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Genialer Coup – Womöglich steht eine Explosion des Silberpreises bevor

Der Silberpreis sprang am Donnerstag, den 28.01.2021, aus dem Stand um 6,1% nach oben und eröffnete am Montagmorgen mit einem Plus von 2 US-Dollar (+ 7,4 %) zum Freitagsschlusskurs und notiert aktuell bereits bei 30 US-Dollar. Das waren die stärksten Tagesanstiege seit August des letzten Jahres. Die Preissprünge werden durch die Reddit-Community verursacht, die seit Donnerstag den Preis unter dem Hashtag #silversqueeze künstlich in die Höhe treibt, mit dem Ziel einen Short-Squeeze bei vermeintlichen Leerverkäufern auszulösen.

„Jeder Short-Squeeze in Papiersilber-Shorts wäre episch … Der inflationsbereinigte Silberpreis sollte bei 1.000 US-Dollar und nicht bei 25 US-Dollar liegen. Warum drücken wir Silber (SLV) nicht auf den realen physischen Wert?“

 

Zuvor hatte die Internet-Gemeinschaft diese Strategie bei einigen Aktien, die von Hedge-Fonds extrem leerverkauft wurden, erfolgreich umgesetzt. Der Trader-Flashmob erzeugte bei GameStop (GME) in den beiden vergangenen Wochen eine Kursexplosion von 2.300 %. Bevor wir zum Angriff auf den Silber-ETF (SLV) kommen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Hintergründe und die Funktionsweise des Short-Squeeze bei GME.

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Blaues Hufeisen liebt GameStop

GameStop (GME) ist eine nordamerikanische Einzelhandelskette für Computerspiele, Unterhaltungssoftware und Fanartikel. Das Internet mit der Möglichkeit des Downloads und dem Streamen von Filmen läutete das Ende der Videotheken ein. Auch Spiele werden heutzutage zunehmend online als Download erworben oder mittels Flatrate gestreamt, womit sich das Geschäftsmodell von GME zu einem großen Teil in Luft auflöst. Hohe Verluste in den letzten Jahren zwangen zur Schließung hunderter Filialen, während die Aktie von 55 US-Dollar in 2013 auf unter 3 US-Dollar in 2020 kollabierte.

Hedge-Fonds, die ihre Hausaufgaben in der Regel sehr gut machen, sahen diese Entwicklung voraus und wetteten mit Leerverkäufen auf einen Bankrott von GME. Ein neuer CEO begann gemeinsam mit neuen Investoren in 2019 eine Umstrukturierung sowie die Neuausrichtung des Unternehmens, was eine Trendwende einläutete. Einige sahen darin im August 2019 eine neue Chance für das Überleben von GME und begannen zu kaufen.

Darunter war der legendäre Dr. Michael J. Burry, der 2006/07 den Immobilienmarkt vor dessen Einbruch geshortet hatte. Burry sah frühzeitig in 2019 das mögliche Potenzial der Umstrukturierungen. Seiner Ansicht nach war das Unternehmen völlig unterbewertet und allein die Cash-Reserve hätte genügt, um einen Großteil der umlaufenden Aktien zurückzukaufen. Damals hatten Hedge-Fonds, die glaubten GME wäre dem Untergang geweiht, 63 % aller Aktien leerverkauft. Burry sah gerade darin die große Chance und erwarb 2019 erstmals 3 % an GME, als die Aktie um die 4 US-Dollar notierte, mit dem Ziel den Kurs über einen Short-Squeeze in die Höhe zu treiben. 

Womöglich war es Burry selbst oder ihm folgende Investoren, die im September angefangen hatten, diesen Trade über soziale Medien und Foren wie Reddit zu propagieren. Shortseller sollten in die Verlustzone getrieben und zur Eindeckung gezwungen werden, was den Kursanstieg nur weiter befeuern würde. Dies ermöglicht es den Käufern ihre Anteile zu Höchstpreisen an diese Hedge-Fonds zu verkaufen.

Ende 2020 kletterte der Aktienkurs zeitweise auf 20 US-Dollar. Anstatt die Hedge-Fonds ihr Risiko gemanagt hätten, hielten die Leerverkäufer an ihrem Trade fest und verdoppelten und verdreifachten ihren Einsatz. Sie fühlten sich durch ihre Marktmacht so sicher, dass sie am 30. Dezember 2020 rund 250 % des Streubesitzes leerverkauft hatten. Dies war , da die geliehenen Aktien verkauft wurden und in den Depots der Bullen landeten, aus denen sie letztlich erneut verliehen wurden. Genau dort wollte sie Burry haben, denn die hochgehebelten Shortseller waren nun längst schachmatt.

