Rezessionssorgen – Trump mit dem Rücken zur Wand

25.08.2018 06:00  Von:: Markus Blaschzok

Das Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der US Notenbank hatte in dieser Woche neue Hinweise auf eine weitere Zinsanhebung schon im kommenden Monat geliefert. Dies führte sofort zu einer erneuten Dollarstärke, worauf der EUR/USD an dem Widerstand bei 1,16$ scheiterte und der Euro wieder zur Schwäche neigte. Die US Notenbank hatte seit 2016 bereits siebenmal ihren Leitzins angehoben. Im neuen Protokoll der Sitzung weist sie wieder auf den robusten Arbeitsmarkt sowie die gute wirtschaftliche Entwicklung bei relativ hoher Teuerung hin, was das perfekte Umfeld für Zinsanhebungen ist. Die Märkte rechnen nun damit, dass die FED wieder Wort halten und die Zinsen noch zweimal um jeweils 25 Basispunkte in diesem Jahr anheben wird. 

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Die US Notenbank hat seit 2016 sieben Mal den Leitzins angehoben und plant zwei weitere Zinsanhebungen für 2018.

US Präsident Trump bereitet die Geldpolitik der FED zunehmend Kopfschmerzen, da deren Zinsanhebungen womöglich eine Rezession auslösen könnten. Der inflationsinduzierte Konjunkturaufschwung ist mit 110 Monaten der zweitlängste seit dem zweiten Weltkrieg und die Hausse am US Aktienmarkt ist die längste in der amerikanischen Geschichte. Eine Rezession und ein Einbruch am Aktienmarkt wären statistisch jederzeit möglich, was der Popularität des amtierenden Präsidenten schaden würde. Trump hatte die Lorbeeren für die gute Wirtschaftsentwicklung für sich und seine Wirtschaftspolitik beansprucht, womit man ihm letztlich auch die Schuld geben wird, sobald die Wirtschaft in eine Rezession abrutscht. Noch im Wahlkampf argumentierte Trump diametral gegensätzlich. Damals sah er in dem Konjunkturaufschwung noch eine Blase, die durch das Drucken von Geld geschaffen wurde. Trump ist sich dieser brenzligen Situation also sehr wohl bewusst und versucht den konjunkturellen Aufschwung noch bis nach den nächsten Wahlen zu verlängern. Dazu senkte er Steuern und deregulierte die Bürokratie, was der US Wirtschaft in der Spätphase des Konjunkturaufschwungs noch einmal neuen Schub gab.

In der Geschichte folgten Zinsanstiegen stets auch Rezessionen, weshalb Trump die US Notenbank in dieser Woche für ihr Vorgehen kritisierte. Führt die FED ihren geldpolitischen Kurs fort, so liegen das Ende der Aktienhausse und eine Rezession wohl nicht mehr weit in der Zukunft. Trumps Wiederwahl könnte davon abhängen.

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Auf Zinsanhebungen folgen in der Regel Rezessionen im Teilreservesystem.

Trump wurde zu einem schlechten Zeitpunkt Präsident, da die Fehlallokationen, die letztlich zur Rezession führen werden, bereits während der Amtszeit seines Vorgängers, Barack Obama, durch die künstlich niedrige Geldpolitik verursacht wurden. Trump wurde für seine Kritik an der Geldpolitik der FED kritisiert, doch war es die US Notenbank, die mit ihrer billigen Geldpolitik Obama eine zweite Amtszeit ermöglicht hatte. Die US Notenbank hatte Obama unterstützt, während sie nun Präsident Trump ein Bein stellt und die Zinsen immer weiter anhebt, bis die neue Krise ausbrechen wird.

Manche Marktbeobachter glauben, dass Trump eine Gesetzeslücke nutzen und einen Nationalen Notstand ausrufen könnte, der es ihm erlaubt, staatliche Fonds und die FED anzuweisen, staatliche Schulden aufzukaufen und den Dollar zu schwächen, was die Zinsen noch einige Zeit niedrig halten würde. Womöglich könnte er so den Aufschwung noch in eine zweite Amtsperiode hinüberretten und so seine Wiederwahl sichern.

