Goldmarkt-Update

17.07.2015 01:30  Von:: Markus Blaschzok

Die Terminmarktdaten für Gold haben sich in den vergangenen sechs Wochen wieder deutlich verbessert und vor einer Woche stand unser Tradingindikator bereits bei 87 von 100 Punkten. Dies zeigt, dass die Stimmungslage (Sentiment) der Investoren und Spekulanten für die Edelmetalle bereits sehr negativ war und ist, da der Großteil bereits auf fallende Preise gesetzt hat. Das gleiche Bild zeigt sich aktuell bei allen anderen Edelmetallen und somit erstmals seit fast drei Jahren eine Kapitulation der Anleger, sodass erstmals wieder alle mittelfristigen Tradingindikatoren für alle Edelmetalle gleichzeitig im Kaufbereich notieren. Einzig die Manipulation im Gold und insbesondere im Silber war in den vergangenen Wochen noch sehr, was uns vor verfrühten Käufen warnte und abwarten ließ. Wir sind jedoch optimistisch, dass die Manipulatoren in Bälde den Markt loslassen und wir dann auch ein Kaufsignal im Gold erhalten werden.

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

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Die Terminmarktdaten für Gold sind schon gut und sprechen gegen einen starken Einbruch – ein kurzer Fake Break unter 1.145 USD würde den Manipulatoren die Chance zur Eindeckung geben, weshalb dies der perfekte Einstiegszeitpunkt sein könnte.

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Gold in US-Dollar

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Das Preisziel bei 15,50 $ wurde erreicht. Das negative Sentiment spricht dafür, dass die Unterstützung noch einmal halten könnte.

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Im Tageschart zeigt sich, dass der Goldpreis die Unterstützung bei 1.145$ angelaufen hat und gleichzeitig der Abwärtstrend noch intakt ist. Jetzt gibt es zwei Szenarien – entweder kommt es zum Sprung über den Abwärtstrend, was ein Kaufsignal bis 1.220$ und vielleicht sogar 1.260$ auslösen würde oder es kommt noch einmal zu einem kurzen Sell Off unter die Unterstützung bei 1.245$, was besonders JP Morgan im Silber die Gelegenheit zur Eindeckung geben würde. Dieser Abverkauf wäre wahrscheinlich begrenzt – zumindest gibt es seitens des Terminmarkts kein Potenzial für einen Long Drop der Spekulanten. Ein starker Einbruch könnte daher nur über eine massive Manipulation auch über den physischen Markt initiiert werden, was zwar möglich, aus Sicht der quantitativen Analyse jedoch nicht relevant ist. Deshalb gehen wir nur von einem kurzen Unterschreiten der Unterstützung im Worst Case aus, was eine antizyklische Kaufgelegenheit böte. Eine Rückeroberung der 1.145$ würde dann ein prozyklisches Kaufsignal liefern und wieder das gleiche Anstiegspotenzial freigeben.

Gold in Euro

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Gold notiert rund 200 Euro höher als zum Tief Anfang 2014. Das neue Hilfspaket für Griechenland und das QE-Programm der EZB sorgen für eine weitere Entwertung des Euros.

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Gold in Euro notiert 200 Euro höher als noch vor anderthalb Jahren und bildet eine Art „Wimpel-Formation“ aus, was ein charttechnisches Fortsetzungsmuster ist. Wegen den neuen Griechenlandhilfen und der Fortsetzung der Politik des billigen Geldes seitens der EZB ist es gut möglich, dass diese Formation nach oben hin aufgelöst wird. Dies würde ein charttechnisches Anstiegspotenzial bis mindestens 1.230 Euro je Feinunze freigeben. Selbst wenn es im Herbst wirklich zu einer Zinsanhebung in den USA kommen sollte, bedeutet das nicht, dass der Goldpreis auch in Euro fallen muss. Alternativ könnte es mit einem erneuten Sell Off in US-Dollar im Herbst auch in Euro zu einem begrenzten Rücksetzer auf das Ausbruchsniveau von 1.000 Euro je Feinunze kommen, doch ein deutliches Unterschreiten dieser Marke erwarten wir unter dem aktuellen geldpolitischen Umfeld nicht mehr. Wir sind zuversichtlich, dass sich in den nächsten Wochen die Chance für einen zumindest kurzfristigen Anstieg im Gold ergeben wird, der sich vielleicht sogar in der Retrospektive als langfristige Kaufchance entpuppen könnte. Wir warten nur noch, bis einige Indikatoren und Signale uns ein grünes Zeichen geben und werden dann auf die Seite der Käufer springen. 

 



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