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Bullisch für Gold: Fed hält an niedrigen Zinsen trotz Wirtschaftserholung fest

Der breite US-Aktienindex S&P 500 brach zum Ende der vergangenen Handelswoche um 6,5 % ein und die Technologiebörse Nasdaq gar um 10,6 % binnen zwei Tagen, nachdem beide Indizes am Mittwoch noch auf neue Allzeithochs angestiegen waren. Das war der stärkste Einbruch seit dem historischen Crash vom März. Der Goldpreis, der bei Turbulenzen am Aktienmarkt traditionell als sicherer Hafen gesucht wird, konnte von dem Einbruch nicht profitieren, was als kurzfristiges Zeichen von Schwäche zu werten ist. Während der Goldpreis noch zum Beginn der letzten Handelswoche auf 1.993 US-Dollar ansteigen konnte, brach er am Freitag auf 1.917 US-Dollar ein. Silber sah sein Wochenhoch bei 28,90 US-Dollar und ging bei 27 US-Dollar in das Wochenende. Die Bullen am Aktienmarkt und die Bullen am Edelmetallmarkt wurden also hinterrücks mitten in einer blinden Euphorie von den Bären niedergeschlagen.

Die Aktienmärkte waren im März während des Shutdowns von extremer Angst geprägt, während mittlerweile extreme Gier herrscht. Der Abstand der Aktienindizes zur 200-Tage-Linie, das Put/Call Ratio oder der Fear & Greed Index haben Extrema erreicht, die zuletzt in der Dot-Com-Blase von 1999 zu beobachten waren, was Warnzeichen für eine Korrektur der Rallye sind. Die Geldmengenausweitung der US-Notenbank und die weiterhin niedrigen kurzfristigen Zinsen scheinen erst einmal eingepreist zu sein und die Märkte könnten nun wieder mehr auf die Fundamentaldaten der Unternehmen achten. Die Hausse am Aktienmarkt muss deshalb nicht vorüber sein und das frühere Allzeithoch des S&P 500 bei 3.400 Punkten ist ein guter Anhaltspunkt für eine weitere Handelsentscheidung. Solange der Index sich darüber hält, handelt es sich bis dato nur um eine Korrektur des Anstiegs auf das vorherige Ausbruchsniveau, doch fällt der Index darunter, so droht eine Trendwende und eine Ausweitung der Korrektur. Ein womöglich stärkerer US-Dollar in den kommenden Wochen und Monaten könnte eine erneute Korrektur am Aktienmarkt unterstützen.

Womöglich testen die Marktteilnehmer noch einmal die US-Notenbank, ab welchem Niveau der Powell Put greifen und staatliche Käufe einen ungewünschten Einbruch verhindern werden. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte es klar und deutlich gesagt, dass man die Märkte solange mit Liquidität versorgen wird, bis der Arbeitsmarkt sich erholt hat und dann die Inflation anzieht. Die guten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag wurden von Trump gefeiert und von Fed-Chef Powell friedlich kommentiert. In den USA wurden 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze im August geschaffen und die Arbeitslosenquote sank auf 8,4 %, womit die Prognose der Fed für das Jahresende bereits um fast einen Prozentpunkt übertroffen wurde. Powell sagte, dass die Wirtschaftserholung von jetzt an schwerer würde und man den Zeitraum unvermindert niedriger Zinsen auf Jahre bemessen müsse, was am Aktienmarkt selbst im Worst Case einen gewissen Boden auf hohem Niveau einzieht, der tiefer liegen mag, doch deutlich höher als das Crashtief vom März sein dürfte.

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Die US-Arbeitslosenrate fällt schneller als von der Fed erwartet wurde. Sie will dennoch die Zinsen auf Sicht von Jahren bei 0 % belassen

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In den USA wurden außerhalb der Landwirtschaft im August 1,4 Mio. neue Stellen geschaffen

Die guten Arbeitsmarktdaten stützen den Dollar, der historisch stark überverkauft ist und eine Gegenbewegung oder gar eine Trendwende einleiten könnte. Eine Dollarstärke könnte jedoch auch auf die Edelmetallpreise drücken, nachdem diese ebenso historisch stark angestiegen waren in den letzten Monaten. Es ist ebenso ein klassisches Phänomen, dass nach starken Anstiegen eine starke Korrektur oder eine gestreckte Entwicklung folgen, bevor sich die Hausse fortsetzt.

Der Palladiumpreis kann sich der Schwäche von Gold, Silber und Platin entziehen, was an das permanente Defizit und die Hausse der letzten Jahre erinnert. Während sich der Palladiumpreis der allgemeinen Tendenz widersetzen und ansteigen konnte, fiel der Platinpreis nach einem erfolglosen Test des Widerstands bei 1.000 US-Dollar bis an einen wichtigen mittelfristigen Aufwärtstrend bei 900 US-Dollar. Sollten Gold und Silber ihre Korrektur ausweiten, so wird der Platinpreis ebenfalls unter Druck kommen und womöglich wieder auf 800$ oder tiefer fallen.

Der Platinpreis leidet seit zehn Jahren unter einem Überangebot, weshalb er sich in einem permanenten Bärenmarkt befand. Platin wird primär in Russland und Südafrika abgebaut, wobei es in Russland als Beiprodukt der Nickelförderung gefördert wird, weshalb sich das Angebot trotz niedriger Preise aktuell nicht verringert. In Südafrika wird Platin ebenso zwangsläufig als Beiprodukt gefördert, solange man für das geförderte Palladium noch hohe Preise erzielen kann und sich so die Förderung lohnt. Die Nachfrage nach Platin ist aktuell jedoch gering und der Umstieg auf Elektrofahrzeuge verringerte entsprechend die Nachfrage nach Platin für Dieselkatalysatoren in der Zukunft. Platin ist historisch günstig zu allen anderen Edelmetallen, was die Ratios von Platin zu Gold, Silber und Palladium zeigen. Nur deshalb kaufen Investoren in großen Mengen Platin in ETF-Produkte, in der Hoffnung künftiger Preisanstiege, wodurch sie mit ihren Käufen das Überangebot verringern. Ohne die gestiegene Investmentnachfrage wäre der Platinpreis schnell weiter eingebrochen.

Hält das Überangebot jedoch an, so dürfte sich gerade in der aktuell herrschenden Rezession der Platinpreis weiter schwach zeigen und Preise unter 800 US-Dollar sind durchaus realistisch. Aufgrund des historisch einmalig günstigen Preises zu allen anderen Edelmetallen würden wir die aktuelle Korrektur nutzen, um langfristige Käufe auf Sicht von einer Dekade zu tätigen. Sollte der Platinpreis langfristig nur zu seinem statistischen Mittelwert zurückkehren, dann würde diese eine dreifache Outperformance zum Goldpreis und eine sechsfache Outperformance zum Palladiumpreis bedeuten. Das Risiko ist damit langfristig sehr gering, wogegen die Chancen langfristig sehr hoch sind. Man dürfte langfristig im schlechtesten Fall eine etwa ähnliche Performance einfahren, wie mit Gold, doch im besten Fall einen großen Gewinn erzielen. Eine Substitution von Palladium durch Platin kann das Bild schnell drehen und Platin zum Highflyer machen. Man sollte ein Investment in Platin jedoch als sehr langfristige Anlage verstehen, da kurzfristig nicht mit einer Outperformance der anderen Edelmetalle zu rechnen ist.

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Nie war Platin günstiger zum Goldpreis

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Platin ist historisch günstig zu Palladium

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