Fazit: Kapitalanlage in Gold und Silber aussichtsreich

Im Folgenden werden die zentralen Ergebnisse, Thesen und Schlussfolgerungen dieses Buches noch einmal kurz zusammengefasst:

Geologische Grundlagen

Entstehung: Schwere Elemente wie Gold und Silber entstanden vor viereinhalb Mrd. Jahren bei der Kollision zweier Neutronensterne unter extremen Druck- und Temperaturbedingungen. Die heute in der Erdkruste enthaltenen Edelmetalle wurden der Erde aber erst im Verlauf ihrer Entwicklung durch einschlagende Himmelskörper zugefügt.

Vorkommen: Der Anteil von Gold und Silber in der Erdkruste entspricht dem Verhältnis von 1 zu 15. Die durchschnittliche Konzentration ist aber so gering, dass ein wirtschaftlicher Abbau nur bei massiven Anreicherungen möglich ist. Diese äußerst seltenen Anreicherungen kamen unter spezifischen geologischen Voraussetzungen zustande, bei denen meist hydrothermale Vorgänge in Verbindung mit vulkanischer Tätigkeit oder Sedimenta­tionsprozesse eine Rolle spielten.

Ressourcen: Die unterirdischen Gold- und Silberressourcen lagen 2009 bei 0,1 Mill. Tonnen Gold und 0,57 Mill. Tonnen Silber, ihre Relation liegt somit bei etwa 1 zu 6. Edelmetalle am Meeresgrund oder im Meerwasser und deren künstliche Herstellung werden aufgrund der damit einhergehenden extrem hohen Gewinnungskosten nie eine wirtschaftliche Bedeutung erlangen.

Gewinnung und Nutzung

Minenförderung: Edelmetalle werden seit sechseinhalb Jahrtausenden gewonnen und verarbeitet. Seither wurden 0,17 Mill. Tonnen Gold und 1,7 Mill. Tonnen Silber gefördert. Die Minenförderung erfuhr vor allem ab dem 19. Jahrhundert aufgrund neuer Fördertechnologien und einer zunehmenden Edelmetallnachfrage eine rasante Steigerung.

Edelmetalle als Währung und Wertspeicher: Der legendäre Krösus führte im 6. Jahrhundert v. Chr. Gold- und Silbermünzen ein, die aufgrund ihrer Eigenschaften Haltbarkeit, Seltenheit und Teilbarkeit für zweieinhalb Jahrtausende wichtigstes Tauschmittel waren – Geld. Wegen des steigenden Welthandels wurden Münzen Ende des 18. Jahrhunderts aus Gewichtsgründen durch Papiergeld ersetzt, das zunächst aber noch durch Gold und Silber gedeckt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte zunächst die Demonetisierung von Silber, Anfang der 1970er-Jahre auch die von Gold. Die mit dem reinen Papiergeldstandard einhergehende Expansion von Geldmenge und Verschuldung rief einen zunehmenden Vertrauensverlust in das Weltwährungssystem hervor, was die einstige monetäre Funktion der Edelmetalle wieder in den Blick rückt. Vor diesem Hintergrund werden sie als Wert­aufbewahrungsmittel und Anlagegut sehr geschätzt und Notenbanken sind inzwischen Nettokäufer von Gold. Inzwischen wird sogar über eine neue edelmetallgedeckte Weltreservewährung diskutiert.

Bedarf der Industrie: Ein Zehntel der Gold-, aufgrund der einzigartigen Eigenschaften von Silber aber die Hälfte der Silbernachfrage entfällt auf die Industrie. Edelmetalle dürften – begünstigt durch die wirtschaftliche Expansion der Schwellenländer – in den meisten heutigen Industrieanwendungen künftig noch verstärkt nachgefragt werden, zudem werden laufend neue Anwendungen mit hohem Edelmetallbedarf entdeckt. Die Preiswirkungen steigender Edelmetallbedarfe der Industrie sind dann besonders ausgeprägt, wenn damit ein großes Markt- und zugleich ein geringes Recyclingpotenzial verbunden ist.

