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Vorstand von türkischer Kryptobörse flieht mit 2 Mrd. US-Dollar Kundengelder

Türkische Behörden nahmen 62 Personen fest, die mit der in Istanbul ansässigen Kryptobörse „Thodex“ in Verbindung stehen, nachdem deren Gründer, Faruk Fatih Ozer, mit geschätzten 2 Milliarden US-Dollar an Investorengeldern ins Ausland geflohen war. 400.000 Benutzer der Plattform konnten seit mehreren Tagen nicht mehr auf ihre Konten zugreifen, nachdem der Handel unter Berufung auf eine „nicht näher bezeichnete Partnerschafts-Transaktion" vorübergehend eingestellt wurde.
Die 2017 gegründete Handelsplattform verkündete, dass alle Dienste für etwa fünf Arbeitstage heruntergefahren würden und sich Kunden keine Sorgen machen sollten. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den Gründer wegen „schweren Betrugs und Gründung einer kriminellen Vereinigung".
Wie Bloomberg berichtete, hatte Thodex im vergangenen Monat eine Kampagne zur Kundengewinnung gestartet, wobei man Neukunden Millionen an kostenlosen Dogecoins versprach. Die Website behauptete vier Millionen der Münzen verteilt zu haben, während es gleichzeitig viele Beschwerden in den sozialen Medien gab, dass die Gelder nie ausgezahlt wurden.
In den letzten Monaten investierten Türken zunehmend in Kryptowährungen, um ihre Ersparnisse angesichts des starken Wertverlusts der türkischen Lira, aufgrund der hohen Inflation der Geldmenge seitens der türkischen Zentralbank, zu schützen. Erst letzte Woche haben die türkischen Behörden einen Schritt zur Regulierung der Kryptowährungsindustrie unternommen, sowie die Nutzung von Kryptos als Zahlungsmittel landesweit ab dem 30. April offiziell verboten. Das Verbot von Kryptowährungen als Zahlungsmittel in der Türkei ist einer der Gründe, die eine Korrektur am Kryptomarkt eingeleitet haben. Seit dem Verbot brach der Bitcoin um bis zu 15.000 US-Dollar auf im Tief bei 47.300 US-Dollar ein.

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Das Verbot von Kryptowährungen als Zahlungsmittel in der Türkei ist einer der Gründe, die eine Korrektur am Kryptomarkt eingeleitet haben

Der Bankrott der japanischen Kryptobörse „Mt. Gox“ in 2014, die damals rund 60 % des weltweiten Bitcoin-Handelsvolumen verarbeitete, mahnt Vermögen diversifiziert anzulegen. Nebst Betrug und Veruntreuung liegen die Risiken zunehmend bei sozialistischen Regierungen, die Vermögen selbst von Konten rauben, wie der Haircut in Zypern zeigte. Selbst ausländischen Bankkunden wurden damals mit bis zu 60 % ihrer Vermögen über 100.000 Euro enteignet. Auch der Versuch des US-Justizministerium die russische Kryptobörse BTC-e am 26. Juli 2017 zu schließen, zeigt wie weit Regierungen gehen. Dem Gründer von BTC-e wurde in 2017 in 21 Punkten wegen angeblicher internationaler Geldwäsche und der angeblichen Wäsche von Geldern aus dem Hack von Mt. Gox angeklagt, wobei Kunden der Börse einen großen Teil ihrer Einlagen verloren. Dieses Beispiel zeigt, dass nicht einmal ausländische Unternehmen vor dem Zugriff eines dritten Staates sicher sind und verzweifelte Regierungen ihr Geldmonopol unter allen Umständen verteidigen werden.

Smarte Investoren diversifizieren daher ihr Vermögen nicht nur in verschiedene Assetklassen, sondern auch über verschiedene Konten in verschiedenen Ländern, um mögliche Risiken zu minimieren. Hierzu bieten sich Zollfreilager und Edelmetalldepots in aller Welt an, sowie ETF-Produkte, aber auch ein Investment in Minenaktien.

Der Goldpreis notierte in 2013 noch bei 2.500 türkischer Lira und stieg auf über 16.000 Lira im letzten Jahr an. Folgender Chart zeigt die positive inverse Korrelation zwischen der Abwertung einer staatlichen Fiat-Währung und dem Anstieg des Goldpreises im gleichen Zeitraum. Wer in der Türkei auf die staatliche Währung setzte, verlor den Großteil seines Vermögens, doch wer auf Gold und Silber setzte, konnte sein Vermögen nicht nur erhalten, sondern dürfte auch einen realen Kaufkraftgewinn verbuchen können. Gold ist und bleibt der seit Jahrtausenden bewährte Wertspeicher und sichere Hafen vor Inflation.

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Der Goldpreis stieg von 2.500 türkischen Lira auf 16.000 in der Spitze an – Gold schützt vor der Inflation