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Goldvreneli: Wer hat sie geprägt? Die Schweizer!

Von der bekanntesten Goldmünze der Schweiz gibt es schon lange keine aktuellen Jahrgänge mehr: Die Goldvreneli wurde zwischen 1897 und 1949 geprägt. In dieser Zeit entstanden insgesamt 56,8 Mio. Exemplare, weshalb die meisten Jahrgänge auch heute noch in großer Menge verfügbar sind. Lediglich zwischen 1904 bis 1906, 1926 und 1935 wurden nur vergleichsweise wenige Goldvreneli geprägt, weshalb Münzen dieser Jahrgänge heute mit Sammleraufschlägen gehandelt werden.

Äußerliche Merkmale

Die Goldvreneli wurde nach den Normen der zwischen 1865 und 1914 bestehenden Lateinischen Münzunion geprägt und erhält wie die meisten Münzen aus dieser Zeit einen Anteil Kupfer, was in der rötlichen Farbnuance auch äußerlich sichtbar ist. Heller erscheinen hingegen 29 Goldmünzen, die im Jahr 1897 mit Gold aus dem einstigen Bergwerk Gondo im Kanton Wallis geprägt wurden und bei denen auch ein Anteil Silber verwendet wurde.

Auf der Bildseite der Goldvreneli befindet sich eine von Fritz Ulysee Landry gestaltete Darstellung der Schweizer Nationalallegorie Helvetia. Dabei handelt es sich nicht um die ursprüngliche Version, die der Neuenburger Künstler eingereicht hat: Auf dieser trug die Helvetia ihr Haar offen und um den Hals einen Kranz aus Edelweißblüten. Weil diese Darstellung als zu jung, zu individuell und zu schwärmerisch empfunden wurde, erreichte dieser Entwurf nur den zweiten Platz unter den 21 Einreichungen (ein erster Platz wurde nicht vergeben, weil von keinem der einreichenden Künstler die Wettbewerbsbedingungen vollständig respektiert worden seien).

Nachdem Landry den Entwurf nochmal überarbeitete, erhielt dieser von der Jury den Zuschlag. Auf der Bildseite befindet sich zudem noch eine Bergkulisse und der Schriftzug „Helvetia“ ist zu lesen, die vom antiken Volksstamm der Helvetier abgeleitete neulateinische Bezeichnung für die Schweiz. Auf der Wertseite der Goldvreneli befinden sich das Schweizerkreuz, der Nominalwert und das Prägejahr. Ihren Namen verdankt die Münze der Verkleinerungsform des in der Schweiz weit verbreiteten Frauennamens Verena. Der Name selbst ist auf den Münzen jedoch nicht zu finden, denn ursprünglich hieß die Münze Helvetia.

Der heutige Name bürgerte sich in den 1940er Jahren ein. In der italienischsprachigen Schweiz wird die Münze üblicherweise „Marengo“ genannt. Diese Bezeichnung geht auf die Schlacht bei Marengo zurück, in der Napoleon Bonaparte im Jahr 1800 einen entscheidenden Sieg über Österreich feierte und in Piemont eine Tochterrepublik gründete, wo der französische Franc Zahlungsmittel war. Das goldene 20-Franc-Stück wurde dort umgangssprachlich „Marengo“ genannt – eine Bezeichnung, die im italienischen Sprachraum auch für andere 20-Francs-Münzen übernommen wurde.

Eigenschaften

Die meisten Goldvreneli haben einen Nennwert von 20 Franken, lediglich zwischen 1911 und 1922 wurden auch 10- Franken-Vreneli geprägt. Die 20-Franken-Vreneli hat bei einem Raugewicht von 6,45 g ein Feingewicht von 5,81 g. Bei der 10-Franken-Münze liegt das Raugewicht bei 3,23 g und das Feingewicht bei 2,9 g. Das seltenste Exemplar ist die im Jahr 1925 geprägte 100-Franken-Vreneli mit einem Raugewicht von 32,26 g und einem Raugewicht von 29,03 g.

Warum Vreneli?