Preisfindung

Angebot und Nachfrage: Bei Gold resultierte 2011 das Angebot (4,4 Tsd. Tonnen) zu 64 % aus der Minenproduktion und zu 36 % aus Recycling, bei Silber (32,4 Tsd. Tonnen) zu 73 % auf die Minenproduktion und zu 25 % auf Recycling sowie zu je 1 % auf Regierungsverkäufe und Verkäufe über Terminmärkte. Die Nachfrage entfiel bei Gold zu 44 % auf Schmuck, zu je einem Zehntel auf Industrie und Notenbankkäufe sowie zu 36 % auf Münzen, Barren und Investitionen, bei Silber zu 47 % auf die Industrie, zu 6 % auf die Fotografie, zu 4 % auf Silberwaren, zu 15 % auf Schmuck sowie zu 27 % auf Münzen und Investitionen. Neun Zehntel der Gold- und knapp die Hälfte der Silbernachfrage bezogen sich somit auf die Akkumulierung überirdischer Bestände, was ihre Bedeutung als Wertspeicher unterstreicht.

Edelmetallbestände: Die heftig umstrittene Höhe der überirdischen Bestände ergibt sich aus der Minenförderung abzüglich der unwiederbringlichen Verluste, die aus dem Edelmetallverbrauch der Industrie und bei Silber zudem der Fotografie resultieren (wovon noch die durch Recycling in diesen Bereichen wiedergewonnenen Mengen abzuziehen sind). Das überirdisch erhalten gebliebene physische Gold in Form von Barren, Münzen, Schmuck und Kunstgegenständen entspricht aufgrund der vergleichsweise geringen industriellen Bedeutung mit 0,15 Mill. Tonnen noch rund 90 % der jemals geförderten Goldmenge, dagegen blieben mit knapp 0,7 Mill. Tonnen nur rund zwei Fünftel des jemals geförderten Silbers erhalten. Die Relation von überirdischem physischem Gold und Silber liegt somit bei 1 zu 4,5.

Preisentwicklung: Nach den inflations- und spekulationsbedingten Höchstständen zu Beginn der 1980er-Jahre sanken die Edelmetallpreise infolge von Überkapazitäten und (scheinbar) abflauenden Inflationsrisiken und stagnierten für zwei Jahrzehnte. Aufgrund hoher Kapazitätsauslastungen der Minen infolge der steigenden Edelmetallnachfrage der Industrie und des Investitionsbereichs, höheren Förder- und Investitionskosten bei sinkenden Mineralisierungsgraden der Vorkommen, einer Begrenzung der Goldverkäufe und eines Verbots der Goldverleihungen sowie der zunehmenden Destabilisierung des Weltfinanz- und -währungssystems durch die ausufernde Verschuldung und Geldmengenexpansion, anhaltend niedrige Zinsen und steigende Inflationserwartungen, mündeten die Edelmetallpreise Anfang dieses Jahrtausends wieder in einen Aufwärtstrend ein. Bezogen auf deren Tiefststände im Jahr 2001 bis zu ihren Zwischenhochs im Jahr 2011 verachtfachte sich der Gold- und verzwölffachte sich der Silberpreis.

Preisbestimmende Faktoren: Der innere Wert der Edelmetalle hängt von der Häufigkeit der Vorkommen ab sowie vom Arbeitsaufwand und Kapitaleinsatz, der für ihre Förderung aufgewendet werden musste. Längerfristig orientiert sich das Angebot an den Fördergrenzkosten, die durch neue Förder- und Recyclingmethoden sowie Neufunde reduziert, durch die Erschöpfung kostengünstig abbaubarer Ressourcen und sinkender Mineralisierungsgrade erhöht werden, die Nachfrage an den Nutzungsgrenzkosten (Verzicht auf künftige Gewinne durch einen heutigen Abbau), die durch Substitutionseffekte reduziert, durch eine steigende monetäre Funktion der Edelmetalle, zunehmende Inflationserwartungen sowie eine expandierende Industrienachfrage erhöht werden. Durchgeführte Korrelationsanalysen zeigen, dass die Entwicklung der Gold- und Silberpreise von niedrigen Zinsen, einer steigenden Geldmenge und damit einhergehenden Inflationserwartungen als Indiz für ein sinkendes Vertrauen in das sachlich ungedeckte Papiergeldsystem profitiert. Unabhängig voneinander entwickeln sich dagegen die Edelmetall- und Börsenrendite.