Nun wurde zu Jahresbeginn über Online-Foren wie Reddit eine Armee von privaten Kleinanlegern animiert an dem Trade teilzunehmen und den Short-Squeeze zu erzwingen. Mit dem Flashmob explodierte der Kurs binnen weniger Tage auf 460 US-Dollar, während die Hedge-Fonds ihre Shorts in steigende Notierungen hinein eindeckten und die Verluste in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar realisieren mussten. Dieses Geld ging in die Hände der Kleinanleger und in die von Michael Burry über, der seine Gewinne vergangene Woche bereits eingestrichen hat.

Vom Erfolg berauscht begannen die Kleinanleger weitere stark leerverkaufte Pleitekandidaten, wie BlackBerry, Bed Bath & Beyond, Macy’s, Cinemark Holdings und die Kinokette AMC, ins Visier zu nehmen. Am 14. Januar notierte AMC noch bei 2,18 US-Dollar und verzehnfachte sich bis zum 27. Januar auf 20,36 US-Dollar in der Spitze. Fundamental hatte sich weder bei AMC noch bei GME etwas verändert und so wie die Preise durch die Eindeckung von Shorts anstiegen, werden sie letztlich in einigen Wochen und Monaten auch wieder auf ihren fundamentalen Wert einbrechen.

Vom cleveren Schachzug zum sinnlosen Pushen von Preisen

Während der Angriff auf die Shortseller von GME aufgrund der Gesamtsituation ein genialer Coup war, hat nun ein mehr oder weniger sinnloses Pushen von anderen Aktien und Assets begonnen.

Beispielsweise hatte der Bitcoin am 8 Januar ein vorläufiges Hoch ausgebildet und fällt seither in einem neuen Abwärtstrend. Ein Tweet von Elon Musk, der nur aus dem Wort „Bitcoin“ bestand, katapultierte den Preis binnen einer halben Stunde um 19 % (+ 6.000 US-Dollar) nach oben, wobei der Abwärtstrend kurzzeitig durchbrochen wurde.

Seither fiel der Bitcoin wieder auf das Vor-Tweet Preisniveau und in den Abwärtstrend zurück. Hat Musk die Gunst der Stunde genutzt, um mit dem Tweet für sich oder Freunde die nötige Liquidität im Markt zu schaffen, um nach der gigantischen Rallye Gewinne realisieren zu können, ohne dabei den Preis sofort nach unten zu treiben? Es werden auch Krypto-Coins, wie die Spaß-Kryptowährung „Dodgecoin“, nach oben getrieben. Auch Ripple, der aufgrund einer hohen Inflationsrate bisher nicht nachhaltig ansteigen konnte, wird aktuell systematisch im Preis gepusht, obwohl es in beiden Fällen keine Shortseller gibt, die unter Druck kommen könnten. Es handelt sich um Pump and Dump, wobei jene verlieren, die nicht schnell genug sind bzw. als Letztes gekauft haben.

Der Angriff auf den SLV Silver-Trust

Kommen wir nun zur Aktion #silversqueeze. Grundsätzlich ist die Behauptung, der reale Silberpreis könnte viel höher stehen, nicht aus der Luft gegriffen. Berücksichtigt man die Inflation der letzten 40 Jahre nach der alten Berechnungsmethode von 1980, so lag das damalige Silberpreishoch in der Tat bei 1.000 US-Dollar je Feinunze.

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Nach der Berechnungsmethode von 1980 lag der Silberpreis damals bei fast 1.000 US-Dollar

Gehen wir der Frage nach, ob es im Silbermarkt Shortseller gibt, die man ebenso wie GME unter Druck bringen und so zur Eindeckung von nackten Shortpositionen zwingen könnte.

Seit zwanzig Jahren kenne ich das Gerücht, wonach der Silberpreis allein über nackte Shortpositionen am Terminmarkt gedrückt werde, während der physische Markt in Realität knapp sei. Dieser anwachsende Berg nackter Shortpositionen würde, dem Mythos nach, irgendwann in einem gigantischen Short-Squeeze eingedeckt werden und der Silberpreis zu seinem fairen Wert hin explodieren. Es verwundert mich daher nicht, dass auf WallStreetBets nun dazu aufgerufen wird, diese Preismanipulation zu beenden und mit #silversqueeze den Silberpreis auf 1.000 US-Dollar zu pushen.

