Palladium mit +27% in nur fünf Wochen

25.09.2018 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Seit Mitte August stieg der Palladiumpreis um 27% auf aktuell 1.061$ je Feinunze an. Mit dem Ausbruch über seinen Abwärtstrend am 17. August kam das klare taktische Kaufsignal für Palladium, das seither kein Halten mehr kennt und immer weiter ansteigt. Damit ist Palladium nur noch 70$ von einem neuen Allzeithoch entfernt. Die relative Stärke am Terminmarkt zeigte frühzeitig, dass es bis Jahresende wahrscheinlich das Stärkste aller vier Edelmetalle sein würde. Anfang August schrieben wir, dass wir uns neue Allzeithochs aufgrund der fundamentalen Stärke noch in diesem Jahr vorstellen könnten, was nun bereits in greifbare Nähe gerückt ist.

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Der Palladiumpreis stieg in den vergangenen fünf Wochen um 27% an.

So bullisch wir auf kurzfristige Sicht für Palladium auch waren, so skeptisch sind wir auf langfristige Sicht von mehreren Jahren bis zu einem Jahrzehnt für dieses Metall. Zum Gold notiert das Ratio von Palladium auf dem historisch hohen Niveau von 0,87 und das Ratio von Platin zum Palladium ist fast auf den tiefsten Stand in der Geschichte gefallen. Dies bedeutet, dass Palladium langfristig betrachtet aktuell sehr teuer ist im Vergleich zu Gold oder Platin. Langfristig orientierte Investoren sollten daher Palladium in einem gut diversifizierten Edelmetalldepot eher niedrig gewichten und dafür relativ mehr Platin beimischen.

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Langfristig betrachtet ist Palladium aktuell sehr teuer zu den anderen Edelmetallen.

Die anderen Edelmetalle stehen kurz vor dem Sprung

Platin hatte vor einer Woche ein Kaufsignal erzeugt, als es über den Abwärtstrend gesprungen war. Womit es das Zweite der vier Edelmetalle ist, das ein prozyklisches Signal zum Kauf an die Händler sandte. Nach einem Anstieg von 4% hat es an dem nächsten Widerstand bei 840$ nun eine Verschnaufpause eingelegt. Diese Pause dürfte enden, sobald der Goldpreis über 1.215$ ansteigen und Silber seinen Abwärtstrend überwinden kann.

Der Goldpreis stand am Freitagnachmittag bereits bei 1.211$ und war im Begriff den Widerstand zu knacken, als plötzlich Verkaufsdruck aufkam. Kurze Zeit später wurde eine große Menge von 10.000 Gold-Futures verkauft, die den Preis exakt bis an die Unterstützung bei 1.192$ drückten. Da der letzte CoT-Report zeigte, dass die manipulative Positionierung am Goldmarkt das niedrigste Niveau seit Mitte 2015 erreichte, gehen wir aktuell davon aus, dass die große Verkaufsorder am Freitagnachmittag nicht das Ziel hatte den Preis unten zu halten, sondern es sich hier womöglich um das klassische Abfischen von zittrigen Händen handelte. Womöglich rechnen ein oder mehrere große Spieler damit, dass der Goldpreis in Kürze nach oben aus der Handelsspanne ausbrechen wird, weshalb man kurz auf dem Preis draufschlug, um Stop Loss Orders auszulösen und so günstig die Kontrakte der Kleinspekulanten einsammeln zu können.

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Die Manipulation im Gold wurde komplett zurückgefahren, was taktisch immer ein gutes Setup war.

Aufgrund der historisch einmalig guten CoT-Daten ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Gold und Silber bald den Platinmetallen folgen und auch ihre Abwärtstrends überwinden werden.

Ein Wermutstropfen ist in der relativen Schwäche des Goldpreises zu finden. Während Palladium und Platin zuletzt ein Eigenleben entwickeln konnten, zeigen sich Silber und Gold sehr schwach bisher. Silber gelang es trotz eines schwächeren Dollars nicht über 14,40$ anzusteigen und Gold in Euro fiel sogar deutlich um 15€, während der Goldpreis in USD auch leicht abgeben musste.

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Obwohl der US Dollar in den letzten Handelstagen schwach war, konnte der Goldpreis in USD davon nicht profitieren.

Weitere Mahnungen vor einer neuen Krise

Notenbanksitzung am Mittwoch - weitere Mahnungen vor neuer Krise

Womöglich werden Gold und Silber erst nach der am Mittwochabend stattfindenden Notenbanksitzung in die Gänge kommen und von den Toten zurückkehren. Die Märkte rechnen mit einer weiteren Zinsanhebung um 25 Basispunkte auf 2,25%, da die Wirtschaftsdaten in den USA gut, die Arbeitslosenquote niedrig und die offizielle Teuerung mit 2,95% relativ hoch ist, wobei ich nur immer wiederholen kann, dass die reale Teuerungsrate nach der Berechnungsmethode von 1980 etwa 7,5% höher liegt.

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Die US Notenbank folgt mit den Leitzinsen der steigenden Teuerung.

