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Technische Analyse zu Platin zum 30.08.2021

Industrielle Käufer stützen den Preis an wichtiger Unterstützung

Terminmarkt: CoT-Report vom 27.08.2021

Der Terminmarkt für Platin zeigte sich in den vergangenen beiden Wochen neutral. Angebot und Nachfrage waren ausgeglichen, was Platin bis dato noch am Boden hielt.

Die CoT-Daten sind jetzt eigentlich im Kaufbereich angekommen. Das Potenzial für einen Long-Drop ist damit weg und dementsprechend stark hielt sich der Platinpreis, als der Goldpreis im Flash-Crash einbrach. Für einen Alleingang des Platinpreises fehlt die fundamentale Nachfrage, sodass Platin nur mit dem gesamten Edelmetallsektor ansteigen dürfte.

Gold hat den Abwärtstrend überwunden, womit nun auch Platin durch zusätzliche Investmentnachfrage mit nach oben gezogen werden könnte. Ohne relative Stärke in den Daten, wird Platin kurzfristig dem Goldmarkt folgen.

Chart

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Die Terminmarktdaten für Platin sind mittlerweile bullisch, doch zeigen sie noch keine relative Stärke 

Obwohl Gold in den letzten Wochen kurzzeitig noch einmal einbrach, konnte der Platinpreis die Unterstützung bei 1.000 US-Dollar verteidigen. Dies zeigt, dass der Markt spekulativ bereinigt ist und das günstige Preisniveau für Käufe genutzt wird. Wir hatten Anfang Mai frühzeitig einen Einbruch auf diese Unterstützung erwartet.

Auf der anderen Seite zeigte sich zum Jahresanfang deutliche Schwäche bei Platin zu Gold, die scheinbar bis heute anhält. Platin ist kurzfristig nun abhängig vom Goldpreis. Kann sich Gold über 1.820 US-Dollar halten und weiter ansteigen, dann wird Platin ausbrechen und zusätzliche Investmentnachfrage den Preis erst bis zum Widerstand bei 1.060 US-Dollar und darüber bis 1.140 US-Dollar treiben. Nach dem Preisrückgang um über 250 US-Dollar und den bereinigten CoT-Daten ist das CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) für diesen Trade gut. Hält sich Gold zum Wochenstart stark, dann sollte Platin den Abwärtstrend überwinden und damit ein kurzfristiges Kaufsignal generieren, das intakt bleiben wird, solange Platin über 1.000 US-Dollar notiert. Stop-Loss-Orders sollten entsprechend platziert und nachgezogen werden.

Sollte Gold hingegen zurück in den Abwärtstrend fallen und noch einmal die Tiefs anlaufen, dann sehen wir Platin aufgrund der fehlenden relativen Stärke wahrscheinlich noch einmal auf 860 US-Dollar fallen und dort das Tief ausbilden.

Chart

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Noch ist der Abwärtstrend bei Platin intakt. Das Korrekturziel wurde bereits abgearbeitet

Im Tageschart sehen wir einen langfristigen Aufwärtstrend, der exakt an der Unterstützung bei 1.000 US-Dollar verläuft, womit beide zusammen eine stärkere Kreuzunterstützung bilden. Der Aufwärtstrend wurde schon gebrochen und in den letzten Wochen handelte Platin unter dieser wichtigen Unterstützung, was nicht gut ist.

Sollte Gold jetzt jedoch anziehen und Platin infolgedessen zurück in den alten Aufwärtstrend springen, so würde der Preisrückgang unter den Aufwärtstrend als ein False-Break interpretiert werden, worauf die Bären mit Shorteindeckungen und die Bullen mit Käufen reagieren und den Preis nach oben treiben werden.

Sollte der Goldpreis hingegen schwach bleiben und noch einmal auf 1.700 US-Dollar fallen, so wäre im schlimmsten Fall ein Rücksetzer bis in den Bereich von 860 US-Dollar denkbar, wo wir jedoch beherzt wieder antizyklisch als Käufer auf kurz-, mittel- und langfristige Sicht aktiv würden.