Obwohl die Vreneli seit vielen Jahrzehnten nicht mehr geprägt wird, gehört er als Investmentprodukt alles andere als zum alten Eisen – im Gegenteil: Weil er zu 90% aus purem Gold besteht, ist die Goldvreneli kratzfester als heutige Neuprägungen. Zudem ist die Goldvreneli auch eine vergleichsweise günstige Investition, denn sie ist circa 14 % günstiger als ein entsprechender 1-g-Goldbarren. Wie andere Goldmünzen auch zeichnet sich die Goldvreneli durch hohe Wertbeständigkeit aus: Als im Jahr 1914 erstmals die 20-Franken-Banknote herausgegeben wurde, entsprach das damals nicht nur dem Nominalwert der Goldvreneli, sondern auch dem durchschnittlichen Tageslohn eines Schweizer Büroangestellten.

Durch mehr als 100 Jahre Inflation ist die Kaufkraft dieser 20 Franken kontinuierlich gesunken – während der Wert der Goldvreneli stetig zugenommen hat. So liegt sein Materialwert mittlerweile bei ca. 300 Euro – Tendenz steigend. Im Vergleich hat der Wert der 20-Franken-Bank - note keine Wertsteigerung erfahren. Im Zahlungsverkehr wird die Goldvreneli schon lange nicht mehr verwendet: Im Zuge der Weltwirtschaftskrise beschloss die Schweiz 1936, die Goldparität des Franken von 290 mg auf 190 bis 215 mg Feingold zu senken. Zudem wurde die Nationalbank von der Verpflichtung befreit, Banknoten jederzeit in Gold zu wechseln. In der Folge war der Kurswert der 20-Franken-Vreneli geringer als der Goldwert, sodass das Stück hauptsächlich gehortet wurde. Damit endete zunächst auch die Prägung der Goldvreneli. Um einerseits ihre im Zweiten Weltkrieg deutlich gewachsenen Goldbestände abzubauen und andererseits die starke Nachfrage nach Anlagemünzen zu befriedigen, wurde die Produktion der Goldvreneli 1945 wieder aufgenommen.

Bei den Prägungen der Jahrgänge 1945 und 1946 wurde als Jahreszahl die des letzten regulären Jahrgangs 1935 verwendet. Um zu verdeutlichen, dass es sich dabei rein um Anlagemünzen handelte und um die neuen von den alten Jahrgängen zu unterscheiden, war auf den neuen Münzen neben der Jahreszahl noch der Buchstabe „L“ für „Lingot“ (französisch für Barren) aufgeprägt. Obwohl diese
Münzen nur zwei Jahre lang geprägt wurden, machen sie mit 20 Mio. Stück mehr als ein Drittel aller jemals geprägten Goldvreneli aus. Aufgrund geänderter Münzgesetze war auf den letzten drei Jahrgängen der Goldvreneli wieder das richtige Jahr aufgeprägt und der Zusatz „L“ neben der Jahreszahl entfiel wieder.

Viele Gründe für Goldmünzen

Für die meisten Menschen sind Münzen in erster Linie Zahlungsmittel. Doch sie können auch als Anlageobjekte dienen und bieten dabei einige Vorteile gegenüber einer Investition in Goldbarren: Aufgrund des aufgeprägten Motivs haben seltene Jahrgänge neben dem Materialwert häufig noch einen Sammlerwert.

Tipps für Einstieg in Edelmetallinvestments

Jedem Anfang wohnt bekanntlich ein Zauber inne – so ist es auch bei der Anlage in Goldmünzen. Dieses Gefühl hatte auch Tim Schieferstein im Jahr 2004 als er erstmals ein Goldstück in der Hand hielt und zwar einen Krügerrand. Heute ist er Geschäftsführer der SOLIT Gruppe, einer der größten Edelmetallhändler Europas und hat mit seinem Expertenwissen, das er gerne auch in der Fachpresse teilt, tausenden Anlegern bereits den Einstieg in Edelmetalle erleichtert. Einem breiten Publikum macht er sein Wissen mit seinem ersten Buch „Gold & Silber für Einsteiger“ zugänglich. Dabei geht er auf die Vor- und Nachteile von Edelmetallinvestments ein und erklärt, warum dieser Sachwert in keinem Portfolio fehlen sollte.