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Technische Analyse zu Platin zum 07.06.2021

Korrektur setzt sich fort

Terminmarkt: CoT-Report vom 04.06.2021

Der Terminmarkt für Platin war seit vielen Wochen überkauft und zeigte keine relative Stärke mehr. Im Gegenteil blieb der Platinpreis seit Ende April unverändert, während der Goldpreis seine Rallye durchlief und der US-Dollar abschmierte, was die Schwäche am Platinmarkt jedem Trader vor Augen führte. Aufgrund dieser relativen Schwäche begannen Spekulanten insbesondere seit Mitte April Long-Kontrakte zu schließen, worauf der Preis sofort zu fallen begann.  

Auch in den letzten beiden Handelswochen war zu sehen, wie der Preis mit dem Rückzug der Bullen fiel. Da sich der physische Platinmarkt, gegensätzlich zu Gold und Silber, seit vielen Wochen im Gleichgewicht oder einem leichten Überangebot befindet, waren kurzfristige Wetten auf einen steigenden Preis uninteressant und Käufe erst zu niedrigeren Notierungen wieder vertretbar. Es war auch logisch, dass es bei einem Preisrückgang am Goldmarkt zu einem überproportional starken Rückgang beim Platinpreis kommen sollte, was sich letztlich am Donnerstag gezeigt hatte. Das CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) für einen Long-Trade auf kurzfristige Sicht ist weiterhin schlecht, bis der Markt von der bullischen Spekulation bereinigt wurde und Platin tiefer gehandelt wird. Die Analyse zu den CoT-Terminmarktdaten hat eine nur relativ kurzfristige Prognosekraft auf Sicht der nächsten ein bis acht Wochen und ist unabhängig von dem langfristig bullischen Ausblick auf den Platinpreis.

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Die Terminmarktdaten für Platin zeigen, dass der Markt überkauft ist und zuletzt mehr Angebot als Nachfrage am physischen Markt herrschte

Mitte Mai hatte der Platinpreis bei 1.210 US-Dollar den Aufwärtstrend gebrochen, was sich zuvor schon mit der Schwäche in den Terminmarktdaten angekündigt hatte. Mit dem Bruch des Aufwärtstrends gab es ein kurzfristiges Verkaufssignal. Unter der Prämisse, der physische Markt verbleibt im Gleichgewicht wie in den letzten Monaten, so könnte eine Bereinigung um Terminmarkt den Platinpreis im schlimmsten Fall wieder auf 1.000 US-Dollar zurückführen. Die Unterstützung bei 1.140 US-Dollar wurde am Freitag bereits getestet, worauf antizyklische Käufe den Preisverfall stoppten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich die Korrektur noch einmal bis zum nächsten Widerstand bei 1.060 US-Dollar oder gar 1.000 US-Dollar fortsetzen wird.

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Am Freitag testete der Platinpreis die Unterstützung bei 1.140 US-Dollar

Im Tageschart sieht man schön einen langfristigen Aufwärtstrend, der aktuell exakt im Bereich der Unterstützung bei 1.000 US-Dollar verläuft. Charttechnisch wäre ein Rücksetzer an diese Kreuzunterstützung idealtypisch und ein gutes Setup für Käufe auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht. Sollte der Preis diese Unterstützung erreichen, werden wir vor einem Einstieg noch einmal den dann aktuellen CoT-Report konsultieren und das CRV abschätzen, doch scheinen insbesondere langfristige Investitionen auf Sicht der nächsten drei bis zehn Jahre dort günstig zu sein.

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Der mittelfristige Aufwärtstrend verläuft bei etwa 1.000 US-Dollar, wo eine Korrektur ihr Ende finden dürfte

Im Langfristchart ist der Ausbruch über den Abwärtstrend in 2019 zu sehen und der Anstieg über den Widerstand bei 1.000 US-Dollar in 2020. Mit dem technischen Kaufsignal ging es schnell nach oben bis zum nächsten Widerstand bei 1.350 US-Dollar. Da es aktuell kein Defizit am Markt gibt, wäre es aus technischer Sicht idealtypisch, würde der Preis noch einmal auf das Ausbruchsniveau bei 1.000 US-Dollar zurückfallen, bevor langfristig agierende Investoren dort wieder mit vollen Händen hineingreifen und Platin kaufen. Von dort aus könnte der Preisanstieg weitergehen und im nächsten Jahr das Mehrjahreshoch bei 1.350 US-Dollar hinter sich lassen.

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Platin befindet sich seit 2020 wieder in einem neuen Bullenmarkt

Aktuell ist die Investmentnachfrage für die kurzfristige Preisentwicklung noch entscheidend. Die Substitution von Palladium durch Platin in der Industrie dürfte in den kommenden Jahren weiter zunehmen und Platin letztlich in ein Defizit rutschen. Das Inflationsjahrzehnt hat erst begonnen, weshalb die Investmentnachfrage in den kommenden Jahren hoch bleiben dürfte. Der kleine Platinmarkt könnte dann sogar das aktuell noch immer sehr starke Palladium outperformen. Die Ratios von Platin zu Gold und Palladium zeigen, dass Platin historisch günstig ist zu allen anderen Edelmetallen. Langfristig sind die Chancen gut, weshalb man diesen aktuellen Rücksetzer auf 1.000 US-Dollar nutzen sollte, um eine langfristige Position in Höhe von 5 % bis 10 % auf Sicht der nächsten Jahre aufzubauen.

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Platin ist zu Gold immer noch historisch billig

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Platin ist zu Gold immer noch historisch billig

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Eine Mean-Reversion ist in der nächsten Dekade denkbar, womit der Platinpreis etwa fünfmal stärker als der Palladiumpreis ansteigen könnte