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Technische Analyse zu Platin zum 27.04.2020

Starke Investmentnachfrage sorgt für Defizit am Platinmarkt

Terminmarkt: Weiterhin überraschende relative Stärke am Terminmarkt

Die Daten für Platin überraschen wieder etwas zur Vorwoche. Obwohl die Automobilnachfrage am Boden liegt, zeigt sich die physische Nachfrage robust und der Preis relativ stark. Zwar fiel Platin um 64 $ zur Vorwoche, doch hat sich auch der CoT-Index um vier Punkte verbessert.

Insgesamt sind die Spekulanten mehrheitlich bärisch positioniert und die Kleinspekulanten haben im historischen Vergleich extrem stark auf einen weiterhin fallenden Preis gewettet. Die birgt Potenzial für einen bullischen Ausbruch nach oben und einen folgenden Short Squeeze.

So positiv dieses Setup eigentlich wäre, so müssen wir uns doch an das Überangebot in diesem Markt der letzten Jahre erinnern. Die industrielle Nachfrage war vor dem Shutdown und vor der offiziellen Rezession schon schwach, doch jetzt da die Automobilnachfrage eingebrochen ist, stellt sich die Frage, woher die nachhaltige physische Nachfrage kommen soll? Investoren sind aktuell in diese Lücke gesprungen und haben die günstigen Preise genutzt mit massiven Zuflüssen in ETF-Produkte, in der Hoffnung, Platin wird in den nächsten Jahren ansteigen. Ob diese Investmentnachfrage jedoch anhalten und den Preis weiterhin in einem Defizit halten kann, ist äußerst fraglich. Ebbt die Investmentnachfrage ab, so droht Platin schnell wieder in ein Überangebot zu rutschen und noch einmal die Crash-Tiefs zu testen.

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Der Terminmarkt für Platin ist schon fast wieder im bullischen Kaufbereich.

Der Langfristchart zeigt die eindrucksvolle Halbierung des Platinpreises aufgrund der Shutdown-Krise. Während Gold und Palladium von starker Nachfrage auf immer neue Allzeithochs getrieben werden, befindet sich der Platinmarkt seit neun Jahren in einem Bärenmarkt. Trotz einer Ausweitung der Geldmenge in dieser Zeit, fiel der Platinpreis in den letzten Wochen auf unter 600 $. Platin muss erst über die Unterstützung bei 780 $ zurückkehren, damit sich das charttechnische Bild aufklart.

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Nach dem starken Einbruch folgten drei kurzfristige Kaufsignale beim Silber.

Setzt man den Platinpreis in Relation zu den anderen Edelmetallen, so zeigt sich, dass Platin noch nie in der Geschichte so günstig war zum Gold und zu Palladium wie aktuell. Auch zum günstigen Silberpreis zeigt sich Platin bisher noch schwächer. Die Charts zeigen auch, dass diese Ratios sehr volatil waren und es durchaus möglich ist, dass sich Platin in den kommenden zehn Jahren besser als die anderen Edelmetalle entwickeln kann.

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Platin ist historisch günstig zu Palladium.

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Platin ist historisch günstig zu Gold.

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Auch zu Silber ist Platin aktuell sehr günstig.

Im Daily-Chart sieht man unsere Kauf- und Verkaufssignale der letzten zwei Jahre. Bei 1.000 $ hatten wir bereits vor dem Shutdown der westlichen Volkswirtschaften deutliche relative Schwäche ausgemacht, die auf einen fallenden Preis schließen ließ. Die damals genannten Zielmarken bei 840 $ und bei 780 $ wurden beide erreicht. Mit dem Shutdown in China wurde uns bewusst, dass die Automobilnachfrage und somit die Nachfrage nach Katalysatoren für Dieselmotoren, in denen Platin verwendet wird, einbrechen dürfte. Wir verstärkten darauf hin unsere Prognose und hielten gar einen Preiseinbruch bis in den Bereich von 500 $ - 600 $ für möglich. Im Crashtief erreichte der Platinpreis 565 $ je Feinunze, bevor langsam eine Korrektur an den Widerstand bei 780 $ einsetzte. 

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Im Crashtief halbierte sich der Platinpreis fast auf 560 $.

Im Kurzfristchart sieht man den Einbruch noch deutlicher. Bei 600 $ bildete sich ein Boden aus, der mehrmals getestet wurde. Mit dem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends kam es zu massiven Käufen, insbesondere zu hohen Zuflüssen in ETF-Produkte. Auch die Industrie dürfte diese Ausverkaufspreise genutzt haben, um die Lager günstig zu füllen. Diese Kombination aus verstärkter kurzzeitiger Investmentnachfrage und kurzzeitig wieder starker Industrienachfrage, ließ den Preis wieder auf 780 $ ansteigen. An diesem Widerstand scheiterte der Platinpreis jedoch bisher.

Es kommt jetzt ganz darauf an, ob die starke Investmentnachfrage anhält und ob die Industrienachfrage aufgrund des Stillstands in der Automobilindustrie weiterhin schwach bleiben wird. Sollte die Investmentnachfrage langsam abebben und auch die Industrienachfrage entsprechend der Unsicherheit in der Wirtschaft wieder schwächer werden, droht dem Platinpreis ein nochmaliger Rücksetzer. Eine schnelle Rückkehr an den Widerstand bei 1.000 $ ist im aktuellen Umfeld eher unwahrscheinlich. Dennoch muss man konstatieren, dass Platin charttechnisch über 780 $ long ist und letztlich der Markt immer Recht hat. An diesem Widerstand finden auch die Bären ein ideales Setup mit einem geringen CRV, um auf einen fallenden Preis zu wetten. Für uns ist die Lage kurzfristig zu undurchsichtig zum aktuellen Zeitpunkt. Nach den sehr guten Gewinnen in den letzten Monaten bleiben wir jetzt abseits und warten auf eine bessere Chance.

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Bullen und Bären kämpfen an dem Widerstand bei 780 $.