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Steigende Zinsen – das Schulden-Kartenhaus bricht zusammen

Vor einer Woche wurde in den USA ein neues Konjunkturprogramm in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar verabschiedet, was der Bevölkerung als Hilfspaket verkauft wird. Dieses wird über Schulden finanziert werden, wobei die benötigten Greenbacks direkt aus der Druckerpresse über die Anleihekäufe der Fed kommen. Eins ist damit klar, der US-Dollar wird an Kaufkraft verlieren, abwerten und die Preise ansteigen, während der Markt höhere Zinsen fordern wird.
Die Amerikaner sowie die gesamte Weltbevölkerung sind sich nicht bewusst, in welch ausweglose Sackgasse die Weltwirtschaft durch die planwirtschaftlichen Maßnahmen der Regierungen und ihrer Notenbanken gebracht wurde, insbesondere in den letzten beiden Jahrzehnten. Wären sie sich dessen bewusst, würden sie jeden Cent sparen, um sich auf die bevorstehende Krise und die einhergehende Wohlstandsvernichtung vorzubereiten. Stattdessen befinden sich die Verbraucher in den USA und Teilen Europas in einem Kaufrausch, im irrtümlichen Glauben die ökonomischen Schäden gründen lediglich auf den politischen Lockdowns und der Wirtschaftsaufschwung würde sich mit dem Ende dieser fortsetzen.
Die Wahrheit ist jedoch, dass die planwirtschaftlichen Maßnahmen der Regierungen seit der Auflösung des Gold-Devisenstandards in 1971 zu einer Anhäufung von Fehlallokationen geführt haben und dieser Prozess an seinem Ende angelangt ist. Das Kartenhaus an hochverschuldeten Unternehmen, Verbrauchern und Staaten wird mit steigenden Zinsen in sich zusammenfallen und die Menschen aus ihrer Wohlstandsillusion reißen, sobald klar wird, dass die vermeintlichen Ersparnisse nichts weiter als buchhalterische Luftnummern waren und ihre Ersparnisse längst über die Inflationssteuer in den letzten Jahren von der Politik gestohlen und verkonsumiert wurden. Die Masse der Bevölkerung wir nicht verstehen, wie ihnen geschieht und die Politik sowie die Inflationssteuer nicht als Schuldigen erkennen, wofür man medial aufgebaute Sündenböcke aufbauen wird.
Die Märkte wähnen sich noch in Sicherheit, weshalb die Nachfrage nach Gold nachgelassen hat. Man glaubt, die Fed würde die Inflation bekämpfen und früher als erwartet zu einer strafferen Geldpolitik übergehen. Dies ist jedoch eine Fehleinschätzung, denn würde die Fed die Inflation bekämpfen und das Drucken von Geld stoppen, so würden die Zinsen explodieren, die Wirtschaftsleistung implodieren und mit ihr die amtierende US-Regierung.
Um den Anleihenmarkt zu beruhigen, betonte Fed-Chef Jerome Powell hingegen kürzlich, dass steigende Preise vermeintlich kein Problem seien. Da man die Preissteigerung anhand eines statistischen Warenkorbes ausweist, der die reale Teuerung gezielt und chronisch viel zu niedrig berechnet, wird es der Fed möglich sein, vielen Investoren eine gemäßigte Geldentwertung vorzugaukeln, womit man den Zinsanstieg zu kontrollieren versucht.
Während sich die Fed noch bedeckt hält, hatte die Europäische Zentralbank (EZB) vergangene Woche eine Ausweitung ihres Anleihekaufprogramms (PEPP) bekanntgeben, um die Zinsen unten zu halten. Anstatt einer strafferen Geldpolitik wird auch die Fed ihre lockere Geldpolitik ausweiten müssen, um kurzfristig einen weiteren Anstieg der Zinsen zu verhindern. Ironischerweise werden diese Eingriffe mittel- bis langfristig den Zinsanstieg zusätzlich befeuern, womit die Fed in einem Teufelskreis gefangen ist, aus dem es diesmal kein Entkommen mehr gibt. Die Kreditblase wird platzen, Zinsen steigen und die Unternehmensgewinne mit nach unten reißen, die Fiat-Währungen ab- und Ersparnisse entwerten, während der Goldpreis in den kommenden Jahren nicht nur nominal, sondern auch real ansteigen wird.
