10 Hinweise für den bevorstehenden Schuldenschnitt

02.06.2014 08:50  Von:: Tim Schieferstein

Zwei Ereignisse der jüngsten Zeit stören die Illusion von der überwundenen Staatsschuldenkrise: Die Europäische Zentralbank sieht sich genötigt, ihre laxe Geldpolitik nochmals zu verschärfen und bei der Wahl zum Europaparlament gehen in wichtigen Kernländern Euro-Gegner als klare Wahlsieger hervor. Davon abgesehen steigen die Verschuldungsgrade vieler europäischer Staaten auf Nachkriegsrekorde, übrigens auch die der als solche dargestellten Musterschüler Irland, Portugal und Griechenland. Im Fall der Hellenen sind die Bruttostaatsschulden sogar schon wieder höher als vor dem im Jahr 2012durchgeführten Schuldenschnitt. Wie gesagt: die These, die Schuldenkrise wäre überwunden, entbehrt jeder Grundlage und auf Basis von Fakten nicht ansatzweise aufrecht zu erhalten.

Krisenpolitik mit Abnutzungsfaktor

Austerität und Reformen sollten die Schuldensünder Europas aus der Krise führen und wettbewerbsfähig machen. Das Ergebnis sind jedoch Rekordarbeitslosigkeit, Stagnation und weiter explodierende Schulden.

Staatsverschuldung 2013

Quelle: Eurostat | Grafik: GoldSilberShop.de GmbH

Die einzige wirklich handlungsfähige Institution Europas, die Europäische Zentralbank (EZB), tat alles in ihrer Macht stehende, um einen Kollaps der Währungsgemeinschaft, ihres Bankensystems und der Wirtschaft zu vermeiden. Die Tatsache, dass nun noch drastischere Schritte für Anfang Juni angekündigt wurden, lässt die Erfolgsmeldungen der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr unglaubwürdig erscheinen. Erstmals in der Geschichte Europas soll ein wichtiger Schlüsselzinssatz, der für die Verwahrung von Überschussliquidität der Privatbanken bei der EZB, negativ werden.

Der Zins wird abgeschafft – die Schulden sind zu hoch

die Schulden sind zu hoch

Quelle: Thomson Reuters | Grafik: GoldSilberShop.de GmbH

Diese Strafzinsen sollen die Banken dazu zwingen, wieder Kredite an Verbraucher und Unternehmen zu vergeben. Dass sie dies dennoch in Anbetracht ihrer bankrotten Bankbilanzen nicht tun werden, ahnt die EZB bereits und rechnet daher zusätzlich ein billionenschweres Wertpapierkaufprogramm durch, das Banken Kreditpakete, verbrieft als Asset Backed Security (ABS), abkaufen soll. Dies erfolgt mit neu erzeugtem Geld aus dem Nichts und zu Lasten der EZB-Bilanz. Lediglich am Widerstand der geldwertorientierten Deutschen Bundesbank scheitert dieser Plan – noch.

Weltweit agieren die Notenbanken seit geraumer Zeit im Krisenmodus und kommen von diesem auch nicht weg, obwohl die Rezession nach der Weltfinanzkrise in den meisten Teilen der Welt schon seit mehr als fünf Jahren überwunden ist. Da stellt sich die Frage, was die Geldpolitiker erst tun wollen, wenn auch dieser Konjunkturzyklus sein ganz natürliches Ende findet und in einen zyklischen Abschwung mündet, wie es in der Regel alle 5-7 Jahre vorkommt. Im Jahre sechs des „Aufschwungs“ sollte man sich diese Frage dringend stellen.

Dass die Notenbanken ihrer eigenen Rettungspolitik nicht über den Weg trauen, zeigen übrigens die Nettotransaktionszahlen bei Gold, der ultimativen Reservewährung. Seit dem Jahr 2010 stehen die Geldpolitiker selbst auf der Käuferseite des angeblich doch so barbarischen Währungsreliktes, das in Zeiten moderner Geldpolitik und digitaler Zahlungsströme doch angeblich völlig überholt ist und von niemandem mehr ernsthaft benötigt wird.

Nettogoldkäufe

Quelle: Thomson Reuters GFMS | Grafik: GoldSilberShop.de GmbH

In Wahrheit ist auch den Notenbanken weltweit völlig klar, dass sie mit Ihrer Politik zur Aufrechterhaltung der Schuldentragfähigkeit lediglich ein wenig Zeit gewinnen, bevor das Unvermeidbare Realität wird: Ein Schuldenschnitt – global konzertiert und ausreichend dimensioniert.

Wie lange diese finale Lösung der Überschuldung vieler Volkswirtschaften, u.a. Japans und der USA, noch hinausgezögert werden kann, ist unklar. Die bereits sichtbaren Nebenwirkungen dieser Verschleppungspolitik mittels Nullzinsen und Geldmengenaufblähung sind sinkende Sparraten, Vermögenspreisblasen und weiter steigende Schulden.

Es macht also für jeden Investor Sinn, sich mit dem Gedanken der Gläubigerenteignung vertraut zu machen und auf Zeichen eines bevorstehenden Schuldenschnitts zu achten.

Die offensichtlichsten Hinweise haben wir für Sie zusammengetragen und in unserer jüngsten Online-Konferenz erläutert:

  1. Abschaffung der Zinsen in den Industriestaaten
  2. Staatsrefinanzierung via Notenpresse („Quantitative Easing“)
  3. Goldkäufe durch Notenbanken
  4. Sanfte Entschuldung durch finanzielle Repressionen ist nicht weiter möglich
  5. Bankensystem ist nahezu vollständig bankrott und von den Notenbanken abhängig
  6. Staatsbankrotte im Kleinen als Laborversuche (Griechenland, Zypern)
  7. Enteignungsplanspiele des Internationalen Währungsfonds
  8. Globale Datenaustauschabkommen zur Vermögenstransparenz
  9. Beginnende Demontage des US-Dollar als Welthandelswährung
  10. Inhärente Endlichkeit von Papierwährungen (durchschn. Lebensdauer 38 Jahre)

Die vollständige Aufzeichnung der Online-Konferenz des GoldSilberShop.de können Sie hier abrufen

Hier können Sie sich übrigens auch für die Teilnahme an der nächsten Online-Konferenz am 26.06.2014 um 17:30 Uhr kostenfrei anmelden.



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