Fakt ist jedoch, dass es diese nackten Shortpositionen am Terminmarkt nicht gibt. Wäre dem jemals so gewesen, dann hätte das Open Interest ausstehender Kontrakte am Terminmarkt immer weiter anwachsen müssen. Das Open Interest am Silbermarkt hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von 75 Tsd. auf 160 Tsd. Kontrakte verdoppelt, doch entspricht das der Inflationsrate und dem wachsenden Handel in diesem Markt. Es gibt kein Anzeichen dafür, dass jemals nackte Shortpositionen zur dauerhaften Drückung des Silberpreises angehäuft wurden, womit dieser Mythos widerlegt ist.

Dazu kommt, dass auch die Spekulanten nach der Rallye der letzten anderthalb Jahre aktuell keine Shortposition halten, sondern eine hohe absolute Long-Position am Terminmarkt. Im Verhältnis zum Open Interest, das sogar einbrach, liegt diese Positionierung der Spekulanten auf einem Allzeithoch. Alle klassischen Spekulanten in diesem Markt haben sich also längst in diesem Trade für einen steigenden Silberpreis positioniert und weigern sich beharrlich zu verkaufen. Es kann hier zu keinem Short-Squeeze kommen und in der Regel ist dies ein Zeichen dafür, dass der Silberpreis unter normalen Umständen vor einer Preiskorrektur steht.

Die Gegenseite zu den Spekulanten halten größtenteils die Produzenten/ Minen, die das Silber selbst fördern und daher nicht unter Eindeckungsdruck kommen. Im Gegenteil würde diese Gruppe am Terminmarkt weitere Shortpositionen mit steigenden Preisen eröffnen und sich so freudig die spekulativ gestiegenen Preise sichern.

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Die Spekulanten halten eine historisch hohe Long-Position am Silbermarkt

Viele Gerüchte haben jedoch einen wahren Kern und so ist es auch mit der Manipulation am Silbermarkt. Es gibt zwar keinen gigantischen Short-Trade, der über Jahrzehnte den Silberpreis unten gehalten hätte, doch gibt es einen oder höchstens vier große Händler, die regelmäßig zyklisch den Terminmarkt „cornern“, bzw. eine kurzzeitig marktbeherrschende Position einnehmen. Immer dann, wenn der Silberpreis stark angestiegen war. Wir wissen, dass JP Morgan diese Shortposition hält, da sie diese mit der Insolvenz von Bear Stearns geerbt hatten und bei der Insolvenz von Bear Stearns offengelegt wurde. JP Morgan hatte in den letzten zehn Jahren jedoch viele Male dementiert auf das eigene Konto am Silbermarkt aktiv zu sein und dass es sich hierbei um Kundenpositionen handelt. Die Vermutung ist, dass dieser große Spieler die US-Regierung selbst ist, die über das Plunge Protection Team des US-Präsidenten am Gold- und Silbermarkt aktiv ist.

Folgender Chart zeigt die Positionierung dieser vier großen Händler am Terminmarkt, die separat im CoT-Report der US-Terminmarktaufsicht CFTC wöchentlich veröffentlicht wird. Das Trading am Gold- und Silbermarkt ist gerade aufgrund der Manipulation dieser beiden monetären Edelmetalle sehr einfach und hat uns in den letzten zehn Jahren große Gewinne ermöglicht.

Der Chart zeigt, dass dieser eine oder höchstens vier großen Händler, deren Namen von der CFTC unter Verschluss gehalten werden – immer dann, wenn der Preis stark gestiegen ist – eine hohe Netto-Shortposition aufbauten und sich dem Preisanstieg entgegenstellten. Auf der anderen Seite werden sie als Käufer aktiv, wenn der Preis wieder fällt und die Spekulanten in Panik verfallen. Sie glätten den Silberpreis und machen seit Jahrzehnten bei jedem Trade einen riesigen Gewinn.

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Die Manipulation am Silbermarkt ist aktuell auf relativ hohem Niveau

Aktuell halten die BIG 4 eine Netto-Shortposition von 58 Tagen der Weltproduktion. Grundsätzlich könnte man vermuten, dass man diese Gruppe an Händlern zu einem Short-Squeeze zwingen könnte, wenn der Preis nur weit genug steigt. Da dieser eine Händler jedoch sehr tiefe Taschen haben muss, kann nur eine Großbank oder eine Regierung dahinterstehen. Ist es eine Großbank, wäre einen Short-Squeeze womöglich denkbar, doch wenn die US-Regierung hinter dieser Position steht, was die Aussagen von JP Morgan vermuten lassen, so stehen ihr die Taschen der amerikanischen Steuerzahler zur Verfügung und es wird hier nie zu einem Short-Squeeze kommen.