Da Powell nicht die steigenden Zinsen thematisiert hatte, wird der Markt glauben, man müsse Gold verkaufen, solange die Renditen der Staatsanleihen ansteigen. Jene, die in 2019 bereits frühzeitig gekauft haben, verspüren zunehmend den Druck Gewinne zu retten und jene die in der zweiten Jahreshälfte 2020 gekauft haben, könnten nun in Panik verkaufen und Verluste realisieren, aus Angst diese könnten noch größer werden. Eine weitere Bereinigung am Terminmarkt wäre die Folge, doch nachdem die EZB die Zinsen bereits adressiert hat, könnte die Korrektur am Goldmarkt langsam ihr Ende finden.
Der Goldpreis versucht um die Marke bei 1.700 US-Dollar weiterhin einen Boden auszubilden. Die Spekulanten an der COMEX reduzierten ihre Netto-Shortposition zur Vorwoche um 14 Tsd. auf 207 Tsd. Kontrakte, wobei der Preis um 23 US-Dollar auf 1.710 US-Dollar fiel. Damit halten die Spekulanten eine so geringe Anzahl an Long-Kontrakten wie zuletzt Mitte 2019. Dies zeigt, dass das bullische Sentiment deutlich abgekühlt ist, womit Gold auf dem aktuellen Preisniveau für antizyklisch agierende Investoren und Trader langsam interessant wird. Der mittelfristige Abwärtstrend beim Gold ist zwar noch intakt, doch dürfte sich die Korrektur in ihrer letzten Phase befinden. Womöglich hat Gold bei 1.676 US-Dollar vergangene Woche bereits sein Tief gesehen.
Die Zentralbanken trugen zu der Preisschwäche in den letzten Monaten bei und waren im Januar Nettoverkäufer mit 9,4 Tonnen. Das war der dritte Monat mit Nettoverkäufen seit Juni 2020, jedoch mit dem kleinsten Umfang. Usbekistan und Kasachstan waren die einzigen Banken, die ihre Goldreserven nennenswert erhöhten, während die Türkei und Russland die bemerkenswerten Verkäufer waren.
Das Smart Money kauft bereits wieder die Minenaktien, was sich am NYSE ARCA Gold Bugs Index zeigt, der von seinem Verlaufstief bei 250 Punkten wieder auf 270 Punkte ansteigen konnte. Wir hatten den Einbruch beim Goldpreis antizipiert und über 2.000 US-Dollar verkauft, was uns auch das Signal zu Gewinnmitnahme beim Goldminenindex HUI im Bereich von 350-360 Punkten brachte. Zuletzt hatten wir bei 280 und bei 250 Punkten in Etappen die Minen zurückgekauft, da wir bereits vermutet hatten, dass sich beim HUI-Goldminenindex Stärke zeigen würde.
Die Minen sind zum aktuellen Goldpreis unterbewertet und sobald der Markt versteht, dass die inflationsinduziert steigenden Marktzinsen nicht bärisch, sondern bullisch für Gold sind und diese in den nächsten Jahren mit dem Goldpreis ansteigen werden, wird viel Geld in die Minenaktien fließen. Wie von 2001 bis 2011, so könnten die Minen auch wieder den Standardaktienmarkt um das Sieben- bis Achtfache outperformen. Normalerweise sind die Minen eher ein Tradingmarkt, doch angesichts der bevorstehenden Stagflation über die kommenden Jahre hinweg, scheint auch ein langfristiges Investment auf Sicht von fünf Jahren große Gewinnchancen zu bieten.

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Die Minenaktien zeigten zuletzt Stärke – das Smart Money kauft bereits wieder

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Die Goldminen sind im Verhältnis zum Goldpreis immer noch unterbewertet 

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Wie von 2001 bis 2011, so könnten die Minen auch wieder den Standardaktienmarkt um das Sieben- bis Achtfache outperformen 

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Minenaktien sind sehr volatil, doch in den nächsten Jahren könnte es eine Hausse der Minen in der Stagflation geben 

Die Märkte werden bald realisieren, dass weder Notenbanken noch Regierungen die Inflation und somit die Zinsen unter Kontrolle haben. Mit den steigenden Preisen werden auch die Zinsen ansteigen. Da die veröffentlichte Teuerungsrate zu niedrig ausgewiesen wird, werden die Edelmetallpreise noch deutlich ansteigen und zusammen mit den Minenaktien haussieren, während Aktienmärkte in der Stagflation eher seitwärts laufen und die Anleihenmärkte einbrechen werden. Noch ist Zeit, sich richtig in Gold zu positionieren, sowie insbesondere beim immer noch günstigen Silber und Platin.