Gold-Silber-Ratio: Eineinhalb Jahrtausende lang lag die Gold-Silber-Ratio – die Relation zwischen Gold- und Silberpreis – bei 15, entsprechend dem umgekehrten Verhältnis der Edelmetallanteile in der Erdkruste. Im 20. Jahrhundert schwankte sie dann zwischen 15 und 100 (im Oktober 2012 lag die Gold-Silber-Ratio bei 52). Grund für den Anstieg war, dass Edelmetalle aufgrund der ihnen entzogenen monetären Funktion nun vornehmlich als Rohstoffe angesehen wurden, weshalb sich das Preisverhältnis stärker an der Höhe der Förderkosten orientierte. Zudem wurde Gold aufgrund der Notenbankbestände gegenüber Silber eine monetäre Prämie zugestanden. Künftig werden die Knappheitsverhältnisse und der Nutzwert der Edelmetalle stärker in den Fokus rücken. Entsprechend dem umgekehrten Verhältnis der Summe der unterirdisch noch vorhandenen Ressourcen und der überirdischen Bestände ist eine Gold-Silber-Ratio von 5 als faire Bewertungsrelation anzusehen, was dann auch die industrielle und monetäre Bedeutung von Silber angemessener reflektieren würde.

Gold- und Silberpreisprojektion: Das Goldpreishoch von 1980 entspricht im Durchschnitt – zieht man unterschiedliche Methoden zur Deflationierung heran – einem heutigen realen Goldpreis von 5.000 US-$ je Feinunze (im Oktober 2012 lag er bei 1.750 US-$). In den 1970er-Jahren hatte sich der nominale Goldpreis bis zu seinem Hoch Anfang 1980 vervierundzwanzigfacht. Würde er sich im Laufe des derzeitigen Aufwärtstrends bezogen auf den Tiefststand von 2001 verzwanzigfachen, ergäbe dies ebenfalls einen Goldpreis von 5.000 US-$. In der zweiten Hälfte des laufenden Jahrzehnts ist vor dem Hintergrund der zu erwartenden Angebots- und Nachfrageentwicklungen auf den Edelmetallmärkten sowie Verwerfungen auf den Finanzmärkten mit einem Goldpreis in mindestens dieser Höhe zu rechnen. Unter Zugrundelegung einer fairen Gold-Silber-Ratio von 5 ergibt sich daraus ein Silberpreis von 1.000 US-$ je Feinunze Silber (im Oktober 2012 33,5 US-$). Der Goldpreis hätte demnach das Potenzial, sich bezogen auf den Durchschnitt im Oktober 2012 noch einmal zu verdreifachen, der Silberpreis das Potenzial, sich zu verdreißigfachen.

Auswirkungen steigender Edelmetallpreise: Steigende Preise werden dazu führen, dass aufgrund erhöhter Investitionen weitere Produktionskapazitäten aufgebaut werden, um die zunehmende Industrie- und Investitionsnachfrage bedienen zu können. Preisbedingte Substitutionsprozesse könnten zudem die Nachfragesteigerung dämpfen. Auch eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Recyclingverfahren und eine Erhöhung der Ressourcenbasis ist unter veränderten technologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen aufgrund des preisinduzierten technischen Fortschritts, der verbesserte Recycling-, Explorations- und Fördertechnologien hervorbringen wird, zu erwarten. Neue Edelmetallfunde sind infolge verstärkter Explorationsbemühungen zwar denkbar, speziell bei Silber ist damit allerdings nur bedingt zu rechnen, da dessen Vorkommen in der Regel oberflächennäher sind und daher bereits weitgehend bekannt sein dürften.

