U.S. Arbeitsmarktdaten deuten auf Rezession in den USA hin

10.06.2016 10:30  Von:: Markus Blaschzok

Die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag sorgten für einen Sprung des Goldpreises um 30 US-Dollar binnen zwei Stunden, während Silber 30 US-Cent zulegen konnte und der Dollar zum Euro von 1,115$ auf 1,135$ explosionsartig verlor.  

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Gold in US-Dollar seit Jahresbeginn

In den USA wurden im Mai nur 35 Tsd. Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, was der niedrigste Wert seit dem Jahr 2010 ist. Der Marktkonsens lag bei 220 Tsd. neu geschaffener Stellen, womit viele Marktteilnehmer, insbesondere jene, die auf eine Zinsanhebung im Juni setzten, auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Die Anzahl der Nichtbeschäftigten stieg um gigantische 600 Tsd. Personen zum Vormonat auf einen Rekordwert von 94,7 Millionen an. Dazu kam, dass die Zahlen für März von 208 Tsd. auf 186 Tsd. und die für April von 160 Tsd. auf 123 Tsd. revidiert wurden.

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Arbeitsmarktdaten verschlechtern sich

Das kuriose ist, dass durch den starken Anstieg der Nichtbeschäftigten, also all jene, die nicht arbeiten aber auch keine Arbeit suchen, die Arbeitslosenquote auf 4,7% fiel, was dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 2007 entspricht. Da die US-Notenbank FED lediglich auf die Arbeitslosenquote achtet, wäre eine Zinsanhebung im Juli anstatt Juni immer noch möglich. Das Ganze zeigt, wie verrückt das Verhältnis zwischen der Schaffung neuer Stellen, der Arbeitslosigkeit und guten Jobs bereits ist und wie hier Statistiken schön gerechnet werden. Auch die Auftragseingänge in der US-Industrie zeigen einen negativen Rekordwert, der auf eine Rezession hindeutet. Seit 18 Monaten fielen die Auftragseingänge, was es in der Geschichte noch nie ohne Rezession gab. Dies alles spricht für eine Rezession in den USA, die längst in vollem Gange ist, durch statistische Hilfsmittel jedoch nicht als diese veröffentlicht wird. Letztlich wird die US-Notenbank mittelfristig dazu gezwungen werden wieder über neue QE-Programme mehr Geld zu drucken und in den Umlauf zu bringen, damit das Finanzsystem bei der nächsten Krise nicht kollabiert. Dies wiederum ist positiv für Gold. Auf der anderen Seite gibt es bei einer erneuten Rezession einen Anlagenotstand, da weder Aktien noch Anleihen aufgrund ihrer hohen Kurse interessant sind und so die Investoren gezwungen werden in den sicheren Hafen „Gold“ zu flüchten, was zusätzlich den Preis befeuern wird. Es scheint, als hätten die Notenbanken und Regierungen bald keine Mittel mehr in der Hand, um einen starken Anstieg des Goldpreises zu verhindern.

Positiv für Gold in Euro ist, dass EZB-Chefvolkswirt Praet wieder betonte, dass die extrem lockere Geldpolitik in der Eurozone aufrecht gehalten wird und dass die Negativzinsen sogar ausgeweitet werden sollen, was den Euro entwerten und alle anderen Anlageklassen dementsprechend aufwerten wird. Den gleichen Effekt haben die ab 8. Juni beginnenden Käufe von Unternehmensanleihen seitens der EZB, wobei letztlich nur systemtreue oder gar systemeigene Unternehmen in den Genuss niedriger Zinsen kommen werden, während die Firmen systemkritischer Unternehmer einen Wettbewerbsnachteil erlangen. Seit Anbeginn war dies übrigens eine der Hauptfunktionen der ungedeckten Kreditvergabe durch Privatbanken, die so eigene oder befreundete Unternehmen fördern und der Konkurrenz den Zugang zum Kreditmarkt erschweren oder gar verwehren konnten. Dass die Privatbanken Notenbanken schufen und somit direkten Zugriff auf das Vermögen der Steuerzahler erhielten, verschlimmerte diese Situation letztlich nur. Nur so konnte die Schere zwischen arm und reich immer größer werden. In einer freiheitlichen Privatrechtsgesellschaft wäre dies undenkbar, da die ungedeckte Kreditvergabe (Giralgeldschöpfung) nicht mehr vom Staat privilegiert und geschützt würde, sondern als einfacher Betrug entlarvt, geächtet und konsequent als Verbrechen verfolgt würde.