Chart

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Der gebrochene Aufwärtstrend muss nun zurückerobert werden

Der Langfristchart sieht sehr schön aus. Wir hatten bereits im letzten Jahr mit dem Ausbruch über 1.000 US-Dollar ein Kaufsignal bis 1.350 US-Dollar gegeben, von wo aus wir mit einer erneuten Korrektur auf 1.000 US-Dollar gerechnet haben. Das war nur ein grobes Szenario, das wir aus der fundamentalen Schwäche am Platinmarkt abgeleitet hatten, doch letztlich exakt so eintraf.

Charttechnisch wurde der Ausbruch über den Widerstand bei 1.000 US-Dollar von den Spekulanten gekauft, worauf es nun einen Pull Back auf den ehemaligen Widerstand gab, der nun als Unterstützung fungiert. Aus dieser Perspektive wäre die Korrektur abgeschlossen, worauf neue Käufer den Preis wieder Richtung 1.350 US-Dollar treiben dürften.

An der aktuellen Unterstützung dürften industrielle Verbraucher den günstigen Preis nutzen, um ihre Lagerbestände aufzustocken und so dazu beitragen, dass der Preis von hier aus erneut ansteigen wird.

Mit einem nochmaligen Rücksetzer bei Gold wäre auch ein Rücksetzer auf 800 US-Dollar bis 860 US-Dollar im Worst Case denkbar. Danach sollte es im kommenden Jahr einen neuen Anstieg auf 1.350 US-Dollar geben. Nachdem der Goldpreis am Freitag bullisch ausbrechen konnte, sind wir kurzfristig optimistisch.

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Langfristig zeigt der Chart eine Trendumkehr und ein Ende der langfristigen Abwärtstrends

Das Platin-Palladium-Ratio zeigt, dass Platin in den vergangenen 50 Jahren immer teurer war als Palladium, mit Ausnahme der Jahrtausendwende und aktuell seit 2017. Aktuell wird die Feinunze Palladium historisch einmalig 160 % über dem Preis von Platin gehandelt.

Nach dem WPIC (World Platinum Investment Council) soll die Nachfrage nach Platin aus der Automobilindustrie in diesem Jahr um 25 % zum Vorjahr auf 3 Millionen Unzen ansteigen. Begründet wird dies mit einem Aufholeffekt nach dem Einbruch der Nachfrage im letzten Jahr aufgrund der Lockdowns. Man erwartet daher für dieses Jahr einen 16 % höheren Absatz von Neufahrzeugen. Zusätzlich sollen die neuen Euro 6d und die China 6a-Norm für einen Anstieg der Nachfrage sorgen.

Wir sehen in den letzten Jahren in der Industrie eine fortschreitende Substituierung von Palladium durch das günstigere Platin. Der Palladiummarkt ist immer noch eng und solange dies anhält, dürfte dieser Umstand für weiter steigende Preise sorgen, worauf auch die Substitution weiter fortschreiten und letztlich auch zu steigenden Platinpreisen führen wird. Diese Transformation ist ein langsamer Prozess und man schätzt, dass jährlich etwa 1,5 Millionen Unzen Palladium in der Industrie durch Platin ersetzt werden.

Langfristig ist es konsequent logisch und wahrscheinlich, dass die Substitution in der Zukunft zu einem Überangebot bei Palladium und einem Defizit bei Platin führen wird. Das Ratio würde dann wieder ansteigen, wobei Platin das Palladium massiv outperformen dürfte. Würde das Ratio nur zu seinem Durchschnitt der letzten 50 Jahre bei 3 zurückkehren, entspräche dies einer sechsmal besseren Performance von Platin zu Palladium in der Zukunft.

Will man ein langfristig ausgerichtetes Edelmetalldepot auf Sicht von mindestens einer Dekade diversifizieren, so wäre Platin eine Spekulation wert. Da Platin auch zu Gold und Silber historisch günstig ist, wäre es denkbar, dass Platin sogar die monetären Edelmetalle in den kommenden zehn Jahren outperformen könnte. Kurzfristig hat Platin noch mit einem Überangebot zu kämpfen, doch auf Sicht einer Dekade scheint das Risiko begrenzt und die Gewinnchance sehr hoch zu sein, weshalb wir den aktuellen Rücksetzer zum Aufbau langfristiger Positionen nutzen.

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Platin ist aktuell so günstig zu Palladium wie noch nie zuvor