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US-Bilanzsumme bei 7 Billionen $ - Gold bald bei 2.000 $?

Der Goldpreis zeigte zum Ende der letzten Handelswoche Stärke, nachdem das totalitäre chinesische Regime eine Machtübernahme Hongkongs, dem freiesten Land der Welt, anstrebt, worauf die US-Regierung Gegenmaßnahmen androhte. Auf der anderen Seite wirken die Lockerungen der Lockdowns, der die Weltwirtschaft in die Rezession gestürzt hatte, dämpfend auf den Goldpreis. Schweden, Japan und Südafrika sind ohne Lockdown durch die Krise gegangen und auf dem besten Weg einer Herdenimmunität.

In vielen US-Bundesstaaten widersetzen sich die Menschen dem staatlich verordneten Stillstand, sodass auch dort die Wirtschaft bald wieder anlaufen wird, da sich die zumeist demokratischen Gouverneure nicht länger gegen die Bevölkerung stellen können. US-Präsident Trump versprach, dass es selbst bei einer zweiten Infektionswelle keinen erneuten Lockdown geben werde, was die Aktienmärkte stützt, weshalb der S&P 500 immer noch bei fast 3000 Punkten notiert und der Nasdaq nahe seinem Allzeithoch.

Vielen Analysten, Anlegern und Kommentatoren dämmert es erst jetzt, nachdem die Rallye an den US-Aktienmärkten gelaufen ist, dass die Aktienmärkte ihre Tiefs aufgrund der FED-Eingriffe womöglich nicht mehr erreichen werden und die Aktienbaisse in der Stagflation ausfallen könnte, womit diese sehr spät dran sind und dies schon fast als Kontraindikator zu werten ist. Wir hatten mit den QE-Programmen Mitte März Käufe im S&P 500 und bei den Minenaktien getätigt, da uns der Zusammenhang zwischen Liquidität und Anstiegen der Aktienmärkte sehr früh bewusst war. Die US-Notenbank hat ihre Bilanzsumme mittlerweile auf über sieben Billionen US-Dollar ausgeweitet, was einem Plus von 67 % binnen zwei Monaten entspricht. Diese künftige Abwertung des Dollars muss man bei der Bewertung der Aktienmärkte natürlich berücksichtigen, was auch der Grund sein wird, warum der Gold- und Silberpreis in den kommenden Monaten und Jahren massiv ansteigen werden.

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Die Bilanzsumme der US-Notenbank stieg erstmals auf über 7 Billionen US-Dollar an.

 

Selbst Söder durfte nun verkünden, dass das Schlimmste der Krise vermutlich überstanden sei und gerade die linke Regierung in Thüringen hat nun alle Verbote aufgehoben, womit man sich nach dem Wahldebakel wieder die Gunst der Wähler sichern will.

Weltweit erholen sich die Volkswirtschaften nach dem Ende der Shutdowns deutlich schneller, als die meisten Ökonomen es je erwartet hätten. In einigen Hauptstädten der Welt ist der Kraftstoffverbrauch wieder auf das Vorkrisenniveau angestiegen, wie Daten von Reuters zeigen. Die weltweite Nachfrage nach Rohöl hat sich schneller erholt und gleichzeitig wurden die angestrebten Produktionskürzungen der OPEC+ Staaten schneller erreicht als erwartet, wodurch der Rohölpreis wieder auf 33 $ für die Sorte WTI im July Future ansteigen konnte. Die Gefahr eines nochmaligen Einbruchs des Rohölpreises auf negative Preise ist damit gebannt, nachdem in den letzten beiden Wochen die US-Rohölvorräte gesunken anstatt gestiegen waren.

Die Krise und die Shutdowns haben das Angebot und die Nachfrage an den Rohstoffmärkten extrem beeinträchtigt, weshalb Prognosen in diesen Märkten bis zu einer Normalisierung der Weltwirtschaft kurzfristig deutlich erschwert werden. Einerseits nimmt die Investmentnachfrage nach Gold zu, doch andererseits nimmt die Schmucknachfrage sowie die industrielle Nachfrage in der Rezession ab. So verkaufen Italiener aktuell ihr Gold und greifen damit ihre Ersparnisse an, um die fehlenden Einnahmen zur Bestreitung des Lebensunterhalts zu kompensieren. In Italien wurde die achtwöchige Schließung der Wirtschaft seit dem 4. Mai gelockert, doch bleibt die italienische Wirtschaft mit ihren verschuldeten Unternehmen und zehntausenden Arbeitslosen weiterhin auf den Knien, sodass eine Schrumpfung des BIPs auf Jahressicht von 10 % erwartet wird.

Dazu kommt eine FOMO am Aktienmarkt, weshalb weniger Investoren kurzfristig den sicheren Hafen des Goldes suchen. Insgesamt hat sich die Weltwirtschaft in vielen Ländern nach dem Ende der Shutdowns schneller erholt als manche es für möglich hielten, was optimistisch stimmt. Die Geldmenge und die ausgereichten Hilfen werden die Fiat-Währungen abwerten und letztlich die Edelmetallpreise stark ansteigen lassen. Einen Goldpreis von bis zu 2.000 $ in diesem Jahr und 2.400 $ im kommenden Jahr sind dabei konservative Schätzungen, weshalb man unbedingt sein Vermögen gegen Inflation absichern und Gold kaufen sollte.