Investitionsmöglichkeiten

Als Anlagen in physische Edelmetalle bieten sich Schmuck, Münzen, Barren oder Exchanged Traded Funds (ETFs) an, die ihre Einlagen mit physischen Edelmetallen hinterlegen müssen. Investments in Minen oder Minen-Fonds eröffnen ebenfalls Chancen, bergen aber auch Risiken. Mit Indexzertifikaten kann die Entwicklung der Edelmetallpreise oder von Gold- und Silberminenindizes nachgebildet werden. Mit Optionsscheinen lassen sich diese Veränderungen hebeln, sodass ein bestimmter Gewinn mit einem geringen Kapitaleinsatz erreichbar ist. Futures und Optionen sind für institutionelle Anleger geeignet. Ihr Handel auf Terminmärkten zeigt eine Knappheit von Edelmetallen durch angebots- bzw. nachfrageseitige Faktoren frühzeitig an. Verschwörungstheoretiker unterstellen, dass durch den Terminhandel die Edelmetallpreise gezielt manipuliert werden. Ohne die dort agierenden Hedge-Fonds und Spekulanten würden die Edelmetallmärkte aber gar nicht funktionieren, denn sie führen den Märkten Liquidität zu und bringen die zeitlichen, räumlichen und volumenmäßigen Angebots- und Nachfrageschwankungen zum Ausgleich.

Gesamteinschätzung

Gold und Silber sind seltene, äußerst werthaltige Metalle. Dies wie ihre extraterrestrische Herkunft und ihre beispiellose Geschichte als Geld, Wert­aufbewahrungsmittel oder Schmuck verleihen ihnen eine magische Anziehungskraft. Um die expandierende Nachfrage bedienen zu können, muss die Edelmetallförderung daher immer weiter steigen. An der Nachfrageexpansion änderte auch die Vervielfachung der Edelmetallpreise seit der Jahrtausendwende nichts.

Gleichzeitig gehen die unterirdischen Edelmetallressourcen zunehmend zur Neige:

(1) In den kommenden Jahren müssen daher verbesserte Fördertechnologien und verstärkte Explorationsbemühungen die Ressourcenbasis erweitern. Umweltauflagen, steigende Energiepreise und die Erschöpfung leicht abbaubarer, hoch mineralisierter Vorkommen werden aber zu einer Erhöhung der variablen Förderkosten pro Edelmetallunze führen, zudem werden pro Unze auch die Investitions- und Finanzierungskosten für den Aus- oder Neubau von Minen erheblich steigen.

(2) Die unterirdischen Goldressourcen entsprechen nur 36 Jahren der Goldförderung im Jahr 2011, die Silberressourcen sogar nur 24 Jahren der Silberförderung. Bei einer Steigerung der Minenförderung um 2 % pro Jahr wären aber selbst unter der Annahme einer Verdopplung der unterirdischen Ressourcenbasis die Goldressourcen bereits im Jahr 2056 aufgebraucht, die Silberressourcen sogar schon 2045.

(3) Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den überirdischen Beständen: Die Goldbestände entsprechen 33 Jahren der Goldnachfrage des Jahres 2011, die Silberbestände dagegen nur 21 Jahren der Silbernachfrage. Gold ist also sowohl bezogen auf die unterirdischen Ressourcen als auch die überirdischen Bestände weniger knapp als Silber.

(4) Das Verhältnis der Ressourcen und Bestände zwischen Gold und Silber (1 zu 5) verringert sich laufend, da die Relation der Minenproduktion (1 zu 8) und der Nachfrage (1 zu 7) darüber hinausgeht. Hinzu kommt, dass Gold primär der Hortung dient, während Silber aufgrund der hohen Indu­strienachfrage, die infolge des dynamischen Wirtschaftswachstums der Schwellenländer und der fortlaufenden Entdeckung neuer Anwendungsbereiche künftig noch stark expandieren dürfte, in erheblichem Umfang unwiederbringlich verbraucht wird.

(5) Im Gegensatz zu den Goldvorkommen sind die Lagerstätten mit angereichertem Silber überwiegend oberflächennah. Demzufolge ist die Förderung von Silber zwar weniger kostenintensiv, gleichzeitig jedoch die Wahrscheinlichkeit für Neufunde geringer, da die Silberlagerstätten schon weitgehend entdeckt worden sein dürften.

Angesichts einer Gold-Silber-Ratio von über 50 (Oktober 2012) sprechen die Befunde für einen in Relation zum Goldpreis deutlich höheren Silberpreis. Die Silberpreisentwicklung wird aber auch davon profitieren, dass die Wiedermonetisierung der Edelmetalle bislang stärker in den Gold- als in den Silberpreis eingepreist wurde. Silber hat also auch diesbezüglich großes Aufholpotenzial.

