Gold und Silber günstiger bewertet als zum Tiefpunkt im Jahr 2000

11.08.2015 11:45  Von:: Markus Blaschzok

Im Juli kam es im frühen COMEX-Handel, unmittelbar vor der Handelseröffnung in Asien, zu einem Flash Crash, der den Preis für Gold in einem Sell Off stark unter Druck brachte. Bereits in den Wochen davor konnten wir eine Manipulation über die COMEX anhand der Daten der US-Börsenaufsicht CFTC nachweisen, weshalb wir mit einer Drückung unter die Unterstützung bei 1.130 US-Dollar je Feinunze rechneten.

Der Sell Off gab den großen Manipulatoren, vornehmlich eine US-Großbank, die maßgeblich an der Manipulation des Silberpreises beteiligt ist, die Gelegenheit ihre Shortpositionen bei fallenden Preisen im Silber einzudecken. Dies legt der Silberpreis nahe, an dem der Crash ohne nennenswerte Rückgänge vorüberging. Die neuesten Terminmarktdaten der US-Börsenaufsicht beweisen nun auch, dass die Käufe von dieser US-Großbank und Co im Silber während des Crashs beim Gold getätigt wurden. Während also einerseits der Goldpreis über den Terminmarkt und unmittelbar kurz danach über den physischen Markt in Asien gedrückt wurde, stützten die Manipulatoren mit ihren Eindeckungen den Silberpreis und verhinderten bei diesem so einen Einbruch.

Diese Eindeckungen der großen Händler im Silber sind ein sehr guter Indikator für baldige Anstiege bzw. für wieder steigende Preise über die kommenden ein bis zwei Monate hinweg. Die im September anstehende Zinsanhebung in den USA hängt jedoch immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Edelmetallmarkt, weshalb spätestens Mitte September noch einmal mit einer Schwäche der Edelmetallpreise gerechnet werden muss.

Auf langfristige Sicht sind die Edelmetalle aufgrund deren stetigen Manipulation fundamental bereits völlig unterbewertet und real günstiger als noch im Jahr 2000, als der Goldpreis nominal bei 250 US-Dollar notierte. Der Fair-Gold-Indikator zeigt, dass durch die Ausweitung der Geldmenge in den USA um über 380% seit dem Jahr 2008, die reale Bewertung von Gold im Verhältnis zur Geldmenge gefallen und heute niedriger ist als noch zur Jahrtausendwende. Der inflationsbereinigte Goldpreis liegt somit bei nur etwas über 7% des Hochs aus dem Jahr 1980 und es gibt selbst im Falle der Deflation noch genügend Potenzial für weitere Preisanstiege der Edelmetalle

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Im Silber ist die Unterbewertung mit einem Verhältnis von nur 2% zum Hoch des Jahres 1980 noch viel dramatischer. Die Demonetarisierung, Enthortung und industrielle Verarbeitung aller überirdischen Lagerbestände birgt bei einem erneuten inflationsbedingten Anstieg ein überproportionales Anstiegspotenzial, was für ein langfristiges strategisches Investment in Silber spricht.

Aber auch aus taktischen Überlegungen ist Silber im Augenblick besonders kaufenswert, da in dem Bärenmarkt der vergangenen vier Jahre der Silberpreis überproportional zu Gold fiel. Das Gold-Silber-Ratio stieg daher von 30 im Jahr 2011 auf aktuell 75. Bei 30 war Gold zu Silber unterbewertet und man hätte verstärkt auf Gold setzen oder Silber gegen Gold tauschen sollen, was eine deutliche Outperformance im Depot gebracht hätte. Bei einem aktuellen Ratio von 75 ist Silber im Verhältnis zu Gold unterbewertet und es ist taktisch klug auf Sicht der nächsten zwei bis fünf Jahre überproportional auf Silber zu setzen. 

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Beide Edelmetalle sind aufgrund künstlicher staatlicher Eingriffe völlig unterbewertet und bieten langfristig extrem gute Chancen. Angesichts der unaufhörlichen Krisen und der weltweiten QE-Gelddruckprogramme der keynesianischen Geldpolitik ist ein Ende der Korrektur bei den Edelmetallen absehbar und zeitlich nah. Die Chancen überwiegen die Risiken deutlich um ein Vielfaches, weshalb besonders ein langfristiges Investment in diese unterbewertete Anlageklasse für smarte Investoren eine Kaufgelegenheit darstellt. Auch kurzfristig dürfte der Sell-Off der letzten Woche einen mehrwöchigen Tief- und Wendepunkt darstellen, weshalb zumindest es bis September auch kurzfristig eine ideale Kaufmöglichkeit für Gold sowie Silber zu gegeben scheint.

 



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