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Technische Analyse zu Gold zum 01.03.2021

Sell Off am Goldmarkt – wie geht es weiter und wann muss man zugreifen?

Terminmarkt: Spekulanten warfen das Handtuch – Big 4 nutzten die Chance

Der Preis stieg zur Vorwoche um 12 US-Dollar, während die Spekulanten 23 Tsd. Kontrakte netto abbauten. Das zeigt eine Stärke und ein Defizit am physischen Markt in der Betrachtungswoche zum Stichtag des 23. Februar. Da jedoch die Big 4 ihre Netto-Shortposition um rund sechs Tage der Weltproduktion abbauen konnten, ist diese Stärke zu relativieren. Ohne Spekulanten, die ihre Long-Kontrakte geschlossen und neue Shorts eröffnet hätten (was man an den Daten erkennt), wären die Big 4/8 nicht in der Lage gewesen ihre nackten Shorts zu schließen.

Die Daten sind weiterhin im Verkaufsbereich, insbesondere zum Open Interest und insgesamt zeigen sie uns, dass es bereits vor dem Einbruch in der vergangenen Woche eine erste Bereinigung am Terminmarkt gab und die Bullen unter den Spekulanten zu Bären mutierten, was den Manipulatoren die Chance zur Eindeckung gab. Da die Daten mit dem Stichtag Dienstag noch nicht den Preisrückgang dieser Woche beinhalten, werden wir erst am nächsten Freitag bestimmen können, wie viele Spekulanten rausgeschüttelt wurden, ob das Sentiment bärisch ist und ob wir mit Käufen beginnen können. Bis dahin müssen wir von weiterem Rückschlagpotenzial nach diesem Report ausgehen, zumindest so lange, bis es ein technisches Signal gibt. Für antizyklische Käufe scheint es mit diesem Report noch zu früh zu sein.

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Es kam zu einer ersten Bereinigung am Terminmarkt, doch noch ist genügend Potenzial für einen weiteren Long Drop vorhanden

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Die großen vier Händler hatten den Preisrückgang genutzt, um ihre Positionen zu schließen

Unser über vier Monate hinweg andauernder Short-Trade, den wir bei 2.050 US-Dollar mit dem Ziel bei 1.800 US-Dollar eröffnet hatten, fand Ende November sein Ende und wir nahmen die Gewinne aus diesem Trade mit. Mittel- und langfristig agierenden Investoren bekamen ein antizyklisches Kaufsignal auf diesem Preisniveau, wobei ich kurzfristig agierenden Tradern noch zur Vorsicht mahnte, da kurzfristig noch einige Risiken für den Goldpreis im Raum standen.

Kurzfristige Trader waren den Dezember über Long und konnten bis zu 150 US-Dollar je Unze mit einem steigenden Goldpreis reinholen, bevor sie mit einem Bruch des Aufwärtstrends spätestens ausgestoppt wurden. Den Januar und Februar über baute sich zunehmend Schwäche auf, die Unterstützung bei 1.800 US-Dollar wurde mehrmals getestet und im Februar mit einem Abrutschen auf 1.760 US-Dollar unterschritten. Ein erneuter Versuch der Bullen den Preis wieder über die Marke von 1.800 US-Dollar zu schieben, scheiterte. Letztlich warfen die Bullen mit dem Unterschreiten der Marke von 1.760 US-Dollar in der letzten Woche das Handtuch und der Preis brach am vergangenen Freitag im Zuge einer Bereinigung am Terminmarkt ein.

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Der Goldpreis fiel bis auf 1.717 US-Dollar

Die CoT-Daten mahnten zur Vorsicht und wir vermuteten, dass die Regierungen zu einem Schlag gegen den Goldpreis ausholen könnten, um das bullische Momentum am Silbermarkt zu brechen und das Sentiment zu erschüttern. In der letzten Analyse schrieb ich: „Fällt die wichtige Unterstützung bei 1.800 US-Dollar, dann droht ein nochmaliger Einbruch um 100 US-Dollar.“

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Die erste Unterstützung bei 1.740 US-Dollar hatte der Goldpreis zumindest kurzfristig durchbrochen

Der Goldpreis in Euro ist weiterhin unser wichtigster Chart. Der Abwärtstrend ist weiterhin intakt und beide Aufwärtstrends wurden gebrochen, was uns ein starkes Warnsignal lieferte. Die letzte Bastion war die Unterstützung bei 1.500 Euro. „Sollte diese Verteidigungslinie fallen, so droht ein finaler Sell Off auf 1.400 Euro.“

Die Handelsstrategie ist jetzt einfach:

  • Erst mit dem Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends (rote Linie), würde es ein mittel- bis langfristiges prozyklisches Kaufsignal geben.
  • Antizyklisch könnten wir erst im Bereich um die 1.350 Euro je Feinunze ein mittel- bis langfristiges Kaufsignal ausrufen, sofern der Terminmarkt bis dahin ausreichend von der bullischen Spekulation befreit wurde.

Kurzfristig entspannt sich die Lage mit einer Rückeroberung des Widerstands bei 1.500 Euro. Bis dahin muss man mit einer Fortsetzung der Korrektur auf etwa 1.350 Euro rechnen.

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Der Chart für Gold in Euro ist sehr schön und brachte ein deutliches Signal

Im Kurzfristchart von Gold in Euro ist die Situation noch einmal deutlicher zu sehen. Nachdem der Goldpreis 10 Wochen trendlos seitwärts auf der Unterstützung bei 1.500 Euro tänzelte und dabei zwei Aufwärtstrends brach, fiel er letztlich unter diese Marke und brach deutlich ein. Der Fall unter die Unterstützung brachte ein Verkaufssignal, das bis dato intakt ist – dieses negiert sich erst mit einem Preis über 1.500 Euro oder dem Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends, was mittlerweile ebenfalls nur mehr einen Preis von über 1.500 Euro benötigen würde.

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Wie lange die Korrektur noch dauern wird, ist aufgrund der Gesamtgemengelage schwer einzuschätzen. Einerseits besteht das kurzfristig für den Goldpreis negative Umfeld fort und der Terminmarkt scheint noch nicht genügend bereinigt zu sein. Andererseits ist der mittel- bis langfristige Ausblick für den Goldpreis extrem bullisch, weshalb Rücksetzer Kaufmöglichkeiten sind, die von vielen Investoren genutzt werden.

Wir wollen eine weitere Bereinigung am Terminmarkt sehen, bevor wir antizyklisch kurzfristig wieder zu Bullen mutieren. Aktuell läuft eine Zwischenerholung, die nach dem Abverkauf am Freitag zu Wochenstart zu erwarten war. Je nachdem wo und wann diese Erholung ihr Ende findet, ist mit einer zweiten Korrekturwelle unter der 1.500 Euro-Marke zu rechnen, die den Preis womöglich bis in den Bereich von 1.350 Euro bringen könnte. Dort sehen wir den Preis kurz-, mittel- und langfristig als sehr günstig und würden definitiv zum Bullen werden.