Dazu kommt, dass in den Lagerhäusern von JP Morgan an der COMEX aktuell 192 Millionen Unzen Silber zur Deckung der Futures-Kontrakte gelagert werden. Es müsste also erst zu erheblichen Auslieferungen von Futures-Kontrakten kommen, bevor sich diese Lager leeren und das Angebot knapp werden würde. Nicht einmal in der extremen Corona- und Lockdown-Krise vom März 2020, als alle Welt in Gold und Silber flüchtete, hatte dies einen Einfluss auf die Bestände. Es ist daher fraglich, ob es den Reddit-Tradern über einen Kauf des SLV Silber-ETFs gelingen kann, so viel physisches Silber zu binden, dass der Markt ausdünnt und die Nachfrage nur noch zu einem viel höheren Preis befriedigt werden kann.

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In den Lagerhäusern von JP Morgan liegen 192 Millionen Unzen Silber

Noch extremer sind die Gesamtbestände an der COMEX in Höhe von 397 Millionen Unzen Silber. Damit sind aktuell 46 % aller Terminkontrakte mit Silber gedeckt. Unter normalen Umständen reichen 2 % bis 4 % aus, um die normalen Auslieferungen zu bedienen. Die Deckung der Futures ist aktuell mit 46 % auf einem Allzeithoch und es besteht aktuell keine Gefahr, dass die COMEX nicht lieferfähig wäre.

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Aktuell sind 46 % aller Futures-Kontrakte physisch hinterlegt

Die Möglichkeit einen Short-Squeeze auszulösen ist gering und sollte sich hinter dem großen Händler an der COMEX die US-Regierung verstecken, dann kann man das Thema eines Short-Squeeze am Silbermarkt erst einmal abhaken.

Was dem Flashmob bleibt, ist es den Silberpreis zu pushen, eine bullisches Momentum zu erzeugen, den Silberpreis so zumindest hochzutreiben, um Kasse zu machen. Ohne Short-Squeeze sind Preisanstiege wie bei GME äußerst unwahrscheinlich, wenn nicht völlig unmöglich zum aktuellen Zeitpunkt. Silber wird mit der Systemfrage in Zukunft explodieren, doch zum aktuellen Zeitpunkt stellt sich diese Frage zum Geldsystem noch nicht.

Aktuell springen viele auf den Zug auf und andere, die sich mit Leerverkäufen abgesichert hatten, schließen ihre Position, was den Anstieg des Silberpreises zusätzlich befeuert. Die Käufe der kleinen Privathändler haben dazu geführt, dass der größte Silber-ETF am Freitag eine Milliarde US-Dollar Mittelzuflüsse erlebte, was doppelt so hoch ist wie der letzte Rekordanstieg des seit 15 Jahren existierenden Silber-ETFs. Damit erklärt sich der Anstieg des Silberpreises am Montagmorgen.

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Am Freitag erlebte der Silber ETF SLV den größten Mittelzuflüsse, die es jemals gab

Grundsätzlich ist der Silbermarkt zwar relativ klein, doch ist dieser viel größer als der Markt für Aktien von GME und fundamental völlig anders geartet. Es ist sehr fraglich, ob hier eine ähnliche Kaskade an Ereignissen künstlich geschaffen werden kann, wie bei GME. Private Kleinanleger müssten sehr viel Geld über lange Zeit in den Silver-ETFs parken, doch sollte es nicht zu dem vermuteten Anstieg kommen, könnten sich diese Kleinspekulanten schnell wieder vom SLV verabschieden. Aktuell ruft man auf Reddit sogar dazu auf, noch nicht in den SLV zu gehen, sondern das Kapital in GME zu halten, bis diese Aktie auf 1.000 % angestiegen ist. Manche bezeichnen #silversqueeze als Ablenkungsmanöver, um Kapital von GME auf SLV umzuleiten und so die Hedge-Fonds zu retten. Andere rufen dazu auf physisches Silber zu kaufen, um so den Markt auszutrocknen. Dies hat bereits dazu geführt, dass die Edelmetallhändler einen riesigen Ansturm erleben und erste Produkte ausverkauft sind.

