Zombiebanken, Zombieunternehmen, Zombiestaaten gefährden Europa

13.08.2017 05:45  Von:: Sandra

Die niedrigen Zinsen in Europa spielen aktuell zahlreichen „halbtoten“ Banken, Staaten und Unternehmen in die Karten. Der Grund: Die Niedrigzinsen halten sie am Leben. Ohne diese wären sie längt nicht mehr existent oder würden zumindest in einer tiefen Krise stecken. Finanzexperten vermuten nun, dass eine Zinswende – die ja immerhin angekündigt wurde – eine große Pleitewelle für Unternehmen, Staaten und Banken in ganz Europa mit sich bringen wird.
 
Die Zombie-Apokalypse ist damit nicht nur im Fernsehen, wie bspw. in der Kultserie „The Walking Dead“ und zahlreichen Kinofilmen allgegenwärtig – auch in der Wirtschaft ist die Angst vor den halbtoten Zombies ausgebrochen. Für die Europäische Wirtschaft könnten diese Zombieunternehmen zur echten Gefahr werden. Laut der OECD wird mittlerweile jedes zehnte Unternehmen künstlich am Leben gehalten – besonders hoch ist die Zahl der Zombieunternehmen in den Krisenländern Griechenland, Italien und Portugal.
 
Aber woher kommen diese Zombieunternehmen plötzlich? Entstanden sind diese durch die jahrelange Anti-Krisenpolitik der EZB. Diese Politik verhindert, dass schwache Firmen auf natürlichem Wege aussterben und sich die Wirtschaft damit selbst reinigt – ein perfider Vorgang zu Lasten der Gesamtproduktivität sowie des Allgemeinwohls. Die Eurozone steckt mittlerweile in einer wahren Zwickmühle: Wird weiterhin an der Nullzinspolitik festgehalten, verschlimmert sich die Situation. Laut Expertenprognosen werden innerhalb weniger Jahre bis zu 30% der europäischen Unternehmen zu Zombies geworden sein, wenn der EZB-Kurs nicht geändert wird. Kommt es hingegen tatsächlich zu Zinserhöhungen, droht vielen Firmen der vollständige Zusammenbruch und somit der Ausbruch einer erneuten Wirtschaftskrise.
 
Laut einer Studie der „Bank of America“ sind bereits heute neun Prozent der 600 größten börsennotierten Unternehmen in Europa von einer Pleite bedroht. Aufgrund dieser besorgniserregenden Situation warnte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), welche Zentralbank für 60 Notenbanken weltweit ist, nun erneut vor den Nebenwirkungen der ultralockeren Geldpolitik und der dadurch hervorgerufenen dramatischen Nebenwirkungen. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht eine allgemeine Zinserhöhung durch die EZB als beste Lösung. Das würde viele Zombieunternehmen schnell zu Fall bringen und die Eurozone damit „reinigen“. Kurzfristig wäre dieses Vorgehen natürlich sehr schmerzhaft, jedoch würde dieses Handeln langfristig gesehen ein deutlich besseres Ende für die Wirtschaft in der Eurozone bedeuten.
 
Bleibt die Frage offen, weshalb Herrn Krämer dieser weise Ratschlag in den letzten zehn Jahren vermeintlicher Alternativlosigkeit nicht eingefallen war. Eines ist jedenfalls sicher – Goldbesitzer dürfte das Grübeln über mögliche Antworten sicherlich weniger Kopfschmerzen bereiten, da sie auf das unvermeidbare dicke Ende vorbereitet sind:
 
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