Nach den letzten Zinsanhebungen kam es zumeist zu einem Anstieg der Edelmetallpreise, was grundsätzlich ein Widerspruch zu sein scheint, sich jedoch daraus erklärt, dass die Zinsanhebungen bereits eingepreist waren. Die Edelmetalle stehen daher womöglich vor dem Start einer neuen Rallye, die in dieser Woche am Mittwochabend um 20 Uhr mit der Notenbanksitzung eingeläutet werden könnte.

Warum man langfristig sein Vermögen in Edelmetallen sichern sollte, zeigt eine Warnung der Großbank Goldman Sachs, die eine Kreditausfallwelle in Höhe von 1,3 Billionen Dollar an Unternehmenskrediten kurz bevorstehen sieht. Nach Goldman Sachs sollen es in der nächsten Krise, 10 Jahre nach Lehman, nicht die Banken, sondern die Unternehmen sein, die als erstes über den Jordan gehen. Auslöser dieser Krise sollen steigende Zinsen sein, die in den nächsten Jahren die Unternehmen zunehmend unter Druck bringen würden.

Wovon Goldman Sachs hier spricht, ist der klassische Konjunkturzyklus, den einzig die Österreichische Schule der Nationalökonomie zu erklären vermag. Die künstlich niedrigen Zinsen durch die Kreditgeldschöpfung im Bankenkartell lässt eigentlich unrentable Unternehmen überleben, ganze Sektoren durch Blasenbildung neu entstehen und sich vervielfachen, und erlaubt unrentablen Unternehmungen einen Marktzutritt. Seit 2008 sind es diesmal ausnahmsweise jedoch nicht die Geschäftsbanken, die mit ihrem neu geschaffenen Geld die Zinsen drücken, sondern die Notenbanken mit ihren Rettungsprogrammen. Letztlich werden früher oder später die Zinsen entweder durch einen Anstieg der Risikoprämie in einer Deflation oder durch einen Anstieg der Inflation in einer Stagflation, wieder steigen und dies eine unausweichliche Vernichtung aller unrentabler Unternehmungen erzwingen und so eine Rezession oder gar eine Depression vom Zaun brechen.

Die Tragik dabei ist, dass eigentlich vernünftig und rentabel wirtschaftende Unternehmungen bei diesem Sturm auch mit in den Abgrund gerissen werden. Insgesamt entsteht durch die Kreditgeldschöpfung eine derart große Vernichtung von Kapital und Nettowohlfahrt, dass man die gepriesen günstigen Kredite der Geschäftsbanken klar als größter Vernichter von Wohlstand und Kapital anprangern und verteufeln muss. Banken heben gerne hervor, dass sie durch die Schöpfung von Fiat-Money im Giralgeldsystem die Wirtschaft mit günstigen und nötigen Krediten versorgen würden, was nicht ferner von der Wahrheit entfernt sein könnte.

Steigende Zinsen können auch den europäischen Nationen gefährlich werden, da diese ihre Verschuldung seit 2008 nicht etwa verringert, sondern bis heute massiv ausgeweitet haben. Die Verschuldung Griechenlands stieg von 110% des Bruttoinlandsproduktes auf 178% in 2017 an, Italiens explizite Verschuldung stieg von 102% auf 132%, Portugal von 71% auf 125% und Spaniens Staatsverschuldung stieg von 39% auf 98% an. Zusammengefasst stieg die Staatsverschuldung im Euroraum von 68,7% auf 86,7% Ende 2017 an, was deutlich zeigt, dass sich in Europa nichts seit der Krise von 2008 verbessert hat.

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Die reale Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt in der EU ist heute deutlich höher als in 2008.

Hervorzuheben ist Island, welches die Schulden der Banken nicht dem Steuerzahler sozialistisch auf die Augen drückte, sondern die Banken selbst für ihr eingegangenes Risiko haften ließ und somit den marktwirtschaftlichen Weg einschlug. Islands Staatsverschuldung zum BIP lag in 2008 bei 67% und sank bis heute auf nur 42%. Island ging als einzige Nation den richtigen sowie rechten Weg und brachte Risiko und Haftung in Einklang. Da Europa nicht diesen, sondern den linken sozialistischen Weg ging, haben die Banken die künstlich niedrigen Zinsen genutzt, um wieder Fiat-Kredite ohne Risikovorsorge an Jedermann zu vergeben, was wiederum neue Blasen schuf, die nun vor dem Platzen stehen.

Die westlichen Volkswirtschaften befinden sich in dem zweitlängsten Konjunkturaufschwung seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, bei historisch hohen Schulden, zu historisch niedrigen Zinsen und historisch einmaliger Spaltung der Gesellschaft. Die Basis für den perfekten Sturm ist gelegt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser in bisher nie dagewesener Stärke die Weltwirtschaft heimsuchen wird. Die aktuell taumelnden Schwellenländer sind die ersten Gewitterwolken, die einen Sturm ankündigen. Die Notenbanken werden nicht zögern, die Druckerpressen wieder anlaufen zu lassen, um den Euro zu entwerten und so die hochverschuldeten Banken und die hochverschuldeten Staaten zu rekapitalisieren. Bürger und Unternehmen werden dabei die Leidtragenden sein, die diese Zeche letztlich bezahlen müssen. Schützen Sie Ihr Vermögen, indem Sie in Edelmetalle, allen voran Gold und Silber investieren!



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