Bargeldobergrenze ist verfassungswidrig

Die Europäische Union plant bereits seit langer Zeit die Abschaffung des Bargeldes. Ziel dieses Vorhabens ist es einerseits einen Abzug der Vermögen von Konten und somit einen Ansturm der Bevölkerung auf marode Banken verhindern zu können und andererseits den gläsernen Bürger zu schaffen, dessen Transaktionen und Leben lückenlos nachvollziehbar sind. Bargeld ist gedruckte Freiheit und ein menschliches Grundrecht, das sich aus dem Menschenrecht auf Selbsteigentum und Privatbesitz ableiten lässt. Schon der Zwang zu staatlichem Monopolgeld ist eigentlich ein unzulässiger Eingriff in die Eigentums- und Freiheitsrechte des Individuums, an den wir uns leider in dem Nachkriegseuropa gewöhnt haben, während dies in freien Gesellschaften unbekannt ist.

Anstatt, dass die ökonomisch müßigen Notenbanken mit ihrem Fiat Money abgeschafft werden und Geld wieder privatisiert wird, sodass es dem Wohle der Menschen auf effizientestem Wege dienen kann, wie es die Österreichische Schule der Nationalökonomie logisch erklärt, greift der Staat immer weiter um sich und plant die gänzliche Abschaffung des Bargeldes. In Italien sind Bargeschäfte über 3.000€ verboten und Zuwiderhandlungen werden mit einer Strafe von mindestens 3.000€ geahndet, während Unternehmen in Frankreich und Portugal nicht mehr als 1.000€ in bar annehmen dürfen. Schäuble kündigte bereits eine Bargeldobergrenze für die Bundesrepublik in Höhe von 5.000€ an, doch scheint es wahrscheinlich, dass diese auf 3.000€ noch extremer werden wird. Ein Kauf eines Autos oder der anonyme Kauf von Gold wären so bald nicht mehr möglich, was ein Risiko für die Sicherheit der Menschen darstellt. Die Regierungen begründen diesen erneuten Eingriff in die menschlichen Grundrechte, den bisher nur offen totalitäre Staaten wagten, mit der Terrorismusbekämpfung, was jedoch ein nicht haltbares Argument ist und einen Eingriff in die Grundrechte darstellt, der nicht verhältnismäßig ist.

Die Deutsche Edelmetallgesellschaft (DEG) plant daher zusammen mit Prof. Dr. Univ. Arsene Verny, Rechtsexperte für Internationales sowie Europäisches Wirtschaftsrecht, eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Vorstand der DEG Waldemar erklärt dazu:

„Im Wesentlichen verstößt eine Bargeld-Grenze gegen folgende drei Freiheiten und Grundrechte: erstens gegen den Schutz der Privatsphäre, zweitens gegen die Privatautonomie und drittens gegen das Eigentumsrecht. Wenn der Gesetzgeber solch massive Einschränkungen vornimmt, dann müssen diese Einschränkungen juristisch vor allem eines sein: ‚verhältnismäßig‘. Und diese Verhältnismäßigkeit ist, das zeigt unser Kurz-Gutachten klar auf, nicht gegeben. Alle, die sich halbwegs mit der Thematik auskennen wissen, dass Terrorismusfinanzierung über dunkle Kanäle in unserem Finanzsystem, über Nummernkonten auf Steueroasen, und über sogenannte ‚Barter‘-Tauschgeschäfte funktioniert… Das heißt, es haben sich offenbar bereits Juristen im Bundesfinanzministerium zusammengesetzt und haben festgestellt: ‚Wenn wir das Ding im Bund umgesetzt bekommen wollen, müssen wir es so begründen, egal, ob die Bevölkerung bei dieser Begründung vor Lachen unterm Tisch liegt.“

Hier finden Sie den Download-Link zu dem Gutachten von „Verny / Dauses“ vom 27.5.2016 [Detailbegründungen der Verfassungswidrigkeit unter Punkt II. „Materielle Rechtmäßigkeit“]

Noch ist es möglich Edelmetalle bei uns bundesweit an 47 Standorten bis zu einem Betrag von 14.999,99€ anonym und bar zu erwerben. Höhere Summen sind zwar auch möglich, doch ab 15.000€ ist nach dem Geldwäschegesetz eine Identitätsprüfung notwendig. Wurde die Verwendung von Bargeld, ähnlich wie in Schweden, erst einmal derartig begrenzt, dass es einem Verbot gleicht, ist zu erwarten, dass die Regierungen ähnliche Gesetze zur Begrenzung des Goldkaufs beschließen werden, um eine Flucht aus dem Euro hinein in Gold zu verhindern.

