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Technische Analyse zu Gold zum 17.02.2020

Coronavirus verhinderte bisher Preiskorrektur und schiebt Gold auf ein neues Allzeithoch 

Terminmarkt: Gold zeigte zur Vorwoche wieder relative Stärke – folgt nun der bullische Ausbruch aus der Wimpelformation?

Die Netto-Shortposition der Big 4 erhöhte sich von 25 auf 28 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 erhöhte sich von 53 auf 54 Tage der Weltproduktion. Der Preis stieg zum Stichtag der Datenerhebung am 11. Februar um 14,50 USD, während die Spekulanten netto nur 6 Tsd. Kontrakte short gingen. Dies zeigt weiterhin anhaltende relative Stärke.

Auch zum Vormonat zeigt sich noch leichte relative Stärke. Die Daten der BIG4 lassen eine leichte Manipulation vermuten, was die Stärke noch deutlicher hervorhebt. Die bullische Spekulation ist mit 307 Tsd. Kontrakten auf der Longseite weiterhin auf einem historisch einmalig hohen Niveau. Dies spricht grundsätzlich gegen einen mittelfristigen Preisanstieg, es sei denn, weitere exogene Faktoren sorgen für zunehmende Investmentnachfrage oder der Aktienmarkt bricht ein, wie es beispielsweise eine Pandemie des Coronavirus verursachen könnte.

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Zuletzt war der Markt Mitte 2016 so bullisch für den Goldpreis.

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Die einfache Darstellung zeigt an der roten Färbung, dass die Spekulanten eine historisch hohe Netto-Longposition halten.

In Euro hat der Goldpreis aufgrund der Abwertung des Euros und der gestiegenen Investmentnachfrage vor dem Hintergrund der Coronavirus-Angst nicht nur das hohe Preisniveau verteidigt, sondern auch ein neues Allzeithoch erreicht. Vor dem Ausbruch des Coronavirus war mit einer Korrektur des Goldpreises zu rechnen, doch der Virus hat zu einem Stillstand der chinesischen Wirtschaft geführt, was die Weltwirtschaft beeinflusst, was wiederum geldpolitische Lockerungen nach sich zieht und ziehen wird, weshalb diese neue Ausweitung der Geldmenge jetzt bereits eingepreist wird. Es kommt nun ganz darauf an, ob und wie schnell der Ausbruch eingedämmt werden kann. Je weiter sich das Virus ausbreiten kann, desto wahrscheinlicher wird eine Fortsetzung der Hausse am Goldmarkt unter dynamischer Nachfrage in ETFs, was zu einem vorübergehenden physischen Defizit führen könnte.

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Oberseite des Aufwärtstrendkanals spricht für eine Korrektur bzw. Abnahme des Momentums.

Für den Gold-Chart in US-Dollar lässt sich sagen, dass das Coronavirus dafür verantwortlich ist, dass sich der Goldpreis unter relativer Stärke bisher über der Signallinie und Unterstützung bei 1.550 $ halten kann. Fällt der Preis darunter, so wäre dies bärisch und es gäbe ein mittelfristiges Verkaufssignal bzw. das Signal zum Absichern von physischen Positionen, das intakt bleibt, solange der Preis unterhalb dieser Marke verweilt. Den Stop-Loss muss man dann entsprechend über dieser Signallinie platzieren und letztlich darunter nachziehen. Noch vor anderthalb Jahren hätten wir bei einem so übertrieben bullischen Sentiment blind Gold verkauft, doch die aktuellen Umstände lassen uns vorsichtig sein. 

Sollte der Kampf gegen das Virus erfolgreich sein, so dürfte der Goldpreis abverkaufen und drei bis sechs Monate korrigieren. Kann sich die Krankheit jedoch weiterhin verbreiten, so könnte dies den Goldpreis nach oben schieben, wobei es auch möglich ist, dass China und die USA in einer koordinierten Anstrengung den Preis drücken werden, um die Fiat-Währungen stabil zu halten.

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Wimpelformation oder Doppeltop?

Im Kurzfristchart sehen wir noch einmal die aktuelle Wimpelformation im Chart. Der Goldpreis kann sich durch den nCOVD-19 über der Unterstützung bei 1.550 $ halten. Solange dies so bleibt, gibt es für uns keinen Handlungsbedarf und wir bleiben neutral im Trading und Long mit unserer physischen Position. Wenn der Goldpreis unter diese Unterstützung fällt, beginnen wir Absicherungsgeschäfte zu tätigen und in drei Schritten zu hedgen sowie ggf. spekulative Shortpositionen zu platzieren. 

Wer spekulativ agieren möchte, dem bietet sich jetzt eine Chance. Kann der Goldpreis aus der kurzfristigen Wimpelformation jetzt nach oben ausbrechen, so erzeugt dies ein kurzfristiges Kaufsignal. Normalerweise empfehle ich bei solchen CoT-Daten derartige Trades keinesfalls anzunehmen, doch aufgrund der relativen Stärke in den CoT-Daten und dem Corona-Umfeld scheint das CRV dennoch neutral zu sein. Dies ist nur ein Trade für gute Trader, die sofort nach dem Ausbruch auch einen Stop Loss setzen. Ein Ausbruch würde nur ein sehr kurzfristiges Kaufsignal liefern und mittelfristig dürfte es erneute Rücksetzer auf 1.550 $ geben. Deshalb sollte man Gewinne mitnehmen aus diesem Trade. 

Auf der anderen Seite bietet diese aktuelle Marke den Bären eine Chance, wenn der Preis jetzt an dem Abwärtstrend im Wimpel scheitert. In diesem Fall könnte ein bärischer Ausbruch aus der Formation folgen mit einem Einbruch unter 1.550 $.

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Bei Ausbruch aus der Formation entstünde ein kurzfristiges charttechnisches Kaufsignal mit einem schlechten CRV.