Sollte Trump so agieren, so wäre dies das Startsignal einer neuen Hausse. Eine neue Geldmengenausweitung würde sofort in einem steigenden Goldpreis eskomptiert werden. Dieser erneute staatliche Markteingriff wird letztlich dazu führen, dass die Marktzinsen inflationsinduziert ansteigen werden und es so mit etwas Verzögerung letztlich doch zur unausweichlichen Rezession kommt. Dieser Wirtschaftseinbruch könnte globale Ausmaße annehmen und weltweit werden die Notenbanken mit weiteren QE-Programmen und neuer Liquidität für das Bankensystem auf diese Krise reagieren. Trump steht mit dem Rücken zur Wand, da eine Rezession in den nächsten Jahren unausweichlich zu sein scheint. Sobald die US-Regierung eingreift oder die US-Notenbank auf eine Rezession reagiert, wird der Goldpreis explosionsartig eine neue Hausse starten und alle anderen Edelmetalle werden mit nach oben gehen. Eine Rezession ist nicht mehr weit entfernt und neue Gelddruckprogramme sind die logische Konsequenz. Nur Gold und Silber schützen dann vor einer schnellen Abwertung der Währungen, ähnlich in den siebziger Jahren, als der Goldpreis um über das Zwanzigfache anstieg.

Silber – das Teuerste unter den vier Edelmetallen

Smarte Anleger, die langfristig am Edelmetallmarkt investieren, haben immer die Ratios der vier Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium im Blick. Die Preise der Edelmetalle schwanken zueinander über die Jahre teilweise sehr stark. Die Geschichte zeigt, dass die Verhältnisse (Ratios) der einzelnen Edelmetalle zueinander immer wieder zu ihrem Mittelwert zurückkehren oder gar wie ein Pendel auf die Gegenseite ausschlagen.

Aus diesem Umstand kann man mit sehr geringem Risiko über viele Jahre sehr hohe Renditen erwirtschaften, indem man die relativ günstigen Edelmetalle in einem Edelmetalldepot übergewichtet und die relativ teuren Edelmetalle untergewichtet. Hält man beispielsweise eine feste Gewichtung in einem Edelmetalldepot, so wird sich auf lange Sicht die Rendite entsprechend der Preissteigerung der Edelmetalle entwickeln. Verringert man jedoch immer dann, wenn ein Edelmetall relativ teuer ist, dessen Anteil im Depot zugunsten eines Edelmetalls, das historisch relativ günstig ist, so lässt sich über 30 Jahre eine zusätzliche Rendite von mehreren Hundert Prozent erreichen.

Heute wollen wir einen Blick auf das Edelmetall Silber werfen, das aktuell sowohl zum Gold, sowie zum Palladium sehr günstig ist. Nur das zur Zeit ausverkaufte Platin, das auf den Tiefs des Jahres 2008 notiert, ist aktuell günstiger als Silber im langfristigen Vergleich.

Das Gold/Silber Ratio war in den vergangenen 20 Jahren nur dreimal so hoch, wie aktuell. Dies bedeutet, dass Silber im Vergleich zum Gold, relativ gesehen, aktuell sehr günstig gehandelt wird. Das Ratio dürfte langfristig mindestens wieder zu seinem Durchschnitt bei 60 fallen. Wir erwarten jedoch, dass das Ratio zum Ende der kommenden Hausse wieder auf 30 oder darunter notieren dürfte. In diesem Fall würde ein Investment in Silber ungefähr dreimal so viel Rendite abwerfen wie der Goldpreis. Deshalb empfiehlt es sich aktuell in einem langfristig ausgerichteten Edelmetalldepot mehr Silber als Gold zu halten, um eine Outperformance des Edelmetalldepots zu erreichen.

Beim Palladium/Silber Ratio war Silber bisher nur einmal so günstig, wie aktuell bzw. Palladium so teuer zum Silber. Zur Jahrtausendwende wurde Palladium stark nachgefragt und so kam es zu einer Preisexplosion, während der Silberpreis ein historisches Tief erreichte. Die aktuelle Situation scheint ähnlich zu sein und eine Rezession womöglich in den kommenden 18 Monaten bevorzustehen. Das Ratio von Palladium zu Silber könnte dann wieder auf 15 fallen, was bedeutet, dass Silber etwa viermal besser performen dürfte auf Sicht der kommenden zehn Jahre als Palladium.

Einzig Platin, das aktuell völlig ausverkauft ist, scheint mit einem Ratio von 53 aktuell günstiger zu sein als Silber. Es empfiehlt sich daher in einem langfristig ausgerichteten Edelmetalldepot aktuell Gold und Palladium geringer zu gewichten und in Silber sowie Platin hingegen überproportional zu investieren. 

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Mit einem Gold/Silber Ratio von über 80 ist Silber relativ so günstig, wie nur selten in der Geschichte.

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Palladium ist auch relativ teuer zum Silberpreis und Silber ist günstig im Vergleich zum Palladium

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Platin ist das einzige der vier Edelmetalle, das aktuell relativ günstiger zu sein scheint als Silber



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