Schweiz entscheidet sich gegen Grundeinkommen

Die Schweizer haben sich in einer historischen Volksabstimmung mit einer überragenden Mehrheit von 78% gegen den marxistischen Traum eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ ausgesprochen. Was Sozialromantiker als ein „würdevolles Leben für Jedermann durch den Staat“ bezeichnen, wäre in Wahrheit die teilweise Umsetzung des Kommunismus im Zuge einer entsprechenden Einschränkung der Freiheitsrechte. Nach dem Willen der Initiatoren sollten jedem Schweizer grundsätzlich 2.500 Franken (2.250€) „zustehen“, ganz gleich ob man arbeitet oder nicht.

Die Frage woher das Geld für diese vermeintlich „sozialen“ Geschenke kommen soll, wird entweder verschwiegen, ignoriert oder nicht ansatzweise verstanden. Ein bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet nämlich auch, dass andere, die selbstbestimmt und fleißig ihr Leben gestalten, bedingungslos durch den Staat beraubt werden müssen. Sozialisten ignorieren grundsätzlich die Freiheit des Individuums und dessen natürlichen Anspruch auf Selbsteigentum sowie Privatbesitz und nennen dies paradoxerweise „Sozial“ und „Gerecht“. Unter der Prämisse, dass die Menschen frei sind und sich selbst gehören, ist jeder gewalttätige Übergriff auf das Leben und das Eigentum eines Individuums Unrecht und niemals sozial, egal welchem Zwecke es dienen mag. Die Schweizer Bürgerinitiative „Omnibus“ hat gar versucht ein bedingungsloses Grundeinkommen als Menschenrecht zu verkaufen, was anders ausgedrückt ein Menschenrecht auf Raub wäre. Wenn es ein Menschenrecht gibt, wie der Verfechter der Österreichischen Schule Roland Bader einst klar postulierte, dann ist es jenes in Ruhe gelassen zu werden.

Die UdSSR, das ehemals kommunistische China oder aktuell Venezuela, das die Tage vor dem völligen planwirtschaftlichen Kollaps steht, zeigen immer wieder aufs Neue die Unmöglichkeit der sozialistischen Idee einer Gesellschaftsform, die auf Gewalt, Diebstahl und Zwang gründet. Bei einem Erfolg der Volksabstimmung hätten die Steuern in der Schweiz drastisch erhöht werden müssen und das Arbeitslosengeld, Sozialhilfe sowie Renten wären durch das einheitliche Grundabkommen ersetzt worden. Die Perspektive nach einem Leben harter Arbeit lediglich das gleiche niedrige Grundeinkommen als Rente zu erhalten, wie jemand, der nie gearbeitet und keinen Cent in das Sozialsystem eingezahlt hat, dürfte auf wenig Verständnis bei dem überwiegend produktiven Teil der Bevölkerung stoßen. Diese mit Gewalt erzwungene Egalisierung des Einkommens, würde die Anreize zu arbeiten, ähnlich wie im totalen Kommunismus, erheblich reduzieren und die Produktivität womöglich soweit verringern, dass die Gesellschaft ihren Kapitalstock sukzessive verkonsumiert und Jahr um Jahr ärmer wird.

Es bleibt bedenklich, dass  – angesichts der freiheitlichen Tradition der Schweiz  – 22% Prozent der Wähler für die marxistische Idee und gegen die Freiheit stimmten. In Deutschland sollen sich nach Umfragen gar 44% der Menschen für ein Grundeinkommen von 1.000€ im Monat aussprechen. Die Österreichische Schule der Nationalökonomie zeigt klar und logisch auf, dass Gleichheit im Einkommen, welche unabhängig von der Arbeitsleistung ist, letztlich nur in einem völligen Wirtschaftszusammenbruch enden kann. 



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