven nicht anzapfen, um einen Preisschock durch die Iran-Sanktionen zu kompensieren. Trump forderte vom Königreich den heiß gelaufenen Rohölpreis abzukühlen, indem man mehr produziert. Indien plant unterdessen weiterhin Irans Produktion zu kaufen. Der Iran entgegnete Trump, er solle aufhören sich in den Mittleren Osten einzumischen, wenn er billiges Rohöl wolle. Die OPEC hat sich vorgenommen den Rohölpreis zu stabilisieren, doch sind ihre Möglichkeiten aufgrund mangelnder freier Kapazitäten begrenzt. Bei dem aktuell hohen Rohölpreis wird die Schieferölproduktion in den USA stark ausgeweitet. Sobald die Ausfälle aus der iranischen Produktion durch neue Kapazitäten ergänzt wurden, droht dem Iran schlimmstenfalls gar ein militärischer Konflikt, da dessen Rohölproduktion wie ein Schutzschild auf ihn wirkt. Ein Angriff auf den Iran ohne Ersatzproduktion hätte das Potenzial einer Explosion des Rohölpreises zur Folge gehabt, die Rezessionen und Unruhen in den westlichen Volkswirtschaften hervorrufen hätten können, weshalb man bisher diesen Schritt noch nicht erwogen hat. Real im Vergleich zum Goldpreis scheint der Rohölpreis mit nur 1,9 Gramm Gold je Fass hingegen fair bewertet und überhaupt nicht teuer zu sein.

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Der Rohölpreis nähert sich dem Hoch von 2014.

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Rohöl ist zum Goldpreis aktuell bei 70$ fair bewertet.



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