Es ist schwer einzuschätzen, wie viel Geld von diesen privaten Kleinanlegern in den Silbermarkt fließt und wie stark der Preiseffekt sein wird. Es ist möglich, dass dies zu einem Silberpreis von 50 US-Dollar führen kann, doch scheint es ebenso möglich, dass gerade jetzt die Notenbanken auf den Goldpreis drücken und wichtige Unterstützungen wegfegen werden, was den Silberpreis mit nach unten ziehen dürfte. Die Trader bei Reddit 

haben sich diesmal nicht mit einem Hedge-Fonds angelegt, sondern mit der US-Regierung und den Notenbanken. Das ist nicht mehr David gegen Goliath, sondern David gegen Godzilla. Es gibt bereits Meldungen, wonach die kleinen Broker Silberkäufe bereits limitiert haben, was ebenso dem Unterfangen einen Strich durch die Rechnung machen kann. Den Hunt-Brüdern ging es 1980 ähnlich, als diese versuchten den Silbermarkt zu cornern. Weitere Käufe von Silber am Terminmarkt wurden verboten und nur noch Verkäufe zugelassen, was die Hunt-Brüder in den Bankrott trieb und woraufhin der Silberpreis einbrach.

Dazu kommt, dass kleine Investoren und Anleger vom Smart Money und der Hochfinanz benötigt werden, um zum Hoch einer Hausse auszusteigen und zum Tief einer Baisse kaufen zu können. Das smarte Geld lebt von zittrigen Händen. Wer sich zusätzlich ohne Erfahrung oder Ausbildung dazu animieren lässt, mit Hebel an spekulativen Manien teilzunehmen, riskiert alles zu verlieren. Das smarte Geld wird diese Schafe schlachten und ihre Ersparnisse aufzehren. GME war ein sehr intelligenter Coup, doch bei all den anderen Märkten, die aktuell gepusht werden, handelt es sich lediglich um Pump and Dump, dem klassischen aufpumpen von Preisen, um dann mit Gewinn an die letzten Käufer zu verkaufen.

Es ist das erste Mal seit den Hunt-Brüdern, dass ein Flashmob versucht den Silberpreis nach oben zu treiben, um einen Short-Squeeze auszulösen. Die weitere Entwicklung in den nächsten Wochen ist daher schwer einzuschätzen. Da wir jedoch erwarten, dass der Silberpreis auch ohne Reddit aufgrund steigender Nachfrage in den nächsten Jahren extrem stark ansteigen wird, sollten langfristige Anleger nicht warten und jetzt als Käufer auftreten. Zu hoch scheint das Risiko, dass der Preis davonlaufen könnte.

Kurzfristig agierende Spekulanten am Silbermarkt müssen hingegen vorsichtig sein, denn vor #silversqueeze standen Gold und Silber gefährlich nah an wichtigen Unterstützungen und waren im Begriff diese nach unten zu durchbrechen. Es kann sein, dass es #silversqueeze tatsächlich gelingt, den Silberpreis auf 50 US-Dollar zu verdoppeln, weshalb man gestaffelt im Trading aktiv werden sollte. Stop-Loss Orders müssen jedoch konsequent platziert werden, für den Fall, dass die Spekulation in sich zusammenfällt, wenn die Notenbanken hart eingreifen. Gold und Silber sind nicht irgendein Metall – sie sind Geld und korrelieren hoch miteinander. Deshalb wird man zur Stabilisierung des Goldpreises auch den Silberpreis weiter kontrollieren. Eine Explosion des Silberpreises ohne einen Anstieg des Goldpreises ist undenkbar und da eine Explosion des Goldpreises das Geldsystem und die herrschenden Eliten herausfordern würde, wird man am Silbermarkt nicht tatenlos zusehen.

Viel mehr Erfolg könnten die Anleger auf dem Feld der Silberminenaktien haben. So wurde seit Donnerstag beispielsweise die Aktie von First Majestic Silver gepusht, die daraufhin einen Abwärtstrend durchbrach, ein Short-Squeeze ausgelöst wurde und so von 12 Euro auf nun 20 Euro um 65 % anstieg. Sollte es gelingen den Silberpreis weiter nach oben zu drücken, dann dürften die Silberminen auch deutlich zulegen. Dazu kommt, dass einige Minen über die Reddit-Foren gepusht werden. Man sollte aktuell daher eher weniger Gewinne mitnehmen und die Minen einfach halten. Womöglich treibt der Flashmob einige Minen auf neue historische Allzeithochs.

Wer keine Minen besitzt, sollte jetzt kaufen, da diese historisch unterbewertet sind und ihren Kurs in den nächsten Jahren vervielfachen könnten. Wer Silberkäufe geplant hat, sollte lieber früher als später aktiv werden. Die Notenbanken drucken aktuell so viel Geld, wie nie zuvor in der Geschichte, sodass Gold und Silber in den nächsten Jahren zwangsläufig steigen werden. Die Gefahr, dass aufgrund des aktuellen Angriffs auf den Silbermarkt der Preis nachhaltig davonlaufen wird, ist zu hoch.