Thanksgiving – Privateigentum und die Unmöglichkeit der Gemeinwirtschaft

23.11.2018 13:00  Von:: Markus Blaschzok

Am vergangenen Donnerstag waren die Börsen in den USA geschlossen, da die Amerikaner „Thanksgiving“, das wichtigste Familienfest des Jahres, feierten. Im Mittelpunkt steht ein großes Essen mit der Familie, Freunden und Gästen. Man erinnert an die Hilfe der Indianer, die der britischen Kolonie Plymouth Essen gaben, um diese vor dem Hungertod zu bewahren. Dieser Mythos ist jedoch weit von der historischen Realität entfernt. Thanksgiving ist in Wahrheit ein Sieg der Freiheit und der Marktwirtschaft über die Unfreiheit und die Gemeinwirtschaft.

Die ersten beiden britischen Kolonien in der neuen Welt waren Jamestown und Plymouth und beide waren gescheiterte gemeinwirtschaftlich organisierte utopische Gemeinschaften. Die ersten Kolonisten besaßen kein Eigentum wobei Arbeit und Ertrag vermeintlich gleichmäßig geteilt wurden. Die Arbeit in den Kolonien wurde entsprechend den Fähigkeiten der Siedler zugewiesen.

Es gab kein Privateigentum, was eine schlechte Idee war und fatale Konsequenzen nach sich zog, was auch die „Tragik des Allgemeinguts“ genannt wird. Ohne Privateigentum war niemand verantwortlich für die Saat und die Ernte, weshalb Raubbau betrieben wurde und niemand nachhaltig agierte oder gar sparte. Unreife Pflanzen wurden gestohlen und niemand fühlte sich für die Ernte verantwortlich.

Egal wie viel und wie hart jemand arbeitete, der Lohn war nie mehr als der jener, die wenig oder nichts leisteten. Es war daher rational, dass Männer und Frauen zunehmend die Arbeit verweigerten und nur noch das machten, wozu sie mit Gewalt gezwungen wurden. Die Siedler schoben Krankheiten vor und Frauen blieben lieber daheim bei ihren Kindern, anstatt zu arbeiten, da sie keinen direkten Vorteil daraus gehabt hätten.

Die Ernteerträge kollabierten und so kam es, dass binnen zwei Jahren die Hälfte der Kolonisten in harten Wintern den Hungertod starben und die Menschen von Ratten lebten, während Diebstahl und Gewalt grassierten.

Da die Kolonie kurz vor ihrer Auslöschung stand, warf der Gouverneur der Kolonie, William Bradford, die sozialistische Idee über Bord und erlaubte jedem Mann Getreide für seinen eigenen Haushalt anzupflanzen. Dazu musste man jeder Familie eine eigene Parzelle Land zuweisen, was von nun an deren Privateigentum war. Plötzlich begannen die Menschen wieder zu arbeiten. Es wurde viel mehr Getreide gepflanzt und binnen nur zweier Ernten hatten sie mehr, als sie benötigten und die Kolonie blühte auf. Gouverneur William Bradford schrieb: „Das [Freiheit und Privateigentum] hatte so großen Erfolg und machte alle Hände sehr fleißig, sodass mehr Getreide gepflanzt wurde, als zuvor. (…) Anstatt dem Hungertod, gab Gott ihnen nun Überfluss.“

Da die Pilger nun das Eigentum an ihrer Produktion hatten, sparten und handelten sie mit ihrer Ernte und ihren produzierten Gütern. Auch in dieser Kolonie war der Marktpreis sofort das wichtigste Steuerungsinstrument für die Produktion. Hatten die Kolonisten beispielsweise zu viel Getreide angebaut und hingegen zu wenig Kohl, so war der Marktpreis für Kohl relativ teuer zum Getreide. Dieser hohe Marktpreis und der daraus resultierende höhere Gewinn für die entsprechende investierte Arbeitszeit, veranlasste die Farmer bei der nächsten Aussaat mehr Kohl statt Getreide anzubauen. Auf diese Weise regelte der Marktpreis automatisch sofort optimal die Produktion entsprechend der Nachfrage zum bestmöglichen Preis.

Die amerikanischen Pilgerväter lernten lange vor Marx, dass die Gemeinwirtschaft eine unmögliche Utopie ist. Was in einer kleinen Kolonie von 100 Personen nicht funktioniert, funktioniert im großen Maßstab erst recht nicht. Die Gemeinwirtschaft, unabhängig von der Größe des Experiments, vernichtet Wachstum, Fleiß und Eigenverantwortung. Die fehlende Preisbildung sorgt dafür, dass die Produktion fehlgeleitet wird, was Verschwendung erzeugt und den Kapitalstock gänzlich zerstört.

Die Sowjetunion wiederholte mit dem Kommunismus dieses Experiment, was den Tod von 45 Millionen Menschen sowie die völlige Zerstörung der Wirtschaft und Gesellschaft nach sich zog. Dieses und alle anderen gescheiterten planwirtschaftlichen Experimente zeigen, dass sich gleiches Einkommen, unabhängig von der Leistung zwar fair anhört, jedoch unfair ist. Gewalt und Fremdbestimmung gegen freie Menschen ist immer Unrecht und endet in letzter Konsequenz immer nur in Leid, Hunger und Tod.

Moralisch ist eine Handlung immer nur dann, wenn sie auf Freiwilligkeit beruht. Gemeinwirtschaften erzeugen durch den Mangel, den sie erzeugen, unsoziales Verhalten. In Wohlfahrtsstaaten mit hoher Steuerlast fühlen sich Unternehmer und Privatleute nicht mehr verantwortlich für das Wohl anderer, denn das wäre ja die Aufgabe des Staates, wofür man sehr viel Steuern zahlen würde. In freiheitlichen bzw. kapitalistischen Gesellschaften sind die Menschen hingegen herzlicher, verbundener und zeigen wirkliche Nächstenliebe. So beliefen sich die Privatspenden an soziale Einrichtungen in Form von Geld oder kostenfreier sozialer Arbeit in den USA in 2017 auf rund eine Billionen US-Dollar, was dem Dreifachen des gesamten deutschen Bundeshaushalts entspricht. Damit wäre auch der Mythos, der Kapitalismus bzw. die Freiheit des Individuums wäre unsozial, endgültig widerlegt.

Die Kolonie Plymouth und alle kapitalistischen Gemeinschaften in der Geschichte der Menschheit haben hingegen bewiesen, dass die Freiheit des Individuums sowie das Privateigentum die Garanten für Wohlstand, Frieden und freiwillige Nächstenliebe sind. In diesem Sinne ein fröhliches „Thanksgiving“!



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