Platinminen dürften Produktion bald wieder hochfahren

Der Platinpreis fiel in den vergangenen Jahren aufgrund eines persistenten Überangebots am physischen Markt sukzessive auf 780 $. Der Preisverfall beschleunigte sich mit den weltweiten Shutdowns und dem Stillstand der Automobilindustrie, sodass der Preis im März auf unter 600 $ je Feinunze fiel. Da Platin primär in Katalysatoren von Dieselfahrzeugen Verwendung findet, gibt es während Rezessionen immer starke Einbrüche des Platinpreises, wenn die Nachfrage nach Neufahrzeugen einbricht. So hatten wir auch diesmal den starken Preiseinbruch leicht antizipieren und mit großem Profit handeln können.

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In Rezessionen brach der Preis des Industriemetalls Platin immer stark ein.

Nachdem der Preis um 40 % eingebrochen war, hatten wir zwar mit einer Zwischenerholung gerechnet, doch nicht mit einem so starken Preisanstieg auf wieder 940 $ je Feinunze in der letzten Handelswoche. Nach Jahren mit einem Überangebot, zeigte sich ausgerechnet in dem stärksten Wirtschaftseinbruch seit der großen Depression plötzlich ein physisches Defizit am Platinmarkt. Damit verhält sich der Platinpreis anders als bei jeder bisherigen Rezession. Hintergrund der relativen Stärke, die sich auch in den Terminmarktdaten der CFTC deutlich zeigt, war die corona-bedingte staatlich verordnete Zwangsschließung der Platinminen in Südafrika. Dadurch brach das Angebot stärker ein als die Nachfrage, was absurderweise gerade in der Rezession plötzlich für ein Defizit am physischen Markt gesorgt hatte.

Diese künstliche Verknappung des Angebots wird jedoch nur solange anhalten, bis die Platinminen in Südafrika ihren vollen Betrieb wieder aufnehmen werden. Erst vor wenigen Wochen wurde den Minen die Produktion mit halber Kapazität wieder gestattet. Es zeigte sich jedoch, dass die kostspielige Untertageförderung auf Sparflamme nicht rentabel ist. Die Minenindustrie in Südafrika, die weltweit der größte Platinproduzent ist, fordert daher von der Regierung ihre Produktion wieder erhöhen zu dürfen, da die Kosten höher als die Erträge sind, andernfalls drohen Minenschließungen. Da Südafrika trotz kaum umgesetzter Schutzmaßnahmen sehr gut durch die Krise ging und man sich die Steuerausfälle und Unruhen von Arbeitern nicht leisten kann, wird die Platinproduktion wahrscheinlich sehr bald wieder auf Normalbetrieb hochgefahren werden.

Die Nachfrage nach Neufahrzeugen dürfte in der Rezession jedoch nicht wieder so schnell zunehmen, weshalb auch die physische Nachfrage nicht so schnell auf das Vorkrisenniveau zurückkehren dürfte und somit das Ende des Defizits am Platinmarkt schon absehbar ist. Kurzfristig könnte das herrschende Defizit den Preis noch oben halten oder auf leicht höhere Preisniveaus führen. Auf Sicht der kommenden Monate erwarten wir mit einer Rückkehr der vollen Minenproduktion jedoch wieder das alte Überangebot am Platinmarkt und damit einen erneuten deutlichen Preiseinbruch, wobei auch das Tief bei 600 $ noch einmal angelaufen werden könnte. Im Trading muss man nun darauf warten, bis sich Schwäche am Terminmarkt zeigt, um dann mit charttechnischen Verkaufssignalen auf einen fallenden Preis zu setzen.

Das World Platinum Investment Council (WPIC) erwartet für 2020 eine insgesamt 18 % niedrigere Nachfrage, während die Produktion aufgrund der Shutdowns auf Jahressicht um 13 % abnehmen sollte. Damit soll der Markt in 2020 einen Überschuss von 247 Tsd. Unzen Platin erreichen, während es 2019 vermeintlich noch ein Defizit von 168 Tsd. Unzen gab. Auf der anderen Seite könnte die Investmentnachfrage aufgrund der massiven QE-Programme womöglich stärker zunehmen und damit das Überangebot ausgleichen. Aktuell gibt es sehr viele Variablen, die politisch abhängig sind und sich schnell ändern können, weshalb die kurz- bis mittelfristige Prognose so schwer wie noch nie sein dürfte. Aktuell erwarten wir im zweiten Quartal wieder ein Überangebot am Platinmarkt und einen weiteren Preisrücksetzer. Im dritten und vierten Quartal dürfte die Nachfrage im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung wieder zunehmen und der Preis wieder ansteigen. Langfristig dürfte auch Platin eine interessante Möglichkeit bieten, um sich gegen Inflation zu schützen, wenn man es zu 5 bis 10 % einem Edelmetalldepot beimischt.