Folgendes spricht für eine weiter zunehmende monetäre Bedeutung der Edelmetalle:

(1) Verwerfungen des Weltfinanzsystems, ausufernde Verschuldung, massive Geldmengenausweitungen und hohe Inflationserwartungen werden das Vertrauen in die Papiergeldwährungen unterminieren und die bereits zur Jahrtausendwende einsetzenden Nettoinvestitionen in Sachwerte wie Gold und Silber weiter forcieren. Zudem werden Einkommenssteigerungen und das Heranwachsen einer einkommensstarken Mittelschicht in den Schwellenländern die Edelmetallnachfrage nach Schmuck, Waren, Münzen, Medaillen und Barren als inflationssicheres Anlagegut und Wertaufbewahrungsmittel beflügeln.

(2) Seit dem Jahr 2001 haben alle wichtigen Weltwährungen gegen-über Gold und Silber mit einer jahresdurchschnittlichen Rate im zwei-stelligen Prozentbereich abgewertet, was darauf hindeutet, dass die Edelmetalle zunehmend wieder als allgemein akzeptierte Weltwährung angesehen werden. Dafür spricht auch, dass vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise 2008/2009 und der Staatsschuldenkrise 2011/ 2012 – u.a. inspiriert von den Schwellenländern – verstärkt über eine neue edelmetallgedeckte Weltreservewährung diskutiert wird.

(3) Seit dem Jahr 2010 kaufen die Notenbanken weltweit mehr Gold als sie verkaufen. Der Grund dafür ist zum einen, dass die Notenbanken der wichtigsten Industrieländer sich schon zur Jahrtausendwende vertraglich verpflichteten, ihre Goldverkäufe zu begrenzen und die stark preisdämpfend wirkenden Goldverleihungen zu unterlassen, zum anderen sind die Schwellenländer bestrebt, ihre Währungsreserven, die in relativ geringem Umfang in Edelmetallen allokiert sind, zum Teil in Gold, aber auch in Silber umzuschichten.

(4) Die seit der Jahrtausendwende anhaltend niedrigen Zinsen wirken sich positiv auf die Edelmetallpreise aus, da sie die Rentabilität alternativer Anlagen und damit die Opportunitätskosten von Edelmetallinvestitionen verringern. Zudem bringt die offizielle Inflationsmessung den tatsächlichen Inflationsdruck nur unzureichend zum Ausdruck. Je mehr das der breiten Masse bewusst wird, umso stärker dürfte das Vertrauen in das Papiergeldsystem weiter schwinden.

(5) Der jährliche Anstieg der Geldmenge M3 der OECD-Länder war in den zurückliegenden drei Jahrzehnten im Durchschnitt 5-mal so hoch wie der Anstieg der Gold- und 8-mal so hoch wie jener der Silbermenge. Während Papiergeld beliebig und nahezu zum Nulltarif vermehrt werden kann, ist die Förderung von Edelmetallen mit Kosten verbunden, sodass diese im Gegensatz zum Papiergeld einen inneren Wert besitzen, hinzu kommt ein beträchtlicher Gebrauchswert.

Wem gehört also die Zukunft, Gold oder Silber? Beiden, denn sowohl der Gold- als auch der Silberpreis werden vor dem Hintergrund der zunehmend zur Neige gehenden Edelmetallvorkommen sowie einer im Lichte des fragiler werdenden Finanzsystems und dem dynamischen Wachstum der Schwellenländer weiter expandierenden Investitions- und Industrienachfrage in den kommenden Jahren auch weiterhin deutlich steigen. Die zentralen Ergebnisse dieses Buches deuten aber darauf hin, dass dies im Vergleich zum Goldpreis noch deutlich stärker für den Silberpreis der Fall sein wird.

 

 
Dieser Beitrag stammt von Dr. Jochen Dehio - Fachbuchautor des Buches "Gold oder Silber - wem gehört die Zukunft?".

Mehr zum Autor und dem Buch

 

Fortsetzung des Grundlagenwissens Gold und Silber

Entstehung, Vorkommen und Förderung


Geschichte von Edelmetallen als Währung


Angebot, Nachfrage und Bestände


Historische Wertentwicklung


Prognose für die zukünftige Wertentwicklung


Investitionsmöglichkeiten


Zusammenfassung